Warum Verzicht überschätzt wird

Linda Carstensen, 23.12.2025

Zum Jahresende fassen wir Vorsätze. Wir probieren neue Diäten, starten ohne Alkohol ins Jahr und melden uns für neue Sportkurse an. Der Kalender wechselt und mit ihm sollen sich Gewohnheiten ändern. Doch vielleicht liegt der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden gar nicht im Neuanfang, sondern im bewussteren Umgang mit dem, was bereits da ist.

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Der Jahreswechsel ist zu einem Ritual des Mangels geworden. Weniger Zucker. Weniger Wein. Weniger Brot, weniger Fett – weniger Genuss. Als müssten wir uns erst entziehen, um uns später wieder erlauben zu dürfen. Verzicht wird dabei gern als Disziplin verkauft, manchmal sogar als moralische Leistung. Wer es schafft, einen Monat trocken zu bleiben oder sich strikt an Regeln zu halten, gilt als konsequent. Wer scheitert, ist schwach.

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