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Die französische Weinregion Burgund ist für viele Weinfreunde das Maß der Dinge, wenn es um die weltbesten Rotweine der Welt geht. Hier konzentrieren sich auf mystischem Terroir viele der großen Könner dieser fragilen Gewächse, die in Hinblick auf die internationale Nachfrage leider nur in sehr limitierten Mengen verfügbar sind. Je mehr rare Spitzenweine zu Prestige-Objekten und zum Gegenstand von spekulativem Investment wurden, umso steiler gestaltete sich die Preiskurve der gesuchten Burgunder. In Frankreichs Nachbarland Deutschland gehörte der Spätburgunder wahrscheinlich bereits seit dem Beginn der mittelalterlichen Warmzeit am Ende des 9. Jahrhunderts zum Sortenrepertoire. Noch in den 80er-Jahren stellte eine französische Universalenzyklopädie die Rotweine etwa aus Ingelheim in Rheinhessen, einem für seine Kalkböden bekannten Ort, auf dieselbe Stufe wie Burgunder von der Côte d’Or der »zweiten oder dritten Klasse« – eine Bezeichnung, mit der im selben Werk einige Grand Cru-Lagen und namhafte Villages-Weine angesprochen werden. Keine schlechte Wertschätzung, zumal in einer Zeit politischer Gegnerschaft.
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