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Imbissbuden gibt es überall, echte Würstelstände allerdings nur in Wien. Dabei geht es nicht bloß um den Konsum von Burenwurst, Waldviertler, Bratwurst, Frankfurter und Käsekrainer (Letztere ist bei allen bekannten Würstelständen der Big Seller). Es geht um eine typisch Wienerische Gastronomie-Geschichte, die man auch als kulinarische Demokratie bezeichnen könnte. Vor dem Wurstverkäufer herrscht Chancengleichheit: Alle müssen sich anstellen, jeder kann sich’s leisten und niemand bekommt eine Sonderbehandlung. Beim »Leo«, dem ältesten Wiener Würstelstand, erzählt man sich immer noch die Anekdote von Bruno Kreisky, der nach Staatsbanketten gerne auch was »G'scheites« aß. In der Regel war das eine Burenwurst (»a Haaße«). Nirgendwo tritt die Gleichberechtigung aller Schichten besser zutage als beim »Bitzinger« neben der Wiener Staatsoper. Hier stehen Nadelstreif und Blaumann ebenso nebeneinander wie Champagner und Dosenbier. Den besten Umsatz macht Josef Bitzinger am Tag des Wiener Opernballs, an dem die Ballbesucher in Frack oder Ballkleid Schlange stehen, um eine Käsekrainer oder ein Bier zu ergattern.
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