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Herrlich blühen die Felder und Bäume rings um die Obsthöfe und auf den Streuobstwiesen. Zuweilen steht vor den Höfen ein kurioses Fahrzeug, in dem Brennkessel befeuert werden und in denen die Bauern ihr Obst vor Ort zu einem Brand verarbeiten lassen. Sie werden immer weniger, aber es gibt sie noch: die Störbrenner. Ihr Gewerbe hat eine lange Tradition. Mit den mobilen Brennblasen fahren sie zu den Obstbauern, um deren Früchte zu destillieren. Der Name «Störbrenner» verweist auf einen gesundheitlichen Hintergrund: Der gewonnene Alkohol fand oft Verwendung, um die Verdauungsstörungen des landwirtschaftlichen Getiers zu lindern. Die Menschen auf dem Hof tranken freudvoll mit. So manche Birne und so mancher Apfel wird auch dieses Jahr den Weg durch die Brennblasen und in die Flasche finden, um in flüssiger Form den Gaumen zu verwöhnen. Einige der gewonnenen Destillate werden einen finalen Feinschliff durch eine Reifung im Holzfass erfahren. Eine zunehmende Schar von Geniessern weiss das zu schätzen. Die Konsumenten entwickeln neue Freude für die hochwertigen Produkte aus ihrer Region. Schweizer Brände, auch Wässer genannt Hier erfolgt die Herstellung auf der Grundlage einer Maische. Es ist also – anders als bei Geisten – genug Zucker enthalten, dass Hefen einen Gärprozess auslösen und den Fruchtzucker in Alkohol umwandeln können. Es entsteht ein Obstwein, der dann wiederum destilliert wird. Am Ende steht im Fall der fassgereiften Brände eine aromatische Abrundung im Holzfass – oft über mehrere Jahre. Die verschiedensten Holzarten von Akazie bis Maulbeere kommen zum Einsatz, und der Inhalt, der zuvor im Fass reifte, kann sich von Armagnac über Sherry bis Sauternes erstrecken.
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