Ferdinand Hodlers Gemälde «Einmütigkeit» ist das zentrale Werk der Ausstellung «Bilderwahl!» zum Reformationsjahr im Kunsthaus Zürich. 

Top 3: Museen in Zürich

Karin Cerny, 02.09.2017

Spannende Museen gibt es in Zürich mehr, als man an einem Wochenende besichtigen kann. Drei Highlights.

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Ein Gemälde von beinahe abstrakter Schönheit: Ein Kreis aus Männern streckt synchron die Arme in die Höhe. Energisch wie Stierkämpfer stehen sie da, bilden eine Einheit um einen Redner, der sie in Euphorie versetzt. Ferdinand Hodlers 1913 entstandenes Monumentalgemälde «Einmütigkeit» ist ein faszinierendes Stück Propagandakunst, überhöht es doch jenen Schwur, den die hannoversche Bürgerschaft am 26. Juni 1533 auf dem Marktplatz zum Protestantismus leistete. Geschichte ist hier inszeniert als theatralisches Ereignis: Die histo­rische Wirklichkeit sah nämlich anders aus, nicht das Volk, sondern die herrschende Klasse versammelte sich. Hodler, 1853 in einem Armenviertel von Bern geboren, war schon damals der bekannteste Maler der Schweiz. 1917 veranstaltete das Kunsthaus Zürich eine erste grosse Retrospektive. Kein Wunder also, dass dieses tra­ditionsreiche Museum in seiner aktuellen Ausstellung »Bilderwahl!« (bis 14. Januar 2018) über die Kunst der Reformation ausgerechnet Hodlers Schwur ins Zentrum stellt. Heuer sind es 500 Jahre, dass Martin Luther seine Thesen verfasste. Aber auch sonst lohnt der Besuch des Kunsthauses, in dem sich unter anderem die Sammlung der Alberto-Giacometti-Stiftung und eine exzellente Kollektion von Klassikern der Fotografie befinden. Euphorisch und laut ging es auch im Cabaret Voltaire her.

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