Das »Roomz Wien Gasometer« wurde von der »Plaza Hotelgroup« gekauft. © Roomz
Österreichische Hotelbetreiber zunehmend auch als Investoren aktiv
Der österreichische Hotelinvestmentmarkt war 2023 von Herausforderungen geprägt, die sich in einem deutlich reduzierten Gesamttransaktionsvolumen äußern.
von Alexander Schöpf
01. Februar 2024
Das Jahr 2023 war für den österreichischen Hotelinvestmentmarkt von einer anspruchsvollen Finanzierungslandschaft, hohen Zinsen und vorsichtigen Investoren geprägt. Das Gesamttransaktionsvolumen von etwa 270 Millionen Euro spiegelt die Herausforderungen der Branche wider. Im Rekordjahr 2019 betrug das Transaktionsvolumen noch über 1,2 Milliarden Euro. Das Beratungsunternehmen »Christie & Co« bietet Einblicke in die Entwicklungen des Marktes.
Verschiebung im Käuferprofil
Trotz anspruchsvoller Bedingungen im ersten Halbjahr zeigte sich im zweiten Halbjahr eine leichte Erholung. Während in den ersten sechs Monaten Hotelimmobilien im Wert von 100 Millionen Euro den Besitzer wechselten, investierten die Anleger in der zweiten Jahreshälfte etwa 170 Millionen Euro.
Auffällig ist eine Verschiebung im Käuferprofil. Im Jahr 2023 waren vor allem Hotelbetreiber aktiv, die 58 Prozent aller Transaktionen selbst durchführten, im Vergleich zu 17 Prozent im Jahr 2022. Ein Beispiel dafür ist eine Portfoliotransaktion, bei der die deutsche »Plaza Hotelgroup« beiden Businesshotels »Roomz Wien Gasometer« (133 Zimmer) und »Roomz Graz« (152 Zimmer) übernommen hat. Diese werden nun unter der Marke »Plaza Inn« geführt.
Alternative Nutzung gewinnt an Bedeutung
Der Trend aus dem ersten Halbjahr setzte sich bis zum Jahresende fort, wobei etwa 65 Prozent des Transaktionsvolumens in Wien verzeichnet wurden. Die alternative Nutzung von Hotelimmobilien gewinnt an Bedeutung. Ein Beispiel ist der Verkauf eines Studentenwohnheims in Wien, das künftig als soziale Wohneinrichtung genutzt werden soll.

Auch außerhalb der Städte gab es bedeutende Transaktionen, wie den Wechsel des »Aldiana Club Ampflwang« in Oberösterreich im Juli 2023, der von »DER Touristik» erworben wurde. »Christie & Co« begleitete die Akquisition. Fast 60 Prozent der Investoren kamen 2023 aus Österreich, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 44 Prozent im Jahr 2022. »Die Zurückhaltung der Investoren ist spürbar, aber es freut uns, dass einige Käufer aktiv am Markt sind«, so Simon Kronberger, Director Austria & CEE bei Christie & Co.
Deutliche Erholung
Trotz Herausforderungen zeigt der touristische Markt in Österreich eine deutliche Erholung. Preissteigerungen haben positive Auswirkungen auf den Hotelmarkt, der durchschnittliche Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) stieg im Vergleich zu 2019. Die Auslastungszahlen nähern sich dem Vorkrisenniveau, was auf eine Erholung der touristischen Nachfrage hinweist.
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