Barkultur: Bittersüsse Symphonien

Angelo Peer, 27.04.2019

Haben Sie schon einmal bemerkt, dass es eher wenig Mixgetränke mit Bitterlikören als Basis gibt? Der «Innovativste Barkeeper» des Jahres 2019, David Bandak, versucht dies zu ändern.

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Der Grund ist ganz einfach: Der Bitter dominiert aufgrund seiner Geschmacksintensität jeden Drink und lässt die anderen Komponenten in einer komplexen Mixkonstruktion untergehen. Das und die Tatsache, dass sie pur einfach recht bitter schmecken, erklärt, warum diese Spirits vorwiegend mit Soda oder Tonic oder auch Säften aufgespritzt als Longdrink beziehungs­weise Apéro serviert werden. Pur werden vor allem die «Italiener» als Digestif getrunken, also die Amari wie Averna, Ramazzotti, Montenegro – sie verfügen über ein schönes Süss-bitter-Spiel. Aber natürlich wollen die grossen Marken dem aktuellen populären Mix-Trend nicht fernbleiben. Deshalb finden sich auf den Flaschen kleine Folder mit Vorschlägen, wie man den Inhalt in die Barkunst einbringen kann. Mit dem König der Bitters, Campari, wurde der royalste Drink kreiert: der Shakerato. Den Campari mit viel Eis auf Fizz-Kälte schütteln, in ein Martiniglas abseihen und «nackt» ohne jede Garnitur servieren.

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