Die »MS Austria« vor Dürnstein. © Brandner Schifffahrt GmbH

Die »MS Austria« vor Dürnstein.

© Brandner Schifffahrt GmbH

Linienschifffahrt: »Brandner Schiffahrt« zieht sich aus der Wachau zurück

»DDSG Blue Danube« übernimmt Schiffe des Wallseer Personenschifffahrtsunternehmens, das seine strategischen Schwerpunkte neu setzen will.

von Alexander Schöpf
10. Januar 2024

»Brandner Schiffahrt« hat mit Jahresbeginn ihre Linienschifffahrtsaktivität in der Wachau beendet. Am 8. Jänner hat das Wallseer Personenschifffahrtsunternehmen deshalb mit der »DDSG Blue Danube« – ein Tochterunternehmen von »Verkehrsbuero« und Wien Holding – eine Vereinbarung für den Verkauf der »Brandner«-Schiffe »MS Austria» (Baujahr 1970, 59 Meter Länge) und »MS Austria Princess« (Baujahr 1998, Länge 40,2 Meter) geschlossen.

Die beiden Schiffe werden in die aus bisher sieben Schiffen bestehende Flotte der »DDSG Blue Danube« integriert und künftig im bekannten rot-weißen Design ablegen.

Mehr tägliche Linienfahrten

»Während die ›MS Austria‹ in der Wachau stationiert bleibt, wird die ›MS Austria Princess‹ ab der kommenden Saison in rot-weißen ›DDSG Blue Danube‹-Farben auf Fahrt gehen und im Linienverkehr auf dem Donaukanal sowie für Charter zum Einsatz kommen. Bereits in den nächsten Tagen werden die beiden Schiffe auf den nautischen Standard der ›DDSG Blue Danube‹ gebracht«, verrät ›DDSG Blue Danube«-Geschäftsführer Wolfgang Hanreich aus.

Sein Geschäftsführerkollege Wolfgang Fischer ergänzt: »Mit dem Flottenzuwachs bietet die ›DDSG Blue Danube‹ künftig nicht nur mehr tägliche Linienfahrten in der Wachau an 150 Tagen in der Saison, sondern schafft auch neue Kapazitäten für die stark nachgefragten Charter- und Themenfahrten. Durch den Kauf der Schiffe steigert die ›DDSG Blue Danube‹ ihr Passagiervolumen nach dem Rekordjahr 2023 um ein Drittel.«

»Es war für mich wichtig, dass die ›MS Austria‹, die Königin der Wachau, auch weiterhin hier in Würde eingesetzt wird«, beschreibt »Brandner Schiffahrt«-Chefin Barbara Brandner einen wesentlichen Grund für die Käuferauswahl. »Wir sind überzeugt, dass der Geist, die Kraft und die Liebe, die in den beiden ›Brandner‹-Schiffen stecken, aufgenommen und in Würde weitergetragen werden. Den neuen Eigentümern, den beiden Schiffen und ihren Besatzungen und allen Gästen wünschen wir nur das Beste.«

Vision erfüllt

Der Grund für den Rückzug von »Brandner« von der Linienschifffahrt in der Wachau liegt in einer Neuausrichtung der unternehmerischen Schwerpunkte des 1995 gegründeten Unternehmens. Die nautische Kernkompetenz werde weiterhin bei der Entwicklung der Schiffsanlegestellen an der Donau zum Einsatz gebracht sowie Eingang in das Portfolio von Ingenieurleistungen bei Donau-nahen Projekten finden, teilt das Wallseer Personenschifffahrtsunternehmen mit. Die Befassung mit dem »kleinen und feinen« Weingut in Rossatz und dem Lokal »Die Flößerei« mit Blick auf den blauen Turm von Dürnstein bildet einen weiteren unternehmerischen Fokus.

»Meine Vision, stilvolle Linien- und Charterschifffahrt auf der Donau zu entwickeln und eine Dynamik anzustoßen, die zu neuen Sichtweisen und gesamthaft zu einer Qualitätssteigerung geführt hat, ist für mich erfüllt. Nach 28 Jahren erfolgreichen Wirkens mit meinen beiden Schiffen ›MS Austria‹ und ›MS Austria Princess‹ möchte ich nun neue Wege gehen und meinen Geist und meine Erfahrung, mein inneres Drehbuch für neue Projekte einsetzen«, verrät Barbara Brandner.

Der Einstieg von Brandner in das Personenschifffahrtsgeschäft hatte durchaus revolutionäre Züge. Die Unternehmerin führte leistbares Fine Dining genauso wie Tages- und Abendthemenfahrten auf der Donau ein. Dazu gehörten etwa der sonntägliche »MS Austria«-Dixie-Brunch mit Live-Musik oder die »Dürnstein bei Nacht«-Candlelight-Abendfahrt mit Tanz.

Optimierung des Linienverkehrs

Die »DDSG Blue Danube« will den Linienverkehr in der Wachau bereits in der bevorstehenden Saison optimieren. Dem nautischen Personal der »Brandner Schifffahrt« werde eine Weiterbeschäftigung angeboten, teilt die neue Schiffseigentümerin mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Weitere Details wollen die »DDSG Blue Danube« und ihre Eigentümer im März 2024 im Rahmen eines Mediengesprächs bekanntgeben.

»Die Integration der ›MS Austria‹ und ›MS Austria Princess‹ markiert einen Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der ›DDSG Blue Danube‹. Die starke Marktposition der ›DDSG Blue Danube‹ im Tourismus ist die optimale Voraussetzung, um mit der vergrößerten Flotte weiter auf Erfolgskurs zu steuern. Der nachhaltige Ausbau des Angebots in Wien und Niederösterreich ist ein Gewinn für die Tourismuswirtschaft und steigert die Attraktivität für internationale Gäste«, zeigt sich »Verkehrsbuero«-Vorstandschef Martin Winkler überzeugt.

»Wir sind stolz darauf, dass die künftig neun Schiffe der ›DDSG Blue Danube‹ weit über 400.000 Passagiere pro Jahr befördern werden, die an Bord die Donau neu erleben können. Gemeinsam mit den vier Museen werden die Kultur- und Freizeitbetriebe der Wien Holding deutlich über eine Million Menschen pro Jahr begrüßen«, betont Wien-Holding-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer abschließend.

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