Ballspielen verboten! Das gilt nun am Gardasee
In Riva del Garda ist Fußball am Strand vorerst tabu: Bis Ende September 2026 sind Ballspiele an stark frequentierten Uferabschnitten verboten. Hintergrund sind Beschwerden und Sicherheitsbedenken – die Maßnahme sorgt jedoch für Diskussionen.
Der beliebte Urlaubsort Riva del Garda hat während der Sommersaison ein Verbot für Fußball und andere Ballspiele an besonders frequentierten Strandbereichen ausgesprochen, wie das Hamburger Abendblatt berichtet.
Die Regelung gilt noch bis Ende September 2026 und betrifft den Abschnitt zwischen Punta Lido und dem Hafen San Nicolò südlich des Rad- und Fußwegs.
Mehr Rücksicht am vollen Seeufer
Grund für die Entscheidung sind laut Stadtverwaltung zahlreiche Beschwerden von Badegästen. Immer wieder flogen Fuß- und Basketbälle zwischen den Liegestühlen hindurch und nur knapp an Badenden vorbei – für viele nicht nur störend, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Gerade in der Hochsaison, wenn die Strände nahezu ausgelastet sind, hätten intensive Ballspiele zu Konflikten geführt.
Bürgermeister Alessio Zanoni betont, dass sich die Maßnahme nicht gegen Kinder oder das Spielen generell richte. Vielmehr gehe es darum, unterschiedliche Bedürfnisse am Strand miteinander zu vereinbaren. Familien mit kleinen Kindern, ältere Besucher:innen und Erholungssuchende sollen die stark frequentierten Uferbereiche gleichermaßen nutzen können.
Ballspielen abseits der Strandbereiche möglich
Für Fußball und andere Sportarten verweist die Stadt auf alternative Flächen: Auf ausgewiesenen Sportplätzen, Grünanlagen und weniger dicht belegten Strandbereichen nördlich des Rad- und Fußwegs bleiben Ballspiele weiterhin möglich.
Das Verbot stößt dennoch eine größere Debatte darüber an, wie viel Platz öffentliche Räume für spontanes Spielen bieten sollten. Der ehemalige Fußballprofi Paolo Poggi sieht darin ein Zeichen dafür, dass freie Spielmöglichkeiten für Kinder zunehmend verschwinden. Früher sei es selbstverständlich gewesen, in Straßen und auf Plätzen Fußball zu spielen – auch wenn es gelegentlich Konflikte mit Anwohner:innen gab.