Das »Pure Resorts Warth«
© Mountain Residences
Millionenpleite in den Niederlanden sorgt für Beben am Arlberg
Zwei Luxusresorts in Warth und Schruns sind von der Insolvenz der Oasis Europe betroffen. Es könnten sogar strafrechtliche Konsequenzen folgen.
von Alexander Schöpf
05. Januar 2024
Die Erschütterungen, die die Millionenpleite der niederländischen Firma Oasis Europe auslöst, reichen bis nach Österreich. Das Unternehmen hatte nach seinem österreichischen Markteintritt im Jahr 2020 den Betrieb von fünf Anlegerhotels in Vorarlberg und Tirol übernommen. Darunter auch die beiden Luxusresorts »Pure Resorts Warth« und »Pure Resorts Schruns« (beide Vorarlberg), die – übereinstimmenden Berichten der »Tiroler Tageszeitung« und der »Vorarlberger Nachrichten« zufolge – von der Pleite betroffen sind.
Die Oasis Austria GmbH hat Ende Dezember die Schließung des Unternehmens und der Tochtergesellschaften beantragt. Die Verbindlichkeiten sollen sich, laut Eigenauskunft von Oasis, auf rund zwei Millionen Euro belaufen. Wie hoch die Ausstände tatsächlich sind, lässt sich tatsächlich aber noch schwer abschätzen. »Wir sind erst ganz am Anfang des Insolvenzverfahrens«, wird Klaus Schaller vom Kreditschutzverband KSV1870 von den »Vorarlberger Nachrichten« zitiert.
Entwickelt wurden die beiden Luxusresorts von der ebenfalls in den Niederlanden beheimateten »Mountain Residences«. »Mountain Residences« hatte Ende 2021 die Ausweitung der Partnerschaft mit Oasis Premium Resorts angekündigt, im Zuge derer Oasis mit der Führung und dem Betrieb der »Pure«-Resorts betraut wurde.
Da der Geldfluss jedoch bald stoppte, musste die PWH&R Management GmbH, die im Zuge der Kooperation zwischen »Mountain Residences« und Oasis den Betrieb des »Pure Resorts Warth« an die Oasis-Gruppe abgegeben hatte, im August 2023 Insolvenz anmelden. Alleine in Warth seien 1,5 bis 1,7 Millionen Euro ausständig, berichten die »Vorarlberger Nachrichten«. Der Innsbrucker Rechtsanwalt Christian Winder, der als Masseverwalter von PWH&R fungiert, hat deshalb Strafanzeige gegen den Geschäftsführer von Oasis Europe bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck erstattet. Es steht der Verdacht der Untreue im Raum.
»Mountain Residences«-Geschäftsführer Marc de Vocht, dessen Unternehmen durch die Oasis-Pleite ebenfalls erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen muss, versucht indes zu kalmieren: Für den Betrieb der betroffenen Standorte – insgesamt fünf an der Zahl – seien bereits neue Lösungen gefunden worden.
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