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© Shutterstock / Symbolbild

Vorsicht bei der Wahl des Campingplatzes: Google Bewertungen besser abgleichen

Camping

Online glänzen viele Campingplätze mit Top-Bewertungen. Doch ein Blick auf die Ratings der »ADAC«-Expert:innen offenbart oftmals ein anderes Bild: Eine aktuelle Analyse von knapp 15.000 Plätzen zeigt teils erhebliche Unterschiede.

Wer seinen Campingurlaub plant, verlässt sich häufig auf Sternebewertungen im Netz. Doch genau hier beginnt die Verwirrung: Eine aktuelle Analyse von »Pincamp«, dem Campingportal des »ADAC«, zeigt deutliche Unterschiede zwischen der offiziellen »ADAC«- Klassifikation und den Bewertungen der Camping-Community.

Die Auswertung von knapp 15.000 europäischen Campingplätzen offenbart: Während Gäste im Netz regelmäßig zur Bestnote greifen, urteilen die »ADAC-Expert:innen« differenzierter. Die beiden Bewertungssysteme folgen dabei völlig unterschiedlichen Logiken – und führen entsprechend zu teils gegensätzlichen Ergebnissen.

Der Trend zur Höchstnote in der Community

Ein Blick auf die Gästebewertungen zeigt schnell, wie großzügig Camper:innen ihre Erfahrungen bewerten. Rund 64 Prozent der analysierten Campingplätze erhalten von der Community die Bestnote von fünf Sternen. Weitere 32 Prozent liegen im soliden Mittelfeld zwischen drei und vier Sternen. Nur ein kleiner Anteil von etwa vier Prozent fällt unter die Zwei-Sterne-Marke. In der Wahrnehmung der Gäste überwiegt die Zufriedenheit – oft unabhängig von objektiven Ausstattungsdetails.

Camping Kovacine Kroatien
© PiNCAMP
Camping Kovacine Kroatien

Die ADAC Klassifikation urteilt deutlich strenger

Ganz anders fällt das Bild bei der offiziellen »ADAC«-Klassifikation aus. Hier erhalten lediglich 13 Prozent der Campingplätze die Höchstnote von fünf Sternen und dürfen sich damit »ADAC Superplatz« nennen. Die große Mehrheit – rund 77 Prozent – bewegt sich im soliden Mittel- und gehobenen Segment zwischen drei und vier Sternen. Nur zehn Prozent liegen darunter. Was also online häufig als »perfekt« gilt, wird von den »ADAC-Expert:innen« oft als gut, aber nicht herausragend eingestuft.

Objektive Kriterien vs. persönliche Wahrnehmung

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die beiden Bewertungssysteme widersprechen – sie messen lediglich unterschiedliche Dinge. Die »ADAC«-Klassifikation bewertet objektiv die Ausstattung und Qualität eines Platzes anhand von über 200 standardisierten Kriterien. Geschulte Inspekteur:innen prüfen vor Ort unter anderem Sanitäranlagen, Platzgestaltung, Freizeitangebote und Versorgung – unabhängig und nachvollziehbar.

Die Gästebewertungen hingegen spiegeln persönliche Eindrücke wider. Dabei steht das individuelle Urlaubserlebnis im Vordergrund: die Atmosphäre, der Service, das Gefühl vor Ort. Ein einfacher Naturcampingplatz kann hier ebenso fünf Sterne erhalten wie ein Luxusresort – wenn er die Erwartungen seiner Gäste erfüllt.

Die richtige Strategie für Camper:innen

Für Urlauber:innen ergibt sich aus der Analyse eine klare Empfehlung: Wer Enttäuschungen vermeiden möchte, sollte beide Bewertungssysteme gemeinsam betrachten. Die beste Wahl ist ein Campingplatz, der objektiv überzeugt und gleichzeitig von seinen Gästen geschätzt wird.

Methodischer Hinweis

Die Analyse von »Pincamp« basiert auf rund 15.000 europäischen Campingplatzprofilen sowie etwa 500.000 Gästebewertungen (Stand: Mai 2026). Die unterschiedlichen Bewertungsskalen wurden zur Vergleichbarkeit auf ein einheitliches 5-Sterne-System übertragen. Untersucht wurde die Verteilung der jeweiligen Gesamtergebnisse innerhalb der Bewertungskategorien.


Travel-Redaktion
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