Thomas Bernhard kochte nie für sich selbst – und auch nicht für seine Gäste: Schon das Frühstück nahm er außer Haus ein. Und seiner Lieblings-Frittatensuppe setzte er gar ein literarisches Denkmal.

Thomas Bernhard: »Das einzige, das hier gegessen werden kann, ist die Frittatensuppe«

Judith Hecht, 13.02.2024

Die bitterbösen Tragödien finden bei Thomas Bernhard stets am Esstisch statt. Seine Protagonisten lassen kauend, schlürfend, schlingend ihre Masken fallen. Auch der Dichter selbst mochte Hausmannskost für sein Leben gern. Am liebsten aß er in Wirtshäusern. Sie inspirierten ihn nicht nur kulinarisch.

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Gekocht hat Thomas Bernhard nie. Nicht für sich und auch nicht für seine Gäste. Dabei hätte er in seinem Vierkant­hof im oberösterreichischen Ohlsdorf jede Möglichkeit gehabt, auch große Gesellschaften zu bewirten. Die große Küche hatte er nicht nur mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, sondern auch technisch perfekt ausgestattet. Jeder Koch hätte seine Freude gehabt, dort ein Festmahl zu zaubern. Nicht so Bernhard. »Ich habe nie gesehen, dass er außer Tee irgendetwas zubereitet hat. Dabei war alles da, von der Feinraspel bis zum Filetiermesser«, erinnert sich der ehemalige Burgtheaterdirektor und Regisseur Claus Peymann. Ihn verband mit dem streitbaren Schriftsteller eine besondere literarisch-theatralische Beziehung.

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