Long Weekend Zürich: Zwischen See und Alpen
Die Lage am Zürichsee und die schöne Altstadt machen Zürich zu einer wunderbaren Destination für ein Long Weekend. Aber auch kulturell und kulinarisch hat die Heimat von Falstaff Schweiz mit zahlreichen Museen und gastronomischen Hotspots einiges zu bieten.
Freitag
Wir flanieren durch die Altstadt, entdecken Kunst im öffentlichen Raum und essen Hochstehendes in einer Beiz und in einem Luxushotel.
Man mag den Zürchern Arroganz vorwerfen, wenn sie behaupten, in der einzigen Schweizer Metropole zu leben. Fakt ist aber, dass keine andere Schweizer Stadt diesen Titel annähernd verdient. Und auch wenn Zürichs Status als Metropole diskutabel ist, so ist die Limmatstadt heute zweifelsohne ein kosmopolitischer Melting Pot. Dies widerspiegelt sich im grossen kulinarischen und kulturellen Angebot mit zahlreichen Museen und vielfältigen Veranstaltungen – und das auf kleiner Fläche. Natürlich ist die Stadt auch eine der reichsten der Welt, wer Luxus sucht, wird also problemlos fündig. Besonders was gehobene Hotels angeht, haben Zürich-Reisende die Qual der Wahl. Wir entscheiden uns für das Hotel «Storchen», mitten in der Altstadt gelegen und daher idealer Ausgangspunkt für eine erste Erkundungstour.
In der Zürcher Altstadt lässt es sich gut flanieren. Erster Stopp ist das Fraumünster mit seinen von Marc Chagall gestalteten Buntglasfenstern. Von dort geht es über die Limmat zum Grossmünster. Hier wurden ebenfalls verschiedene Künstler mit der Fenstergestaltung beauftragt, vom Turm hat man zudem einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und ihr Umland. Nach dem Aufstieg legen wir eine Mittagspause ein: In der »Bauernschänke«, einer ehemaligen Beiz mit langer Tradition, gibt es heute eine moderne, internationale Küche aus marktfrischen Zutaten. Gestärkt erkunden wir das Niederdorf mit seinen kleinen Läden, traditionellen Beizen und beliebten Bars. Wir gönnen uns einen Kaffee oder ein Glas Wein im Café «Soul» und überqueren dann die Rudolf-Brun-Brücke.
Unser Ziel ist die Regionalwache City der Stadtpolizei Zürich, denn dort versteckt sich ein ganz besonderes Kunstwerk: Die Eingangshalle wurde von Künstler Augusto Giacometti dekoriert. Lokal ist sie wegen der farbenfrohen Wandbemalung auch als »Blüemlihalle« bekannt. Von dort ist es ein Katzensprung an die berühmte Bahnhofstrasse, wo nicht nur geshoppt, sondern auch gut Kaffee getrunken werden kann. Am besten im legendären Café »Sprüngli« am Paradeplatz, dem idealen Ort für »People Watching«. Man sollte sich aber nicht allzu vielen Versuchungen hingeben lassen, denn abends locken unzählige Restaurants zum gediegenen Abendessen. Wir wählen das Restaurant »Widder«, dessen köstliche Sterneküche französische Haute Cuisine mit Einflüssen aus Asien kombiniert. Anschliessend geniessen wir in der Bar im gleichen Haus einen hervorragenden Cocktail.
Samstag
Wir entdecken das hippe Zürich – besuchen eine Kafeerösterei, geniessen Apéro in hippen Bars und essen kontemporäre Wirtshausküche.
Am Samstag erkunden wir das neue Zürich. Wir beginnen mit einem Kaffee im an der Limmat gelegenen »Café Nude« – wer das Hotelfrühstück ausgelassen hat, findet hier auch hervorragende Brunch-Optionen. Von dort überqueren wir das Letten-Viadukt und gehen zur Markthalle im Viadukt. Dort gibt es alle kulinarischen Mitbringsel, die man sich wünschen könnte: Tritt Käse verkauft ausgesuchte Käsespezialitäten und Brot, Berg und Tal hat Köstlichkeiten von kleinen Produzenten im Angebot, die Mini Metzg bietet Charcuterie an – alles, was es zu einem Picknick auf der nahe gelegenen Josefswiese braucht. Später kann man noch weiter einkaufen, denn in den Viaduktbögen haben sich zahlreiche Boutiquen eingemietet; Es gibt Kleider, Möbel und vieles mehr zu erwerben.
