Franz-Josef Gritsch, Chosy Chanton und Michael Gross mit ihren Weinen.

Schweizerisch-österreichische Reifeprüfung

Benjamin Herzog, 02.02.2018

Große Weine sind immer lagerfähig und die Lagerfähigkeit wiederum kann ein Hinweis sein auf die Größe eines Weines. Diese Aussage untermauerte ein Walliser Heida bei einer Verkostung in Zürich jüngst eindrücklich.

Werbung

Schon die Ankündigung der Verkostung hatte epischen Charakter: Unter dem Titel »3 Winzer - 4 Dekaden« präsentierten der Walliser Winzer Chosy Chanton, sowie dessen österreichische Kollegen Michael Gross (Steiermark) und Franz-Josef Gritsch (Wachau) Weine aus vier Jahrzehnten. Es gab vier Flights mit je einem Wein der Winzer aus den 10er-, den 0er-, den 90er- und den 80er-Jahren. Eine Vertikalverkostung wie diese – mit teilweise mehr als zehn Jahren Unterschied zwischen den Weinen – ist der ultimative Härtetest für einen Wein und seinen Macher. Gelingt die Reifeprüfung, gilt der Wein als groß, gelingt sie nicht, wird im besten Fall peinlich berührt geschwiegen. So viel vorab: Zum Schweigen hatte an diesem Tag in Zürich niemand einen Grund. Bei den Gewächsen handelte es sich ausschließlich um Weißweine – Heida aus dem Wallis, Wachauer Grüner Veltliner und Sauvignon Blanc aus der Steiermark. Die Meinung, dass trockene Weißweine zur Reifung nicht geeignet wären, hält sich bis heute hartnäckig. Chanton, Gross, Gritsch und Andreas Etter, der die drei Winzer mit seiner Firma Jeroboam in der Schweiz vertritt, bewiesen an diesem Tag einmal mehr das Gegenteil.

Weiterlesen

Werbung