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Space-Age im Interior: Zurück in die Zukunft

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Rundungen, Chrom und Hochglanz sind zurück und zeigen, wie futuristische Designideen heute in eine neue, wohnliche Form übersetzt werden.

Der neue Space-Age-Look erscheint heute nicht als Retrokulisse, sondern als verfeinerte Form eines alten Zukunftsbildes. Runde Volumen, spiegelnde Oberflächen und organische Linien tauchen wieder häufiger auf, werden nun aber meist mit Stoffen, Holz und weicheren Materialien kombiniert.

Als Zukunft noch Form bekam

Seinen Ursprung hat der Stil in den 1950er bis 1970er Jahren, als Raumfahrt, neue Kunststoffe und industrielle Fertigung das Design grundlegend veränderten. Möbel sollten nicht länger nur vertraute Mustern fortführen, sondern eine andere Zeit vorwegnehmen. Kapselartige Formen, glänzende Oberflächen und großzügige Sitzlandschaften standen für Aufbruch und eine neue Vorstellung von Wohnen. Zu den prägenden Gestaltern dieser Jahre zählt Verner Panton, der Form, Farbe und Raum als zusammenhängendes Erlebnis dachte. Mehr dazu in unserem Beitrag »100 Jahre Designlegende Verner Panton. Radikal, bunt, visionär«.

Bézier von Minotti

Mit Bézier zeigt Minotti, wie sich Space Age heute erzählen lässt. Das von Marcio Kogan und Studio MK27 entworfene System besteht aus organischen, frei kombinierbaren Sitzelementen und arbeitet mit unregelmäßigen Volumen sowie fließenden Formen. Für den neuen Space-Age-Look ist das ein stimmiges Beispiel, weil Bézier die Idee der Kurve in eine aktuelle, großzügige Wohnlandschaft überführt.

Panthella von Louis Poulsen

Kaum eine Leuchte macht so anschaulich, wie eng Licht und Form im Space-Age-Design zusammengehören. Verner Panton entwickelte Panthella 1971 gemeinsam mit Louis Poulsen. Kennzeichnend sind ihre organische Silhouette sowie das Zusammenspiel von Fuß und Schirm, die beide als Reflektoren gedacht sind und ein weiches, blendfreies Licht erzeugen. Im heutigen Interieur erscheint Panthella damit als ein Objekt, das Atmosphäre und Formbewusstsein zusammenführt.

Tafla O von Zieta Studio

Anders als klassische Spiegel setzt Tafla O von Zieta Studio nicht auf reine Funktion, sondern auf Präsenz im Raum. Die Serie besteht aus organisch geformten Spiegeln aus hochglanzpoliertem Edelstahl, deren Formen an flüssige Tropfen erinnern. Sie können einzeln wie ein Wandobjekt wirken oder als Komposition eingesetzt werden.

Flair O’ von B&B Italia

Auch Flair O’ von B&B Italia erzählt den Space-Age-Gedanken nicht über Effekte, sondern über Kontur und Komfort. Der von Monica Armani entworfene Stuhl verbindet eine gepolsterte Sitzschale mit einer umhüllenden Rückenlehne und einer markanten Basis. Die klare Geometrie wird hier durch weichere Formen ausbalanciert. Daraus entsteht eine Wirkung, die eigenständig erscheint und zeigt, wie gut sich futuristische Linien heute in zeitgemäße Interieurs einfügen.

Zukunft in wohnlicher Form

Seine Stärke zeigt der Space-Age-Look heute vor allem dann, wenn er nicht als vollständiges Stilbild auftritt, sondern über einzelne, klar gesetzte Stücke eingebunden wird. Schon wenige Elemente können ausreichen, um den futuristischen Impuls sichtbar zu machen. So lebt eine historische Designidee in Form einer aktualisierten Wohnsprache mit neuer Relevanz weiter.

Sebastian Krebitz
Sebastian Krebitz
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