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© Getty Images / Morten Falch Sortlan

Norwegen: Spektakuläre Natur und tolle Infrastruktur

Geheimtipps
Camping
Norwegen

Es gibt hier zu viel zu sehen, um stehen zu bleiben. Jeder Winkel des Landes: ein kleines Naturwunder. Jeder Moment von »Friluftsliv«: ein Stück Glück. Deshalb gibt es in Norwegen ein Netz von Routen, die einen beim glücklichen Umherstreifen so richtig in Fahrt bringen.

»Kun den som omstreifer, finner nye veier«, besagt ein norwegisches Sprichwort: »Nur wer umherstreift, findet neue Wege.« In Norwegen, diesem dünn besiedelten Land, in dem sich Fjorde wie blaue Adern durch Berg­rücken ziehen, wo sich Wälder wie grüne Meere und weiter oben die saftigen, von Moos und Flechten bewachsenen Hochebenen ausdehnen, da wird das Umherstreifen zur Pflicht. 

»Der Weg ist das Ziel« trifft auf Campen in Norwegen zu

Wer mit dem eigenen Auto anreist, kann in Bergen oder Oslo in die beeindruckende Welt der Kunst und Kultur eintauchen – sie ist sehens- und erlebenswert, keine Frage. Die Seele des Landes aber liegt abseits der Städte: Norwegen ist ein Eldorado für Outdoor-Liebhaber, das selbst – oder vielmehr gerade – abseits der Hauptsaison seinen Charme entfaltet. Im Herbst leuchten die ­Wälder in Gold- und Rottönen, im Winter tanzt das Nordlicht über ­verschneite Gipfel und eiskalte Seen. Es sind Naturschauspiele, die ­bezaubern und von denen man so viele wie möglich erleben möchte.

Vielfältiges Angebot für das Leben in der freien Natur

Die Infrastruktur für Camper ist hervorragend ausgebaut – von idyllisch gelegenen »Bobilplassen«, wie Norweger ihre Stellplätze nennen, bis zu klassischen Campingplätzen. Das Leben in der freien Natur, so die Überzeugung der Einheimischen, macht uns zu glücklicheren Menschen; und so gehört das sogenannte »Friluftsliv« zur norwegischen Seele wie auch Langlauf und Wollpullover. Wer braucht ein Hotelzimmer, wenn man seine Schlafstätte am rauschenden Fluss aufschlagen kann; wer ein edles Gourmetrestaurant, wenn man seinen Klapptisch mit norwegischen Spezialitäten füllen kann? Räucherlachs, Krabben, Brunost-Käse, frische Beeren – und dazu magischer Weitblick über die umliegende Landschaft.

Routen verbinden die schönsten Sehenwürdigkeiten

Weil etwas Orientierung bei aller Liebe zum ziellosen Umherstreifen trotzdem nicht schaden kann, hat das Land 18 Landschaftsrouten zusammengestellt, die auf über insgesamt 2.200 Kilometern die schönsten Abschnitte des Landes verbinden. Doch entlang der Strecke warten nicht nur Naturwunder – wie tosende Wasserfälle, Strände, einsame Bergrücken und die charakteristischen Fjordlandschaften –, sondern auch menschengemachte Attraktionen: In Zusammenarbeit mit renommierten Architekten und Designern entstanden originelle Rastplätze und Kunstinstallationen, die Ästhetik mit Funktionalität sowie Natur mit Kultur verbinden.

Die längste Route, Helgelandskysten, schlängelt sich auf über 433 Kilometer an der beeindruckenden Küste Nordnorwegens entlang. Sie verläuft von Godøystraumen im Norden bis zum südlichen Endpunkt in Holm. Nicht nur wegen der sechs Fährfahrten sollte man ausreichend Zeit einplanen, sondern vor allem wegen der sich ständig wechselnden Szenerie, die zum dauernden Anhalten, Aussteigen und Staunen verlockt. Die südlich verlaufende Route Jæren besticht mit Sandstränden, Dünenlandschaften und traditionellen Fischer­dörfern – sie ist etwa 130 Kilometer lang und verläuft zwischen Bore und Flekkefjord. Hardanger führt auf knapp 160 Kilometern durchs Landesinnere, vorbei an spektakulären Fjorden, Wasserfällen und Felsformationen wie Trolltunga, der über dem Abgrund schwebenden »Trollzunge« – es handelt sich dabei um ­einen circa zehn Meter langen, waagerecht verlaufenden Fels­vorsprung hoch über dem Stausee Ringedalsvatnet.

Weltbeste Cider aus Plantagen entlang der Fjorde

Im Herbst beginnt hier die Apfelernte. Englische Mönche entdeckten vor rund 1.000 Jahren, dass die steilen Hänge entlang der Fjorde (so steil, dass die Ernte vielerorts nur mit der Hand erfolgt) optimale Bedingungen für den Obstanbau bieten: Der aus diesen ­Äpfeln erzeugte Saft und Schaumwein gilt als der beste der Welt; Letzterer wird gerne als »Champagner unter den Apfelcidern« bezeichnet. Geschichten und Entdeckungen wie diese gibt es überall im Land. »Omstreifer« lautet das Zauberwort: Umherstreifen – und dabei neue Wege entdecken. 

REISETIPPS

Camping

Nasjonale Turistveger
Infos zu den 18 Landschaftsrouten (nicht jede ist für große Camper geeignet
und ganzjährig befahrbar). nasjonaleturistveger.no

Bobilplassen
Infos zu Stellplätzen.
bobilplassen.no

Campingplätze
Camping in Norwegen.
camping.no

Weitere Unterkünfte

Woodnest
Baumhausunterkunft, wie ein Nest mitten im Wald; nahe Bergen.
woodnest.no

Hanseatic Hotel
Ein historisches Haus aus dem 17. Jahrhundert.
en.dethanseatiskehotel.no

Tyssedal Boutique Hotel
Hübsches Haus mit Kunstsammlung, nahe der »Trolltunga«.
tyssedalhotel.no

Treetop Panorama Apartments
Der Name ist Programm.
hardangerfjordtun.no

Hotel Ullensvang
Ein historisches Hotel direkt am Wasser; freundliche Atmosphäre. hotelullensvang.no

Cidre

Alde Sider am Hof Bleie am Sørfjorden
Liegt an einem Seitenarm des Hardangerfjords – der Cidre aus Hardanger wurde 2018 zum besten Norwegens gekürt.
aldesider.no


Verena Carola Mayer
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