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Lächelnd sitzt Hans Schmid im schattigen Gastgarten seines Gasthauses »Der Pfarrwirt«. Es werden Backhendln serviert. Und natürlich sein eigener Wein. Schmid will jetzt eine Geschichte erzählen. Wie er zu diesem herrlichen Wirtshaus im 19. Bezirk Wiens gekommen ist und wie er so ganz zufällig zum Winzer wurde. Die Schnurre zum Besten zu geben bereitet Schmid sichtlich Vergnügen, weshalb er auch ein wenig ausholt. Die Geschichte beginnt in den 1990er-Jahren, er sei damals von einer Winzerfamilie aus Grinzing zu einer Weinverkostung mitten in den Reben am Nussberg eingeladen worden. Schon allein das rot getünchte Haus war ein Juwel, vor allem aber das atemberaubend schöne Panorama sei Schmid sofort aufgefallen. Weshalb er im Laufe des Abends in weinseliger Laune zur Dame des Hauses meinte: »Sollten Sie je ans Verkaufen denken, dann lassen Sie es mich wissen.«Jahre später, es war 2001, meldete sich die Hausbesitzerin tatsächlich und fragte nach: »Wenn Sie noch wollen, könnten Sie das Haus jetzt kaufen, aber es müsste schnell gehen, ich hätt gern heute noch Bescheid.« Am nächsten Tag war Schmid stolzer Besitzer des »Roten Hauses« am Nussberg mit dem wahrscheinlich schönsten Ausblick Wiens und einem 1,7 Hektar großen Weingarten. Und weil man an einem so paradiesischen Ort auch gerne Gesellschaft hat, lud sich Schmid als ersten Gast den österreichischen Starpianisten Rudolf Buchbinder ein. Dem langjährigen Freund und Weinconnaisseur kredenzte er nicht ohne Stolz auch ein Glas Wein aus den neuerworbenen Nussberger Rieden. Worauf der berühmte Pianist das Gesicht verzog mit den Worten: »Lieber Hans, das Häuserl ist ja wirklich ein echtes Juwel, aber sei mir nicht bös, den Wein kann man nicht saufen.« Heute, 16 Jahre später, zählt Hans Schmid zu den erfolgreichsten Weinerzeugern Österreichs und ist mit 74 Hektar Toplagen im 19. Bezirk und am Nussberg sowie acht Hektar in der Einzellage Alsegg im 17. Bezirk ein Gigant unter den Wiener Weinmachern. Schmid ist heute 77. Sein Leben verlief bislang alles andere als langweilig. Es ist die Geschichte eines Kärntners, der es vom Villacher Wirtshaus- und Eisenbahnerkind zum zigfachen Millionär geschafft hat. Begonnen hat alles in der »Kronen Zeitung«. Dort wollte Schmid nach einem Welthandelstudium Wirtschaftsjournalist werden. Es war aber nur eine Stelle als Anzeigenverkäufer frei. Danach machte er sich mit einer Werbeagentur selbstständig. Später schloss er sich mit der Schweizer Werbeagentur GGK zusammen und gründete 1972 die GGK Wien.
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