Gift in Cocktails: In diesen Urlaubsländern ist Alkohol lebensgefährlich
In beliebten Urlaubsländern kursieren immer häufiger gepanschte Spirituosen. Die britische Regierung warnt vor Methanol in Cocktails – schon ein Schluck kann tödlich sein.
Das britische Amt für Auswärtige Angelegenheiten, Commonwealth und Entwicklung (FCDO) warnt Reisende eindringlich vor dem Konsum billiger, unverpackter Alkoholika im Ausland. Der Grund: Immer wieder kommt es zu schweren Methanolvergiftungen, die Erblindung oder sogar den Tod zur Folge haben können.
Warnung gilt für diese Länder
Nach Angaben der FCDO umfasst die erweiterte Liste Japan, Mexiko, Ecuador, Indien, Indonesien, Russland, Kenia und Bangladesch. Damit reagiert die Behörde auf eine Reihe von Vorfällen, bei denen Tourist:innen aus Großbritannien durch gepanschte Getränke schwer verletzt oder getötet wurden.
Gepanschter Alkohol – ein globales Problem
In vielen beliebten Urlaubsregionen Südostasiens und Lateinamerikas kursieren gefälschte oder selbst gebrannte Spirituosen, die illegal mit Methanol gestreckt werden. Besonders häufig betroffen ist der lokal hergestellte Schnaps Arak, der etwa auf Bali, Lombok oder den Gili-Inseln verkauft wird.
Laut Daten der Organisation »Ärzte ohne Grenzen« (MSF) führt Indonesien seit 2019 mit mehr als 330 registrierten Verdachtsfällen die Liste der Länder an. Top 10 der Datenbank sind Indien (140 Fälle), Russland (121), Bangladesch (53), Pakistan (42), China (30), Kambodscha (28), Iran (28), Vietnam (28) und Kenia (24).
Trotz der geografischen Konzentration auf Asien ist die Aufnahme Japans in die britische Warnliste überraschend – ein Hinweis darauf, dass das Problem gefälschter Spirituosen inzwischen globaler Natur ist.
Tödliche Gefahr im Glas
Methanol ist ein Industriealkohol, der in Frostschutzmitteln oder Farben verwendet wird – und äußerlich kaum von trinkbarem Alkohol zu unterscheiden ist. Schon der Konsum kleiner Mengen ist bedenklich: Bereits ein Schluck, etwa 30 Milliliter, kann laut Expert:innen innerhalb von 48 Stunden zum Tod führen.
Die Symptome sind tückisch. Anfangs ähneln sie einer normalen Alkoholvergiftung – Übelkeit, Schwindel, Erbrechen. Doch binnen weniger Stunden können Sehstörungen, Krampfanfälle oder Atemstillstand auftreten.
So können Reisende sich schützen
Das FCDO empfiehlt, ausschließlich versiegelte Getränke aus lizenzierten Quellen zu konsumieren. Tabu sind unetikettierte Spirituosen, vorgemixte Cocktails aus offenen Behältern oder »Eimerdrinks«, wie sie in vielen Ferienorten angeboten werden.