Spiritual Travel: Reisetrend für Sinnsuchende
Warum Menschen reisen, hat verschiedene Gründe. In einer Welt, die immer lauter, schneller und komplexer wird, steckt dahinter oft auch der Wunsch nach innerer Ruhe und echten Verbindungen. Daraus hat sich mit »Spiritual Travel« ein Reisetrend entwickelt.
Die Sehnsucht, zu sich selbst zu finden, innerlich zufrieden und ausgeglichen zu sein und sich mit etwas Größerem zu verbinden, ist der ideale Nährboden für Spiritual Travel. Ob es sich dabei um einen kurzlebigen Trend handelt oder es sich dabei um einen Ausdruck gesellschaftlichen Wandels handelt, lässt sich aktuell noch nicht absehen. Fest steht aber, dass sich immer mehr Menschen auf die Reise zu sich selbst begeben.
Was ist Spiritual Travel überhaupt?
Wer sich auf eine spirituelle Reise begibt, muss nicht unbedingt mit dem Dorfpfarrer und dem Kirchenchor auf dem Weg nach Rom sein. Oder sich gar in eine Kloster einquartieren. Beim Spiritual Travel geht es darum, bewusst zu reisen. Im Vordergrund steht dabei die Absicht, innerlich zu wachsen, zu Ruhe zu finden und sich selbst zu begegnen. Vielleicht sogar, neue Seiten an sich selbst zu entdecken. Statt Sightseeing gibt's also Nabelschau und Selbsterfahrung. Bestandteile eines derartigen Trips können auch Yoga, Meditation, Retreats, Naturerlebnisse oder die Anwendung alter Heiltraditionen wie Ayurveda, Schamanismus oder Curanderismo sein. Selbst psychedelic Retreats können in die Kategorie Spiritual Travel fallen.
Wie entstand der Reisetrend Spiritual Travel?
Spiritualität galt lange Zeit als Nischenthema. Als etwas, das man belächelte, mit Räucherstäbchen und Traumfänger in Verbindung brachte. Doch heute erlebt sie Hochkonjunktur, auch ohne Dogmas. Wahrscheinlich, weil der digitale overload immer mehr zunimmt. Wir sind ständig erreichbar, vor Bildschirmen und mit FOMO, der Angst, etwas zu verpassen, belastet. Entschleunigung und bewusste Auszeiten sind da natürlich willkommen. Zudem war die Pandemie eine Art Katalysator. Viele Menschen haben während dieser Zeit ihr Leben und den Sinn ihres Lebens hinterfragt. Sie machten sich auf die Suche nach neuen Sinnquellen.
Zudem denkt man Wellness heute anders als noch vor wenigen Jahren. Sauna im Keller und Massagen reichen einfach nicht mehr. Der Mensch hat erkannt, dass zur Gesundheit und zum Wohlbefinden auch emotionale, mentale und spirituelle Bereicherung zählen. Dank des Internets verbreiten sich globale spirituelle Praktiken aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen rasend schnell. Dadurch sind heute viele fernöstliche Praktiken längst Teil moderner Selbstfürsorge. Während es bei »normalen« Reisen um Ablenkung, Komfort und oft sogar Konsum geht, sind spirituelle Reisen das Gegenteil. Es geht um Rückbesinnung, Reflexion und Reduktion.
Besondere Orte für Spiritual Travel
Und wo gibt es sie nun, die spirituellen Auszeiten? Man muss sich nur ein bisschen umsehen. In allen Himmelsrichtungen wachsen Retreats aus dem Boden. Einige Orte gelten als besonders gut geeignet:
- Bali: Das »Land der Götter« mit seinen vielen Tempeln, mit einer tief verwurzelten religiös-spirituellen Gemeinschaft und der atemberaubenden Natur ist Anziehungspunkt auch für anspruchsvolle Reisende.
- Rishikesh: Die indische Stadt gilt als Weltzentrum für Yoga. Sie liegt direkt am Ganges, dem heiligen Fluss der Inder. Außerdem verfügt sie über eine hohe Dichte an Ashrams.
- Sedona: Gelegen im US-Bundesstaat Arizona ist die wunderschöne Stadt bekannt für seine spektakuläre Wüstenlandschaft, die man stundenlang durchstreifen kann. Außerdem herrschen hier angeblich »besondere Energien«.
- Tulum: Die mexikanische Küstenstadt Tulum an der Riviera Maya zieht immer mehr Sinnsuchende an. Yoga-Retreats, Breathwork und Co. wird vielerorts angeboten.
- Europa: Urlaub im Kloster kann bei der Sinnsuche helfen; oft sogar ganz losgelöst von religiösem Kontext.