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Trans Dinarica: Mit dem Rad durch den Balkan

Reise
Balkan

Ein neuer Fernradweg öffnet den Blick für die Schönheiten des Balkans – und verbindet Nationen, die lange durch Konflikte getrennt waren. Er führt nicht nur durch atemberaubende Landschaften, sondern stärkt auch den Zusammenhalt und die Entwicklung der Region.

Acht Länder, sechs Sprachen, fünf Währungen – wer die »Trans Dinarica« befährt, erlebt eine eindrucksvolle Reise durch Kulturen, Geschichten und Landschaften. Der 2024 eröffnete internationale Fernradweg will die Kulturen des Balkans nach den langen Konflikten der 90er-Jahre verbinden. Er folgt dem Dinarischen Gebirge – von den waldreichen Alpen Sloweniens bis zu den zerklüfteten Bergketten Albaniens.

Die über 5.000 Kilometer lange Route verläuft meist auf ruhigen Nebenstraßen abseits der großen Verkehrsachsen. Unterwegs passiert man Schluchten und Hochebenen, Wälder und Weinberge, Hafenstädte und abgeschiedene Dörfer.

Je nach Etappenplanung ist die »Trans Dinarica« selbst für geübte Radler eine Herausforderung. Stellenweise verläuft sie auf grobem Untergrund (empfohlen werden Gravel-, Mountain- oder robuste E-Bikes), manche Etappen beinhalten lange Anstiege oder unwegsame Passagen. Plötzliche Wetterumschwünge sind im Gebirge immer möglich. Die Belohnung für die partiellen Mühen: grandiose Panoramen, Einsamkeit abseits touristischer Pfade, ein Glas Rakija mit den Einheimischen.

Regionale Erneuerung

Die Route beginnt in Slowenien, wo gut ausgebaute Radwege durch grüne Hügel und Wälder führen. Ein sanfter Einstieg, bevor es in Kroatien spektakulärer wird: Schotterpisten entlang der Adriaküste wechseln sich ab mit Karstplateaus im Landesinneren. Weiter südlich durchquert man Bosnien und Herzegowina mit seinen wilden Flüssen, hohen Gipfeln, historischen Städten voller Gastfreundschaft und Geschichte. Auch der Nationalpark Sutjeska, wo sich einer der letzten Urwälder Europas befindet, ist Teil der Route.

Von Bosnien und Herzegowina aus lassen sich Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, der Kosovo und Albanien auf unterschiedlichen Teilstrecken erkunden. Dort warten der tiefste Canyon und der älteste See Europas, wilde Tiere und seltene Vögel.

Die »Trans Dinarica« lässt Grenzen hinter sich und führt – über 100 Etappen – durch acht Länder.
© Katjana Lacatena / carolineseidler.com
Die »Trans Dinarica« lässt Grenzen hinter sich und führt – über 100 Etappen – durch acht Länder.

Für jedes Level geeignet

Entwickelt wurde die Route von einem Team internationaler Radenthusiasten. Die Tagesetappen sind im Durchschnitt etwa 50 Kilometer lang und führen bewusst durch abgelegene Regionen. Ziel ist es, einen nachhaltigen Tourismus aufzubauen, der den lokalen Gemeinschaften zugutekommt. Auf der Website werden daher regionale Betriebe aufgelistet, die nach diesen Werten arbeiten. Sie bieten geführte Touren, Gepäcktransport und maßgeschneiderte Reisen. Insgesamt umfasst die »Trans Dinarica« etwa 100 Etappen.

Da kaum jemand die dafür nötige Zeit und Kondition hat, gibt es auch kürzere Routenvorschläge (wenige Tage bis zu drei Wochen) für unterschiedliche Fitnesslevel.


Weitere Infos unter transdinarica.com.


Erschienen in
Falstaff TRAVEL Magazin 03/2025

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Verena Carola Mayer
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