Zum Inhalt springen
© Shutterstock

Zwischen Zen und Zukunft: Trend-Reiseziel Japan

Reisetipps
Trend
Japan
Kulinarik
Fernreisen
Geheimtipps

Japan gehört zu den spannendsten Destinationen unserer Zeit – nicht nur wegen seiner pulsierenden Städte und jahrtausendealten Kultur, sondern auch wegen einer Esskultur, die ebenso feinfühlig wie kompromisslos ist.

Hohe Präzision, atemberaubende Ästhetik und exzellente Zutaten – Gang für Gang für Gang spiegelt das Kaiseki-Mahl im «Hyotei» (drei Michelin-Sterne) in Kyoto die Stärken und die Kunst japanischer Küche. Eine Ausnahme ist dieses Ausnahmemenü aber keineswegs: Auch über diese Fine-Dining-Oase hinaus entdeckt man in Japan Köstlichkeiten im Überfluss – kein Wunder, dass die Landesküche zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. 

Schon in Tokio, wo für viele die Reise beginnt, geht es los mit einem kulinarischen Rausch: Ganz gleich ob man fangfrische Fische und Meeresfrüchte, Tempura, Tonkatsu und Tepanyaki geniessen will, ob man einen der begehrten Plätze für eine dampfende Schüssel des würzigen Tantanmen-Ramen bei «Nakiryu» ergattern kann oder ob man im Drei-Sterne-Restaurant «Harutaka» Sushi in Vollendung erlebt. In keiner anderen Stadt weltweit wurden so viele Michelin-Sterne verliehen wie in Tokio.

Zwischen Neon und Natur

Dabei zeigt sich Japan ausländischen Reisenden gegenüber aufgeschlossener denn je und oszilliert höchst aufregend, eigen und berauschend schön zwischen Hightech-verliebter Moderne und starkem Traditionsbewusstsein. Eine Monarchie mit Kaiser, zu der Kirschblüten-Obsession und Tempelkultur genauso gehören wie Hightech-Faszination, grelle Popkultur und Nachtleben im Schein unendlicher Neonlichter. Hat man sich zunächst von Tokio, der grössten Megametropole der Erde, in den kontrastreichen Stadtvierteln vom schicken Ginza bis zum trendigen Shibuya berauschen lassen, geht die Reise weiter Richtung Westen – mit dem Shinkansen, dem pünktlichsten Schnellzug der Welt. 

Eine Zugstunde entfernt taucht der Fuji vor den Fenstern auf – wenn er mal nicht gerade wieder hinter einer Nebelwand verschwunden ist. Auch vom Hotel «FUFU Kawaguchiko» aus hat man einen Blick auf den ikonischen Berg, während man in diesem luxuriösen Ryokan nahe dem Kawaguchi-See eine Verbindung zwischen Tradition und modernem Design erlebt und dabei im privaten Onsen abtaucht. Diese heissen Bäder, die man landesweit findet, gehören schliesslich so zu Japan wie Höflichkeit, Ruhe und Rücksichtnahme im öffentlichen Miteinander.

Kultur, Kulinarik, Kontraste

Geht es weiter nach Westen, kommen die Highlights Schlag auf Schlag: die vielen Tempel in der traditionell geprägten, alten Kaiserstadt Kyoto, der Palast von Nara und das Nachtleben sowie die überbordende Kulinarik in der pulsierenden Metropole Osaka. In Kobe wiederum kann man das berühmte, zart schmelzende Rindfleisch der Region in zahlreichen hochklassigen Restaurants geniessen. Und mit Hiroshima erlebt man eine Stadt, die nach der atomaren Katastrophe wie ein Phönix aus der Asche auferstanden ist und mit weiteren regionaltypischen Spezialitäten aufwartet: Austern und Okonomiyaki, die japanischen Omeletten, die vor den Augen geschichtet werden.

All diese Eindrücke dürften allerdings nur ein Anreiz sein, noch tiefer einzutauchen in dieses faszinierende Land – von der wilderen Natur in Hokkaido im Norden bis zu den weissen Sandstränden auf den Inseln Okinawas im Südwesten.

Adressen
Trunk Yoyogi Park
Der Outdoorpool direkt am Grün des Yoyogi Parks ist schon eine luxuriöse Besonderheit. Abgesehen davon ist das «Trunk Hotel» eine intime Oase zum Auftanken im aufgekratzten Shibuya – im stilvoll-minimalistischen Design.
1-15-2, Tomigaya, Shibuya Ward, 151-0063 Tokio
T: +81 35 4543210
Seikoro
Sehr traditionell japanisch übernachtet man im charmanten, historischen Ryokan «Seikoro». In den Zimmern wird Frühstück und Dinner im Kaiseki-Stil serviert. Zudem gibt es natürlich auch, wie in Japan üblich, ein Onsen.
467 Nishitachibana-cho, Higashiyama-ku, Kyoto
T: +81 75 5610771
Fufu Kawaguchiko
Ein modern interpretiertes Ryokan: stille Architektur, private Onsen, natürliche Materialien und lokale Kaiseki-Küche – alles mit unmittelbarem Blick auf den Fuji.
2211-1 Mizuguchi, Kawaguchi-Aza, Fuji-Kawaguchiko-Machi, Minamitsuru-Gun, Yamanashi, 401-0304
T: +81 57 0011722
Harutaka
Topadresse für Omakase-Sushi. Unter Harutaka Takahashi, Schüler des legendären Sushi-Meisters Jiro Ono, bietet das einzige Sushi-Restaurant Tokios mit drei Michelin-Sternen höchste Präzision und Handwerkskunst.
6F, 8-3-1 Ginza, Chuo-ku, 104-0061 Tokio
T: +81 33 5731144
 
Nakiryu
Erstklassige Ramenbar, bekannt für ihre leuchtend rote Tantanmen und Dan-Dan-Nudeln. Bib-Gourmand-prämiert, oft mit langer Warteschlange, bleibt das Lokal ein Fixpunkt der Ramenszene.
2-34-4 Minamiotsuka, Toshima-ku, 170-0005 Tokio
T: +81 36 3041811
 
Hyotei
Die Geschichte des «Hyotei»-Restaurants reicht rund 450 Jahre zurück. Genauso atemberaubend ist die Küche mit ihren kunstvollen Kaiseki-Menus, für die Michelin drei Sterne vergeben hat.
35 Nanzenji Kusakawacho, Sakyo Ward, 606-8437 Kyoto
T: +81 75 7714116

Erschienen in
Falstaff Magazin Österreich Nr. 10/2025

Zum Magazin

Jetzt bestellen

Sascha Rettig
Sascha Rettig
Mehr zum Thema
1 / 12