Die heutigen Piwi-Weine müssen sich bei Weitem nicht mehr verstecken. Das liegt an neuen Sorten, aber auch und vor allem am Know-how der Winzer, das in den letzten Dekaden stetig gewachsen ist und weiterwächst.

Warum immer mehr Winzer auf Piwis setzen

Dominik Vombach, Ulrich Sautter, 16.09.2024

Pilzwiderstandsfähige Rebsorten – kurz Piwis – sind auf dem Vormarsch. Lange Jahre eilte den menschgemachten Sorten der Ruf voraus, dass die daraus resultierenden Weine im Glas wenig hergeben. Ihrem Erfolg tat dies keinen Abbruch. Was sind die Vorteile der neuen Sorten? Und warum werden sie von immer mehr Weinmachern angepflanzt?

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Die Rebparzelle, die vor uns liegt, kommt einem ­Orakel gleich. Einem Blick in die mögliche Zukunft des Weinbaus. Sie befindet sich in Uesslingen, im Kanton Thurgau in der Schweiz, und schaut auf den ersten Blick ziemlich gewöhnlich aus. Auf den zweiten ist sie aber alles andere als das. Als Erstes fallen uns die Rebstöcke auf, deren Stämme dem bei Weitem nicht kurz geratenen Winzer Roland Lenz bis zur Schulter reichen, dann die Haselnusssträucher und die Maulbeerbäume, die in den Reb­zeilen zwischen den Rebstöcken zu entdecken sind. Rund um die Parzelle gedeihen Bäume, Hecken und Sträucher, zwischen den Rebzeilen wächst Hanf. »So, wie diese Parzelle aussieht, stellen wir uns ­Diversität vor«, erklärt Lenz. Und die ist für ihn entscheidend, wenn es um den ­Anbau von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten – kurz Piwi – geht. ­Piwi-Sorten sind, ganz einfach erklärt, Rebsorten, die so gezüchtet ­wurden, dass sie weitestgehend gegen die Pilzkrankheiten ­Oidium und ­Peronospora – den Echten und Falschen Mehltau – ­resistent sind.

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