Weder Restaurant noch Gasthaus: Bachls Kritik der »Brasserie Sophie«

Alexander Bachl, 28.07.2025

Das »Anantara Hotel« in Wien sperrte zusätzlich zum »Edvard« noch die »Brasserie Sophie« auf.

Werbung

Um geschützte Begriffe handelt es sich bei gängigen gastronomischen Typisierungen nicht. Somit kann jeder ein Restaurant auch »Gasthaus« nennen, einen Imbiss »Tapas-Bar« oder eben ein Hotel seinen Speisesaal »Brasserie«. So geschehen im »Anantara Palais Hansen Vienna«, vielen noch immer als »Kempinski« bekannt. Nur dass jeder, der je in Frankreich in die glamouröse Welt großer Brasserien eingetaucht ist, halt gewisse Assoziationen hat. Die weißen Kugelleuchten sind wohl als frankophiles Zitat gedacht, der Rest des fensterlosen Raums im Bauch des Hotels erinnert eher an die Restaurants nobler Kreuzfahrtschiffe. Noch am ehesten Brasserie-Style sind die sautierten Alpengarnelen, adrett serviert im Kupferpfännchen mit fettigen Joseph-Brot-Crostinis und einer mit Marchfelder Safran aromatisierten Buttersauce. Die bissfesten Schlutzkrapfen muss man unter dem Berg von aroma-armen Trüffelscheiben, Mandelplättchen und Räucherkäse erst mal freilegen.

Weiterlesen

Werbung