Barrierefrei erlebbar: die Gläsernen Gärten am Glasmuseum Frauenau.
© erlebe.bayern/Dietmar Senger
So wurde der Bayerische Wald zur größten barrierefreien Urlaubsregion Deutschlands
Barrierefreiheit ist auch im Tourismus längst kein Nischenthema mehr.
von Alexander Schöpf
13. September 2023
Der Arber ist der höchste Berg des Bayerischen Waldes und in das Berghaus auf dessen Gipfel zu kommen, ist für jeden zu schaffen. Dafür sorgen die Gondel und ein gläserner Aufzug, die einen barrierefreien Aufstieg ermöglichen. Barrierefreiheit ist im Bayerischen Wald ein wichtiges Thema: Jüngst hat die Urlaubsregion die Auszeichnung zur »Tourismusregion Barrierefreiheit geprüft« für Urlaubs- und Ausflugsideen für Menschen mit und ohne Einschränkungen erhalten.
Barrierefreiheit als Qualitäts- und Komfortmerkmal
Zahlreiche Angebote quer über das 6.000 Quadratkilometer große Waldgebirge sind zertifiziert nach dem bundesweit gültigen Kennzeichen »Reisen für Alle«. Damit ist das Mittelgebirge die größte Urlaubsregion Deutschlands, die flächendeckend barrierefreie Freizeit- und Urlaubsangebote bereithält.

»Uns war es wichtig, ganz konkrete Urlaubsangebote hervorzuheben, die barrierefrei erlebbar sind. Die Keimzelle der Initiative liegt in einem Pilotprojekt ›Reisen für alle‹, welches vor rund fünf Jahren in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau, in der Ferienregion und in der Verwaltung Nationalpark Bayerischer Wald durchgeführt wurde und zur ersten Zertifizierung dieser Teilregion des Bayerischen Waldes geführt hat«, verrät Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern, im Gespräch mit Falstaff PROFI. »Jetzt ist der gesamte Bayerische Wald zertifiziert. Wir sind damit die größte barrierefreie Urlaubsregion Deutschlands. Zugleich schaffen wir ein vielfältiges und doch sehr spezialisiertes Urlaubs- und Freizeitangebot für alle Menschen. Das stärkt den Tourismus, denn Barrierefreiheit ist ein Qualitäts- und Komfortmerkmal.«
»Die Zielgruppe wächst täglich«
Zehn Prozent der Bevölkerung sind auf Barrierefreiheit angewiesen, während sie für 40 Prozent hilfreich ist. Und komfortabel ist sie für alle: Denn auch wer mit einem Kinderwagen vor einer Treppe steht, Menschen mit Sportverletzungen oder Reisende mit einem Rollkoffer wissen Barrierefreiheit zu schätzen.
Daher sei Barrierefreiheit auch im Tourismus kein Nischenthema mehr, sondern werde aktiv gefördert, weiß Michael Braun: »Barrierefreiheit bedeutet für uns im Tourismus eine Einladung an alle, die Schönheit des Bayerischen Waldes zu erkunden und zu genießen. Zugleich ist es ein wachsender Wirtschaftsfaktor. Die Zielgruppe wächst täglich, denken wir nur an die große Gruppe der Babyboomer, die jetzt älter wird. Aber genauso freuen sich Familien mit Kindern über die Annehmlichkeiten von barrierearmen und barrierefreien Angeboten.«
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