Klimagipfel - Falstaff PROFI

Glaziologin Andrea Fischer und Universitätsprofessor Ralf Roth sind Teil vom Advisory Board des »AlpenKlimaGipfels«.

© Tiroler Zugspitz Arena/Jan Hetfleisch

Der Alpenraum im Wandel: Vier Erkenntnisse für die Tourismus-Branche

Rund 40 Experten diskutierten beim 3. »AlpenKlimaGipfel« an der Zugspitze zwei Tage lang über die Zukunft des Alpenraums. PROFI hat die wichtigsten Erkenntnisse für die Tourismus- und Hotelleriebranche.

von Katharina Wihan
07. Juli 2026

1. Schneesicherheit wird zur Frage der Höhenlage

Meteorologin Claudia Riedl brachte es auf den Punkt: »Wenn ich heute ein Skigebiet betreiben müsste, würde ich eines in einer Höhenlage zwischen 1.400 und 2.300 Metern wählen.« Aber auch oberhalb dieser Grenze ist nicht alles gesichert: Gletscherflächen lassen sich deutlich schwerer beschneien als Grasflächen. Für Betreiber von Skigebieten und Berghotels ist das ein klares Signal: Investitionen in Infrastruktur und Beschneiungsanlagen sollten langfristig neu bewertet werden.

2. Neu gedachte Saisonlogiken 

Mit der Verschiebung der Schneesicherheit verschieben sich auch die klassischen Wintersaisonzeiten. Lawinenforscher Hansueli Rhyner plädierte dafür, Ferienzeiten an diese veränderten Saisonlogiken anzupassen. Für Hotellerie und Gastronomie könnte das künftig flexible Öffnungszeiten und neue Buchungsmodelle erfordern.

3. Tourismus bedeutet auch Verantwortung

»Bis 2030 werden rund 37 Milliarden Reisen global erwartet – im Jahr 2016 waren es noch 20 Milliarden. Gerade deshalb ist die Verantwortung des Tourismus im Bereich der Nachhaltigkeit enorm«, so Dirk Glaesser von »UN Tourism«. Nachhaltigkeit entwickelt sich vom »Nice-to-have« zum Wettbewerbsfaktor.

4. Lösungen statt Angst

Zukunftsforscher Klaus Kofler warnte vor Kommunikation, die vor allem auf Angst setzt: »Wenn Zukunft vor allem Angst macht, ziehen sich Menschen zurück und bleiben in der Gegenwart stecken. Deshalb müssen wir Menschen wieder befähigen, in positive Zukunftsräume einzutauchen und Zukunft als gestaltbar zu erleben. Denn Menschen lernen nicht allein über Argumente, sondern vor allem durch Erfahrungen.« Für die Branche bedeutet das, Klimawandel-Kommunikation lösungsorientiert zu gestalten und positive Zukunftsbilder zu zeigen, die sowohl Gäste als auch Mitarbeiter mitnehmen.

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