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Tim Wendelboe ist Bartista-Weltmeister, ausgezeichneter Verkoster und Eigentümer eines Coffeeshops in Oslo. Er könnte jeden Tag einen perfekten Kaffee trinken, die Temperatur des Wassers aufs Grad genau kontrolliert, grammweise gemahlen und mit laufender Stoppuhr aufgebrüht. Doch auf die Falstaff-Frage, welche Kaffeekultur ihm am besten gefalle, antwortete Wendelboe mit »die äthiopische« – und diese könnte nicht weiter entfernt von maschineller Perfektion sein. Für das traditionelle Kaffeetrinken in Äthiopien, dem Heimatland der Kaffeebohne, muss man nicht selten mehrere Stunden ansetzen. Zunächst werden die Bohnen in einer Pfanne über Holzkohle geröstet, was einen betörenden Duft entfaltet. Anschließend stellt die Zubereiterin – aus Traditionsgründen servieren Frauen den Kaffee – eine Tonkanne, die Jebena, in die Glut.
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