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Collectible Design 2026: Diese 5 Designer:innen verwandeln Möbel in moderne Artefakte

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Collectible Design setzt 2026 auf Herkunft, Handwerk und kulturelle Referenzen. Diese fünf Beispiele zeigen, wie Möbel zu modernen Sammlerstücken mit Geschichte werden.

Im Collectible Design wird das Möbelstück derzeit stärker als kulturelles Objekt verstanden. Es soll nicht mehr nur funktionieren oder einen Raum ergänzen, sondern Herkunft, Material und Geschichte erfahrbar machen. Stein, Holz, Ton, Leder, Bronze und digitale Skulpturfragmente tragen kulturelle Erinnerungen weiter. Antike Formen, regionale Erzählungen und traditionelle Techniken finden in eine zeitgenössische Sprache, die zwischen Kunstobjekt, Gebrauchsgegenstand und Sammlerstück vermittelt. Daraus entsteht ein Blick auf Design, das nicht nur Räume prägt, sondern auch Geschichten und kulturelle Bezüge aufnimmt.

Bei Mantas Lesauskas treffen Materialforschung, Skulptur und Möbelentwurf auf eine fast archaische Formensprache. Seine Stücke wirken robust, reduziert und zugleich eigentümlich vertraut. Metall, Holz, Leder und andere langlebige Materialien erscheinen bei ihm nicht nur als Werkstoffe, sondern als Träger von kultureller Bedeutung. Lesauskas interessiert sich für Archetypen, Rituale und die Frage, warum bestimmte Formen über Generationen hinweg Bestand haben. Aktuell wurde seine Arbeit während der Milan Design Week 2026 in der Gruppenausstellung »Soft Metal« von Ragno Cosa gezeigt. Damit passt er besonders gut in eine Zeit, in der Collectible Design wieder stärker nach Tiefe, Herkunft und materieller Präsenz sucht.

Bei EOOS beginnt Design nicht erst bei der Form, sondern bei der Frage, welche Bedeutung ein Objekt im Alltag haben kann. Das Wiener Studio von Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gründl arbeitet mit der Methode der Poetical Analysis®. Dabei werden Bilder, Rituale, Mythen und kulturelle Muster untersucht, bevor ein Entwurf entsteht. Für Walter Knoll zeigte EOOS in Mailand neue Arbeiten wie den »Samay Armchair«, das »Molamisa Sofa« und den »Cuoio Barstool«. Ihr Bezug zu Geschichte ist deshalb weniger äußerlich als strukturell: Er zeigt sich darin, wie ein Möbel genutzt, berührt und räumlich wahrgenommen wird.

Aus der Verbindung von Natur, Handwerk und kultureller Erinnerung entwickelt Victoria Yakusha ihre sehr eigene Formensprache. Mit ihrer Marke FAINA entwirft die ukrainische Designerin Möbel und Leuchten, die erdig, organisch und körperhaft wirken. Viele Stücke scheinen weniger konstruiert als geformt. Ein zentraler Baustein ihrer Arbeit ist ZTISTA, ein von Yakusha entwickeltes Material aus natürlichen Bestandteilen wie Ton, Zellulose, Flachsfasern und Holzspänen. In der Ausstellung »SHUM« beim Salon Art + Design zeigte FAINA Arbeiten, die Wald, Klang, Naturkräfte und ukrainische Kultur in eine sehr körperhafte Formensprache übertragen. Damit steht die Marke für einen Luxusbegriff, der Erdung, Handwerk und emotionale Präsenz verbindet.

Rafael Triboli rückt die körperliche Wirkung des Materials in den Mittelpunkt. Der in São Paulo lebende brasilianische Künstler und Designer arbeitet autodidaktisch mit Holz, Bronze, Wachs und handbearbeiteten Oberflächen, die sichtbare Spuren tragen. Seine Möbel erinnern an Truhen, Bänke, Tische oder Altäre, ohne ihre Funktion zu verlieren. Kerben, Strukturen und dunkle Materialtöne verleihen den Objekten eine archaische Kraft. 2025 präsentierte Anthony Meier in Zusammenarbeit mit AGO Projects Tribolis erste US-Soloausstellung. Gezeigt wurden funktionale Arbeiten und Einzelstücke, die sich zwischen brasilianischem Modernismus, Handwerk und skulpturalem Objekt bewegen. Triboli zeigt, wie stark ein Möbelstück wirken kann, wenn Material, Bearbeitung und Entstehung sichtbar bleiben.

Über die klassische Skulptur nähert sich Sebastian Errazuriz dem Thema. In seiner Serie »Antiquities« greift der chilenisch-amerikanische Künstler und Designer auf griechische und römische Meisterwerke zurück. Die Figuren werden dreidimensional gescannt, digital bearbeitet und als funktionale Möbel neu gefasst. Aus antiken Körpern entstehen Regale, Konsolen und Objekte für den Wohnraum. Seine aktuelle Ausstellung »Sebastian Errazuriz: Double Take« im Philadelphia Museum of Art läuft noch bis August 2026 und zeigt die Breite seiner Arbeit zwischen Design, Kunst, Technologie und Handwerk. Errazuriz macht Antike nicht zur Dekoration, sondern zum Ausgangsmaterial für eine neue Gegenwart.

Collectible Design zeigt derzeit, dass Möbel mehr sein können als schöne Objekte im Raum. Entscheidend wird, welche Geschichte ein Material trägt, welche Herkunft sichtbar wird und welche kulturellen Bezüge ein Entwurf aufnimmt. Dadurch verschiebt sich auch der Wert solcher Stücke. Sie überzeugen nicht nur durch Qualität oder Seltenheit, sondern durch das, was sie über Handwerk, Geschichte und Gegenwart erzählen.

Sebastian Krebitz
Sebastian Krebitz
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