Marc Thümmel, Foto beigestellt

Marc Thümmel: »Was ist schlimmer als die Frage: war ich jetzt auf Mallorca oder Korsika?«

Der General Manager des »TOP Hotel Hochgurgl« spricht im Interview mit Falstaff PROFI über die Premiere des FIS Alpine Skiweltcup in Hochgurgl, logistische Herausforderungen auf 2.150 Metern, wie man sich als Luxusresort heutzutage positionieren muss und die berühmte Tiroler Gastfreundschaft.

von Julia Weninger
14. November 2023

Der FIS Alpine Skiweltcup hält erstmals Einzug in Gurgl mit einem Slalomrennen der Herren zum Saisonauftakt am 18. November. Das »TOP Hotel Hochgurgl« hat dabei quasi einen Platz in der ersten Reihe, liegt es doch direkt unterhalb der Rennstrecke. Falstaff PROFI hat dies zum Anlass genommen, mit dem neuen General Manager des »TOP Hotel Hochgurgl«, Marc Thümmel, über die Vorbereitungen auf den Weltcup, die von Spitzen-Sommelier Ralf Frenzel kuratierte Weinkarte, die logistischen Herausforderungen eines Hotels auf über 2.000 Metern und über die Besonderheiten der gehobenen Alpen-Hotellerie zu sprechen.

PROFI: Der FIS Alpine Skiweltcup hält erstmals Einzug in Gurgl mit einem Slalomrennen der Herren zum Saisonauftakt am 18. November. Wie bringen Sie ihr Hotel dafür in Pole-Position?

Thümmel: Eigentlich liegt das »TOP Hotel Hochgurgl« ja bereits an der Pole-Position mit der Piste direkt vor der Tür. Aber auch unabhängig von der Lage haben wir die Zeit bis zur Eröffnung genutzt, um unseren Gästen zum Weltcup Besonderes zu bieten: Das Haus erstrahlt in neuem Glanz und kulinarisch konnten wir absolute Weltklasse für uns gewinnen: Unsere Weinkarte für diese Saison wurde von Spitzen-Sommelier Ralf Frenzel kuratiert! In unserem Weinkeller finden sich einige wirklich herausragende Positionen. Darüber hinaus kann man über eine Buchung bei uns VIP-Tickets für den Weltcup ergattern. Wir bieten also ein exklusives Rundum-Erlebnis mit Spitzensport und feinster Kulinarik.

Ist es eine logistische Herausforderung?

Auf 2.150 Metern ist die Logistik immer eine Meisterleistung. Ich kann mich allerdings auf ein eingespieltes Team und langjährige, erfahrene Partner verlassen. In unserem Haus kennt jeder seine Aufgaben und weiß, worauf es unseren Gästen ankommt. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in dieser Saison wieder viele Gäste begeistern können. 

Wie sieht die Gästestruktur bei so einem Großereignis aus?

Wir sind ein anspruchsvolles Hotel für ein exklusives Rundum-Erlebnis im Ski-Urlaub. Der überwiegende Teil unserer Gäste ist also ohnehin Ski-begeistert, daher sehe ich wenig Veränderung in unserer Gästestruktur.

Sie waren zuvor im »Grand Tirolia« und im »A-ROSA Kitzbühel« tätig, welche Erfahrungen von dort bringen Sie nun im »TOP Hotel Hochgurgl« ein?

Die Alpen-Hotellerie, besonders im höheren Segment, hat ihre Besonderheiten. Wir haben es mit Gästen zu tun, die höchste Standards und besonderen Service erwarten. Durch meine Erfahrung weiß ich, dass es hier auf höchste Professionalität ankommt. Gleichzeitig erwarten Gäste in Tirol aber eine gewisse Herzlichkeit, mit der sie empfangen werden wollen. Das ist nicht vergleichbar mit einem Hotel in der Stadt oder in anderen Skiregionen außerhalb Tirols. 

Wie müssen sich Hotels heuer positionieren, um in der Wintersaison 2023/24 Erfolg zu haben?

Die Teuerung in Europa hat vielen meiner Kollegen, die auch im Sommer geöffnet haben, das Leben schwer gemacht. In Mittelstrecken-Entfernung haben Länder außerhalb Europas diesen Sommer preislich einfach einen Vorteil gehabt. Im Winter gibt es hier für den Skisport allerdings nicht so viele Möglichkeiten, entsprechend erwarte ich keinen Rückgang der bisher guten Märkte. Durch unsere schneesichere Lage haben wir im Besonderen wieder die besten Voraussetzungen, weiterhin erfolgreich zu sein.

Sie haben dabei ja das Glück, eine sehr lange Saison von Mitte November bis Ende April zu haben?

Aufgrund unserer Höhenlage und Schneesicherheit sind wir besonders gesegnet. Hier kommt es darauf an, dies gemeinsam mit unserem Tourismusverband auch zu transportieren. Der FIS Alpin Worldcup wird uns nochmals einen extra Schub in dieser Hinsicht geben. Es gibt nur wenige Gebiete, in denen man so früh und so lange dem Ski Sport frönen kann.

Tiroler Gastfreundschaft ist ja nicht nur ein Sprichwort, sondern wird von vielen Gastronomen ja wirklich gelebt. Wie wird Sie in ihrem Hause spürbar?

Im »TOP Hotel Hochgurgl« spürt man den Tiroler Charme bereits durch die wundervolle Inneneinrichtung, mit vielen Holzelementen in unserer Gastronomie, die teilweise viele Jahrhunderte alt sind. Und in der Gastronomie sind es dann auch die Klassiker der Tiroler Küche, mit der Verwendung lokaler Produkte, die unsere regionale Verbundenheit kulinarisch erlebbar machen. Die besondere Tiroler Gastfreundschaft aber kann nur durch die Menschen, also durch mein Team, zum Leben erweckt werden. Und das bedeutet hier, dass wir mit ausgesuchter Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft auf unsere Gäste zugehen – eine respektvolle, freundschaftliche Dienstbarkeit, die keinen Wunsch offenlässt.

Sie sind ja Teil der »12.18. Hotel Collection« – kann man in so einem Zusammenschluss überhaupt regionale Werte hervorheben?

Selbstverständlich. Innerhalb der »12.18. Hotel Collection« wird den Hoteldirektoren völlige Freiheit gewährt und Individualität geradezu gefordert –den regionalen Charakter der Objekte zu betonen wird absolut unterstützt. Entsprechend der Philosophie der »12.18. Group« ist Individualität ein wichtiger Schlüssel zu einem perfekten Urlaub. Das schließt das Erlebnis der Destination natürlich ganz besonders mit ein. Was ist denn schlimmer als ein Hotel, bei dem man sich ständig fragt: war ich jetzt auf Mallorca oder Korsika?

https://www.falstaff.com/at/news/insidertipps-ein-tag-in-gurglSeine Insider-Tipps für einen perfekten Tag in Gurgl hat Marc Thümmel den Kolleg:innen von Falstaff Österreich verraten.

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