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3.5 Kilometer rattert das Züglein in das rabenschwarze Dunkel des Bergs. Es zieht und tropft; eng und frostig wird es einem ums Herz. Ausgerüstet mit Schutzkleidung, Helm, Stirnlampe und Gummistiefeln stapfen wir nach dem Ausstieg minutenlang durch knöcheltiefes Wasser, um in einem Seitenstollen die Flasche 2010er zu bergen, die uns später im Wirtshaus höchsten Genuss schenken wird. Wir befinden uns im alten Bergwerk Poschhausstollen in Ridnaun am Schneeberg auf 2'000 Meter Höhe oben am Brenner. Die Temperatur beträgt konstante elf Grad, die Luftfeuchtigkeit neunzig Prozent. 800 Jahre wurden hier Silber, Blei und Zink abgebaut. 1985 war Schluss. Seither dient die Anlage als Touristenattraktion – und als verborgene Schatzkammer von mittlerweile acht Jahrgängen Epokale. Der unerhört komplexe Gewürztraminer setzt dem Schaffen seines charismatischen Kellermeisters Willi Stürz die Krone auf.
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