Zur Stärkung brauchen wir einen weiteren Kaffee. Diesen trinken wir im Café »Miró« mit eigener Rösterei. Von dort sind wir im Nu in der »Gamper Bar«, wo wir uns ein erstes Glas Wein gönnen, dazu gibt es ein paar köstliche Häppchen – sehr zu empfehlen ist das grosszügig gebutterte Sauerteigbrot mit Schinken oder Tête de Moine. Gestärkt machen wir uns in den lebhaften Kreis 3 auf. Im trendigen ehemaligen Arbeiterviertel gibt es viele kleine Boutiquen und Kuriositätenläden zu entdecken. Bei schönem Wetter nimmt man den wohlverdienten Apéro am besten in der Bar »Sacchi« ein, die legendär für ihren Negroni ist, jedoch nur wenige Innenplätze hat. Regnet es, setzt man sich in die gemütliche Naturweinbar »169 West« ganz in der Nähe. Zum Abendessen begeben wir uns ins »Rosi«, wo der bayerische Koch Markus Stöckle die Wirtshausküche seiner Heimat mit neuem Anstrich versehen und mit viel Humor aufgepeppt hat.
Sonntag
Sonntag ist Museumstag in Zürich – doch auch der Genuss kommt nicht zu kurz. Dafür besuchen wir eine echte Zürcher Institution.
Die Läden sind zu, doch die Museen offen. Allerdings fällt die Auswahl schwer, denn es gibt in der Limmatstadt ganze 55 Museen mit verschiedenen Themenbereichen. Lohnenswert ist das Landesmuseum, in dem man alles über die Schweizer Geschichte erfahren kann. Zudem gibt es immer wieder interessante wechselnde Ausstellung zu verschiedensten Themen. Zum Mittagessen bleiben wir gleich im Haus: Im Restaurant »Spitz« gibt es eine köstliche, moderne alpine Küche und ein fantastisches Getränkeangebot – zweifelsohne eine der besten «Museumskantinen» Europas.
Ein absolutes Must für Kunstliebhaber ist ein Besuch im Kunsthaus Zürich, das mit 11.500 Quadratmetern die grösste Ausstellungsfläche der Schweiz hat. Es gibt eine grosse Sammlung wichtiger Werke vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart zu bestaunen, sowie Sonderausstellungen, die den Nerv der Zeit treffen. Auch architektonisch ist das Kunstmuseum ein Highlight, besonders seit 2021 der von Chipperfield Architects designte Neubau eröffnet wurde.
So viel Kunst macht hungrig – und durstig! Zum Glück braucht man nur knapp zehn Minuten, um die legendäre »Kronenhalle Bar« zu Fuss zu erreichen. Die mit viel Mahagoni verkleidete Bar ist ein echtes Unikat mit von Diego Giacometti – dem Bruder von Alberto und ein entfernter Verwandter des »Blüemlihalle«-Künstlers Augusto – eigens entworfenen Lampen. Auch hier gibt es Kunst: Man geniesst hervorragende Cocktails mit Blick auf Originalgemälde von Meistern wie Picasso, Klee und Mirò. Die Sammlung des verstorbenen Kronenhalle-Inhabers Gustav Zumsteg ist so gross, dass sie auch die Wände im angrenzenden Restaurant dekoriert. Dort geniessen wir dann auch unser Abendessen, das berühmte Zürcher Geschnetzelte mit der perfekten Rösti, am Tisch serviert von livrierten Kellnern. Auf dem Weg zurück ins Hotel schlendern wir noch einmal der Limmat entlang. So schön kann Zürich sein!
Tipps & Adressen
Hotels
Hotel Storchen
In einem wunderbaren Altstadthaus direkt an der Limmat liegt dieses elegante Hotel. Es gibt charmante Zimmer, eine Dachterrasse mit Blick über die Altstadt und ein hervorragendes gastronomisches Angebot.
Weinpl. 2, 8001 Zürich, T: +41 44 2272727
storchen.ch
The Dolder Grand
Im «Dolder» hat man dank der Lage über der Stadt eine atemberaubende Aussicht. Auch sonst gibt es hier alles, was es braucht, um anspruchsvolle Gäste glücklich zu machen, von komfortablen Zimmern über Sterneküche bis zu einem fantastischen Spa.
Kurhausstrasse 65, 8032 Zürich, T: +41 44 4566000
thedoldergrand.com
Baur au Lac
Das «Baur au Lac» ist ein legendäres Luxushotel im Zentrum der Stadt, unweit des Sees und der Einkaufsmeile Bahnhofstrasse. Hier gibt es nur das Beste vom Service über die Zimmer und das gastronomische Angebot bis zum Spa.
Talstrasse 1, 8001 Zürich, T: +41 44 2205020
Signau House & Garden
Wer Ruhe sucht, findet diese im «Signau House & Garden». Das kleine Boutiquehotel befindet sich in einem herrschaftlichen Haus im Villenviertel Riesbach, unweit der Stadt, aber doch dem Trubel fern. Es gibt neun individuell gestaltete, komfortable Zimmer.
