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FALSTAFF Man weiß zwar seit Richard Wagners »Parsifal«, dass ein Festmahl ohne Gral sinnlos ist, wie aber würde Ihr persönliches Festmahl aussehen? Jonathan Meese Meeses persönliches Festmahl besteht aus Liebe, also Respekt zu allem, was bei Tisch ist. Essen, Trinken, Gäste und Räumlichkeit muss liebevollst ineinandergreifen, ohne Angst, ohne Ideologie, ohne Religion und ohne Politik. Was müsste Ihr Gral können? Der Gral müsste entheiligt werden, also Evolution sein. Der Gral muss entmachtet sein, am besten er entmachtet sich selbst, denn er ist nur Projektion. Der »Parsifal« war zuweilen für Sie mit recht dramatischen Momenten verbunden – zuletzt endete Bayreuth mit einem Rausschmiss. Haben Sie schon Ähnliches in der Gastronomie erlebt? In der Gastronomie erlebt Meese nur Kunstbestes. Es gilt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Meese liebt »Gastronomie der Liebe« und genießt ohne Hintergedanken. Meese ist kunstliebevollster Gast jeder liebevollen Gastronomie. Sind Köche Künstler? Köche, die mit Liebe kochen, sind immer Künstler, also Zukunft, also kunstvollste Spielkinder. Essen, Trinken und Schlafen sind Grundvoraussetzungen des Lebens. Köche, die ohne Falsch, ohne Zynismus und ohne Ideologie kochen, servieren nur Wunderbarstes. Totale Hingabe zur Kochkunst ist nicht vortäuschbar. Sie sagen, Sie tun sich schwer, so etwas wie ein »Lieblingsessen« zu definieren. Hängt das mit Ihrer kosmopolitischen Prägung zusammen? Sie sind ja in Tokio geboren, in Deutschland aufgewachsen und als Künstler sowieso international tätig. Meese liebt fast alle Fressalien. Essen und Trinken darf nicht ideologisiert werden. Meese muss einmal die Woche, mindestens, erzjapanisch essen gehen, das ist die Erzbabyprägung Samurai.
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