Primitivo kommt aus dem Lateinischen. »Primativus« ist die Sorte, die am frühesten reift und bereits im August gelesen werden kann.

Fruchtige Opulenz: Primitivo aus Apulien

Othmar Kiem, 17.08.2023

Mit seiner dunklen, rubinvioletten Farbe, der kräftigen Frucht, seiner opulenten Fülle und den geschmeidigen Tanninen findet er immer mehr begeisterte Anhänger: Primitivo kommt aus Apulien, dem Stiefelabsatz Italiens. Oft kommt er mit ausgeprägter Restsüße daher und gefällt da durch seine Geschmeidigkeit. Es gibt ihn aber auch als Spitzenwein knochentrocken.

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Diese alten Burschen hier sind unser wahrer Reichtum«, sagt Gianfranco Fino stolz. Er verweist auf knorrige alte Reb­stöcke, die kaum mehr als einen halben Meter aus dem Boden ragen. Am dicken Stamm erkennt man, dass sie schon viele Jahrzehnte hier stehen. »Einige dieser Reben sind deutlich über 100 Jahre alt«, erklärt Fino. »In den sandigen Böden nahe zum Meer hin finden wir sogar noch wurzelechte Stöcke. Die Reblaus konnte hier nie aktiv werden.« Wir sind im Salento, die Hacke des italienischen Stiefels, die das adriatische vom ionischen Meer trennt. Olivenbäume und Weinstöcke prägen die Landschaft. Viele Winzer entdecken gerade den Wert der alten Rebstöcke, die in den meisten Fällen in Stockerziehung gehalten sind. Die »Alberello-Erziehung«, wie sie im Italienischen genannt wird, hat sich als ideale Erziehungsform hier im Süden erwiesen. Die Rebe kann besser die Feuchtigkeit speichern und ist weniger dem Wind ausgesetzt. Durch das dichte Blattwerk sind die Trauben vor der Sonne geschützt, zudem wird mit Alberello der Ertrag gesenkt. Erst 2004 begann Gianfranco Fino mit dem Weinbau. Von Beginn an spezialisierte er sich auf alte Reben. Innerhalb weniger Jahre schaffte es Fino, aus seinem »Es« einen gesuchten Kultwein zu machen – einen Wein mit barocker Fülle, der dabei stets auch Eleganz und Saftigkeit zeigt.

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