1990: Sacha Lichine (m.) bei der La Fête de la Fleur auf dem Weingut Château Prieuré-Lichine – mit den Schauspielern Michael Caine (l.) und Donald Sutherland.

The Godfather of Rosé

Benjamin Herzog, 10.07.2026

Sacha Lichine prägte die Welt des Roséweins wie kein anderer Weinmacher. Nach dem Kauf von Château d’Esclans im Jahr 2006 wurde der visionäre Unternehmer zur treibenden Kraft hinter der globalen Rosé-Welle. Mitte März 2026 zog er sich als Gründer und Präsident des Provence-Weinguts hinter dem Kult-Rosé Whispering Angel zurück. Müde ist der »Godfather of Rosé« deswegen noch lange nicht.

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Wer Sacha Lichine verstehen will, muss die Biografie seines Vaters kennen. Alexis Lichine wurde in Russland geboren und in Frankreich ausgebildet. Er sprach drei Sprachen – Russisch, Französisch und Englisch – nicht nur fließend, sondern akzentfrei, wie sein Sohn Sacha Lichine zu berichten weiß. Während des Zweiten Weltkriegs diente Alexis Lichine als Adjutant des Oberbefehlshabers Dwight D. Eisenhower in der US-Armee und war beim Office of Strategic Services (OSS) tätig, dem Vorläufer der CIA. Nach dem Krieg widmete er sich unermüdlich der Aufgabe, den französischen Wein in den USA zu etablieren. »Bordeaux und Burgund standen dabei im Mittelpunkt«, erinnert sich Sacha Lichine. Alexis Lichine war eine schillernde Persönlichkeit in der Weinwelt, eine Legende, wenn man so will. 1951 kaufte er Château Prieuré-Cantenac, das er zwei Jahre später in Prieuré-Lichine umbenannte. Hier wurde Sohn Sacha Lichine, noch als Kind, mit dem Weinvirus infiziert – und kam nie mehr davon los.

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