Allein, aber nicht einsam: Solo-Reisen im Trend
Allein zu reisen ist längst kein Nischenthema mehr: Immer mehr Menschen planen schon die nächste Auszeit ohne Begleitung, wie eine aktuelle »Travelzoo«-Umfrage zeigt. Falstaff TRAVEL erklärt die Gründe und stellt Top-Destinationen vor.
Was früher als Nische galt, entwickelt sich zunehmend zum Mega-Trend: Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für Reisen ohne Begleitung. Zwischen Städtetrip, Strandmoment und Naturerlebnis geht es beim Solo-Reisen vor allem um Freiheit, Ruhe und Inspiration. Viele planen bereits die nächste Auszeit allein. Das hat eine aktuelle »Travelzoo« Umfrage herausgefunden.
Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts »YouGov« waren über die Hälfte der Deutschen – 54 Prozent – im Jahr 2024 mindestens einmal allein unterwegs. Und das aus voller Überzeugung: Wer solo reist, tut dies nicht aus Verlegenheit, sondern vielmehr als Luxus für die Seele. Das bestätigt auch eine gezielte Befragung von »Travelzoo« unter erfahrenen Solo-Globetrottern: 50 Prozent planen bereits in den kommenden sechs Monaten den nächsten Trip allein.
Wie der Solo-Trip gestaltet wird
Selbstbestimmung, Ruhe, Inspiration und der Wunsch nach neuen Erlebnissen treiben Reisende für einen Solo-Trip an. Es geht um Freiheit in ihrer vielleicht reinsten Form: aufstehen, wann man will. Bleiben, wo es schön ist. Weiterziehen, wenn der Moment es verlangt. Solo-Reisende setzen dabei durchaus auf Bewährtes, interpretieren es jedoch individuell. Besonders gefragt sind flexible Kurztrips, unkompliziert organisiert und offen für spontane Wendungen.
Die beliebtesten Reiseformen
40 Prozent der Reisenden bevorzugen Städte, 36 Prozent zieht es an den Strand und in die Sonne, während 29 Prozent Natur-Abenteuer suchen. Das kann ein inspirierendes Museumswochenende in Paris sein, der Genuss von Meeresrauschen an der Algarve oder eine mehrtägige Wanderung durch alpine Landschaften. Die Auszeit wird dabei als Art Reset-Knopf für eine Pause aus dem Alltag gesehen, bei der Einsamkeit auf Reisen meist keine Rolle spielt: 60 Prozent der Reisenden fühlen sich unterwegs selten oder nie einsam und 42 Prozent genießen explizit die Ruhe.
Hotels bleiben bevorzugte Unterkunft
Beim Thema Unterkunft zeigt sich eine klare Präferenz: 76 Prozent der Solo-Reisenden wählen Hotels. Sie bieten Sicherheit, Service und Komfort – ohne Erklärungsbedarf. »Airbnbs« und Ferienwohnungen kommen auf 28 Prozent, 20 Prozent übernachten bei Freunden oder privat. Das klassische Hotelzimmer bleibt jedoch der Rückzugsort Nummer eins – vielleicht auch, weil es den perfekten Rahmen für das persönliche »Me-Time«-Gefühl bietet.
Die Schattenseite: das Budget
So viel Freiheit hat ihren Preis. 47 Prozent der Befragten nennen Einzelzimmer-Zuschläge als größten Frustfaktor, fast 60 Prozent empfinden diese Mehrkosten als unfair. Allein zu reisen bedeutet eben oft auch: allein zahlen.
Die schönsten Ziele für Solo-Traveller
Alleinreisende setzen auf vertraute Länder, die gut erreichbar sind. Deutschland ist mit 24 Prozent das Top-Ziel für die nächste Solo-Reise, gefolgt von Österreich (15 Prozent), Spanien (10 Prozent), Frankreich (9 Prozent) und Italien (8 Prozent).
Doch ein Blick auf die Gen Z (geboren zwischen 1995 und 2010) zeigt: Die junge Generation denkt globaler. Brasilien war für elf Prozent der Urlauber aktuelles Solo-Ziel – eine Destination, die im Schnitt nur zwei Prozent der Alleinreisenden anvisieren. Auch Frankreich liegt bei jungen Reisenden mit 31 Prozent deutlich höher als im Durchschnitt (13 Prozent).
Regional zeigen sich ebenfalls spannende Unterschiede: Besonders viele Reisende aus Bayern zieht es nach Österreich (34 Prozent). Hamburger (15 Prozent) und Saarländer (14 Prozent) hingegen träumen von Costa Rica – bundesweit sind es nur drei Prozent.