Sommer im Baumhaus: 5 Design-Hideaways im Schatten der Bäume
Diese fünf Baumhäuser zeigen, wie Architektur den Sommer in den Schatten der Bäume verlegt und daraus kühle Rückzugsorte mit Designanspruch macht.
Wenn der Sommer die Städte aufheizt, wirkt das Baumhaus plötzlich weniger wie eine Kindheitserinnerung und mehr wie eine zeitgemäße Wohnidee. Hoch über dem Boden, geschützt von Kronen und gefiltertem Licht, entstehen Refugien, die Nähe zur Natur nicht behaupten, sondern räumlich erfahrbar machen. Diese fünf Beispiele zeigen, wie unterschiedlich ein Aufenthalt im Schatten der Bäume aussehen kann.
Im Waldviertel wird das Baumhaus zum Rückzugsort zwischen Naturpark und privatem Wald. Die »edelførst Baumhäuser« liegen in Schrems auf einem ehemaligen Granitabbau-Areal, das heute als geschützter Ort für Gäste gedacht ist. Fünf Häuser verbinden stilvolle Architektur mit der Ursprünglichkeit des Waldes und setzen auf viel Komfort auf kleiner Fläche. King-Size-Bett, modernes Bad, Pellets-Kamin, Teeküche, gefüllte Minibar und eine eigene Terrasse machen den Aufenthalt zur bewusst gestalteten Auszeit im Grünen.
Im Kiefernwald von Harads wird das Baumhaus nicht als einzelnes Objekt gedacht, sondern als kleines Architekturensemble zwischen den Stämmen. Das »Treehotel« versammelt sehr unterschiedliche Entwürfe, die jeweils eine eigene Antwort auf das Wohnen in den Baumkronen geben. »The 7th Room« schwebt zehn Meter über dem Boden, öffnet sich mit großen Fenstern zum Wald und zum Lule River und macht den Zwischenraum über eine Netzterrasse erlebbar. Mit »Biosphere« ergänzte »Treehotel« die Landschaft um ein weiteres markantes Baumhaus. Die Suite ist von rund 350 Brutkästen umgeben und verbindet den Aufenthalt im Wald mit einem konkreten Beitrag zum Lebensraum der Vögel. Während »Bird’s Nest« die Grenze zwischen Architektur und Versteck beinahe auflöst, wirkt »Oasis« zurückhaltender und stärker vom Gedanken des stillen Rückzugs geprägt. Das »Treehotel« wird dadurch zu einem Ort, an dem jedes Baumhaus eine andere Beziehung zum Wald eingeht.
3. »Woodnest«, Odda, Norwegen
Am Hardangerfjord zeigt das »Woodnest«, wie kompakt ein Sommerrefugium sein kann, ohne an Atmosphäre zu verlieren. Die von Helen & Hard entworfenen Baumhäuser hängen fünf bis sechs Meter über dem Waldboden und sind an lebenden Kiefern befestigt. Innen organisiert sich der kleine Raum um den Stamm, der nicht versteckt, sondern zum Zentrum des Entwurfs wird. Auf nur 15 Quadratmetern entsteht ein konzentrierter Rückzugsort, der mit Holz, Blickachsen und der steilen Topografie arbeitet.
4. »Bert«, Steirereck am Pogusch, Österreich
In der Steiermark bekommt das Baumhaus eine fast märchenhafte Silhouette. Die »Bert«-Baumhäuser beim Steirereck am Pogusch wurden von Precht und Baumbau als modulare Holzkonstruktionen entwickelt und sind romantisch in den Wald eingebettet. Runde Volumen, Lärchenschindeln und große Öffnungen lassen die Häuser wie bewohnbare Baumstämme wirken. Statt über dem Wald zu schweben, wachsen die Häuser als vertikale Holzskulpturen aus der Landschaft heraus und schaffen ein Sommerrefugium mit Blick auf das Hochschwabmassiv.
5. »Tree Snake Houses«, Pedras Salgadas, Portugal
In Portugal verwandelt sich das Baumhaus in eine begehbare Skulptur zwischen den Bäumen.Die »Tree Snake Houses« im Pedras Salgadas Spa & Nature Park stammen von Luís Rebelo de Andrade und Tiago Rebelo de Andrade. Ihre langgezogenen Formen ruhen auf Pfählen und verzichten auf rechte Winkel, wodurch sie sich beinahe organisch zwischen die alten Bäume legen. Schiefer und Holz geben den Häusern eine natürliche Hülle, während die kompakte Architektur den alten Park als eigentlichen Luxus spürbar macht.
Architektur im Schatten der Bäume
Baumhäuser sind heute weit mehr als romantische Waldfantasien. Sie verbinden Architektur mit Landschaft, nutzen Schatten als Qualität und machen den Wald selbst zum wichtigsten Teil des Erlebnisses.