Signaustrasse 6, 8008 Zürich, T: +41 44 2019696
signauhouse.com
Restaurants
Bauernschänke
Die «Bauernschänke» befindet sich in einem alten Lokal mit viel Charme. Heute wird hier eine zeitgenössische, internationale Küche mit grossem Fokus auf gute Produkte aufgetischt. Auch die Weinkarte ist fantastisch.
Rindermarkt 24, 8001 Zürich, T: +41 44 2624130
bauernschaenke.ch
Rosi
Küchenchef Markus Stöckle serviert im «Rosi» eine moderne Wirtshausküche mit viel Pep und lustigen Akzenten. Er lässt sich dafür von seiner Heimat Bayern inspirieren.
Sihlfeldstrasse 89, 8004 Zürich, T: +41 44 2916825
rosi.restaurant
Kronenhalle
Die «Kronenhalle» ist eine Legende der Zürcher Gastronomie. Seit hundert Jahren wird hier gehobene Schweizer und französische Küche serviert. Ebenfalls einzigartig: An den Wänden hängen Bilder von berühmten Künstler wie Picasso und Klee.
Rämistrasse 4, 8001 Zürich, T: +41 44 2629900
kronenhalle.com
Brasserie Süd/The Counter
Der Bahnhof Zürich wurde in diesem Jahr zu einem kulinarischen Hotspot. Das Zentrum davon bildet die «Brasserie Süd», wo es eine moderne Bistroküche aus besten Produkten gibt. Dazu gehört auch das Gourmetrestaurant «The Counter», in dem Mitja Birlo mit seinen eleganten Kreationen verwöhnt.
Südtrakt Hauptbahnhof Zürich, Bahnhofplatz 15, 8001 Zürich, T: +41 44 2443215
brasserie-sued.ch
Widder Restaurant
Im Sternerestaurant des gleichnamigen Hotels in der Altstadt kredenzen Küchenchef Stefan Heilemann und sein Team eine köstliche Gourmetküche mit französischen Wurzeln und exotischen Akzenten.
Widdergasse 6, 8001 Zürich, T: +41 44 2242412
widderhotel.com
Spitz
Im Restaurant des Landesmuseums gibt es eine gehobene alpine Küche der Extraklasse und eine hervorragende Getränkeauswahl. Für ein schnelles Mittagessen besucht man am besten das Bistro, das ein reduziertes aber ebenfalls köstliches Angebot hat.
Museumstrasse 2, 8001 Zürich, T: +41 4 2219477
restaurantspitz.ch
Bars & Cafés
Soul
Im «Soul» wird Kaffee ernst genommen. Nicht nur bekommt man hier fantastischen Specialty Coffee, es gibt auch eine kleine, aber feine Auswahl an Naturweinen, Drinks und köstliche Snacks.
Döltschiweg 234, 8055 Zürich, T: +41 44 4565555
soulzuerich.ch
Nude
Diese moderne Cafébar liegt im Tanzhaus an der Limmat. Es gibt guten Kaffee, ausgesuchte hausgemachte Drinks und feine Snacks. Am Wochenende wird zudem ein guter Brunch serviert.
Wasserwerkstrasse 127A, 8037 Zürich, T: +41 44 3502619
nude-zurich.com
Gamper Bar
Die «Gamper Bar» ist der Treffpunkt für Weinliebhaber. Die Auswahl ist gross und sehr gut, es gibt Naturweine aus ganz Europa, eine wunderbare Selektion von Likörweinen und köstliche Snacks.
Dienerstrasse 75, 8004 Zürich, T: +41 43 2437878
gamper-bar.ch
Bar Sacchi
Bei «Sacchi» trifft sich das junge und hippe Zürich. Sehr beliebt ist der Negroni, es gibt aber auch eine gute Auswahl an Naturweinen und anderen Cocktails. Da es nur wenige Innenplätze hat, ist es besonders bei schönem Wetter beliebt.
Bertastrasse 1, 8003 Zürich
sacchi.bar
169 West
In diesem gemütlichen Lokal gibt es Spezialitätenkaffee und eine Karte mit vielen interessanten Naturweinen aus ganz Europa. Dazu werden köstliche kleine Snacks aufgetischt.
Weststrasse 169, 8003 Zürich, T: +41 44 4610033
169west.ch
Confiserie Sprüngli
Seit über hundert Jahren gibt es im »Café Sprüngli« am Paradeplatz Kaffee und Kuchen, aber auch herzhafte Köstlichkeiten und gute Weine.
Bahnhofstrasse 21, 8001 Zürich, T: +41 44 2244646
spruengli.ch
Miró
Miró ist eine Kaffeerösterei mit eigenem Café. Hier gibt es im urbanen Ambiente herrlichen Specialty Coffee und feines Gebäck. Am Wochenende wird zudem ein grosser veganer Brunch angeboten.
Brauerstrasse 58, 8004 Zürich, T: +41 43 5483537