Heiße Sache
Österreichs Ofenmanufakturen verbinden Handwerk, Design und effiziente Technik. Drei Hersteller zeigen, wohin sich der Markt bewegt – und worauf es beim Kauf wirklich ankommt.
Ein Ofen ist heute weit mehr als eine Wärmequelle. Er strukturiert Räume, schafft Atmosphäre und bringt ein archaisches Element ins moderne Wohnen zurück. Gleichzeitig verlangen Energieeffizienz und neue Lebensstile nach durchdachten Lösungen – von kompakten Speicheröfen bis zu smarten Hybridmodellen.
Öfen mit Charakter
Mark Spiegl, Geschäftsführer der Vorarlberger Ofenmanufaktur Schliser, sieht einen klaren Trend zu natürlichen Oberflächen. Der Familienbetrieb in dritter Generation hat sich auf Kleinspeicheröfen spezialisiert, deren Schamott aufgrund des hohen Gewichts eine gute Wärmespeicherung ermöglicht. »Die Zeit des Sichtbetons und Rohstahls ist vorbei. Man merkt, dass sich Kund:innen wieder wärmere, charaktervolle Oberflächen wünschen. Das Einzige, was bei den Brennmaterialien konstant bleibt, ist Scheitholz – es verbrennt dank moderner Technik sehr emissionsarm, ist sicher zu lagern und gut verfügbar«, so Spiegl.
Im Design geht der Trend zu klaren Linien, natürlichen Materialien und einer harmonischen Integration in moderne Wohnräume, bestätigt Rudolf Körber, Marketing- und Vertriebsleiter von RIKA: »Multifunktionsgeräte werden immer gefragter – etwa Kombiöfen, die mit Holz und Pellets betrieben werden können.
Auch smarte Steuerungen und App-Anbindungen wachsen stark: Sie verbinden Komfort, Effizienz und Nachhaltigkeit.« RIKA ist zudem die einzige heimische Manufaktur, die Kamin-, Kombi- und Pelletöfen vollständig in Österreich produziert. »Jede unserer Entwicklungen«, so Körber, »soll Wärme erlebbar machen – mit intelligenter Technik, intuitiver Bedienung und einem besonders ruhigen, sauberen Abbrand.«
Stilvolles Design
Der Ofen »Ambia« von RIKA hat ein Rahmensystem, das einfach zu montieren ist. Zahlreiche Verkleidungsvarianten erlauben individuelle Gestaltungsfreiheit.
© Maerofen/Marc Lins, RikaEchtes Feuererlebnis
Ein außergewöhnliches Ofenmodell entsteht in Wien: Das »Pyrarium« von Mayerofen ist ein rundum verglaster Ofen aus mehr als 300 Einzelteilen. Inhaber und Hafnermeister Andreas Mayer fertigt ihn vollständig in Wien und Umgebung. Ursprünglich entstand das »Pyrarium« als rundum verglaster Prototyp, gebaut mit den damals größten erhältlichen Scheiben, erinnert sich Mayer: »Dieser Ofen wird vollständig in Wien und Umgebung gefertigt, was ihn aufwendig und kostspielig macht, aber genau dieser handwerkliche Ansatz prägt das Ergebnis.«
Aktuell gibt es das »Pyrarium« in zwei Größen, zukünftig möchte sein Erbauer eventuell auf eine reduzieren, um die Produktion zu vereinfachen. Rund 300 Stück sind mittlerweile im Einsatz – auch in Deutschland, der Schweiz und Italien, wobei viele neue Aufträge über Empfehlungen entstehen, so Mayer. »Ich baue ausschließlich Holzöfen, denn Bioethanolöfen oder andere Systeme interessieren mich nicht. Das ›Pyrarium‹ soll auch in Zukunft bestehen – unabhängig davon, wer es einmal weiterführt. Seine Besonderheit sind das intensive Feuererlebnis bei gutem Wirkungsgrad und seine unverwechselbare Optik.«
Fundierte Beratung
Dass das Interesse an hochwertigen Heizlösungen ungebrochen ist, bestätigt auch Rudolf Körber. Er berichtet, dass gerade in Zeiten, in denen Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit
eine immer größere Rolle spielen, »Holz- und Pelletöfen weiter an Bedeutung gewinnen. Viele Menschen sehnen sich nach einem natürlichen, authentischen Feuererlebnis – nach Wärme, die nicht nur den Raum, sondern auch das Zuhause erfüllt.«
Doch worauf sollte man beim Kauf achten? Mark Spiegl empfiehlt, zuerst die eigene Nutzung zu klären: »Man muss wissen, wofür der Ofen gedacht ist und wie oft man ihn verwenden wird. Je nach Anforderungen kann die Lösung vom Kaminofen über den Kleinspeicherofen bis zum Kombi- oder Grundofen reichen. Relevant ist eine fundierte Beratung – denn von außen sehen viele Öfen ähnlich aus, doch entscheidend ist, was im Inneren steckt.«