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Stolz blickt Altmeister F.X. Pichler vom Balkon des neuen Weinguts auf die Berge hinüber, wo die Terrassen der Familie liegen. Seine blauen Augen glänzen, während sie die Lagen vom Pfaffenberg im Osten bis zum Kellerberg und Dürnstein im Westen mustern. «Es ist der vielleicht schönste Platz in der Wachau», sagt er dann, und seine Worte sind nachvollziehbar – immerhin hat er von hier aus all jene Rieden im Blick, deren Trauben ihn zu einem der bekanntesten Winzer der Welt gemacht haben. Familie Pichler blickt auf eine lange Winzertradition zurück, die nun bereits in die elfte Generation tritt. Mitte des 19. Jahrhunderts war mit Weinhauer Franz Xaver Pichler II. der Ururgrossvater von F.X. Pichler VI. von Rohrendorf bei Krems nach Oberloiben gezogen. Um 1905 wurde das Haus Nr. 27 in Oberloiben erworben, in dessen Kellergewölbe bis zum Jahrgang 2008 die Basis für den Welterfolg gelegt wurde. Schon der 1906 geborene Vater Franz Xaver war ein echter Qualitätsfanatiker und führte Bücher, in denen er die Ergebnisse der einzelnen Weinstöcke vermerkte, um schliesslich das Erbgut der besten Grünen Veltliner für Neuanlagen zu vermehren. Er war Ende der 1930er-Jahre auch Gründungsmitglied der Winzergenossenschaft in Loiben, die den zahlreichen kleinen Hauern des Ortes das wirtschaftliche Überleben sichern sollte. Sohn Franz Xaver, der früh beschloss, ebenfalls den Weg als Winzer zu gehen, absolvierte die Kremser Weinbauschule und besuchte dann Fachkurse in Deutschland und im Elsass. Schritt für Schritt baute er seine Flächen aus, stets überzeugt vom enormen Potenzial seiner Heimat. «Wenn man tolle Trauben hat, muss man nicht viel dazu tun. Wozu also den Most aufzuckern oder entsäuern?», lautete sein Credo.
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