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Skandinavien entdecken: Traumurlaub im warmen Norden

Skandinavien
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Skandinavien ist bekannt für seine wegweisende Küche, pittoresken Städte und atemberaubenden Naturlandschaften. Was viele jedoch nicht wissen: Im Sommer verwandelt sich der hohe Norden in ein wahres Badeparadies. Feinsandige Strände und glitzernde Buchten unweit der Metropolen laden dazu ein, die nordische Leichtigkeit zu entdecken.

Traumhaftes Dänemark

Der breiteste Strand Europas liegt hier. 2021 wurde dort sogar die bislang höchste Sandburg der Welt errichtet – und kein Ort ist weiter als 50 Kilometer von der Küste entfernt. Wo wir sind? In Dänemark! Das kommt wahrscheinlich überraschend, denn beim Gedanken an Strandurlaub fällt uns Skandinavien selten als Erstes ein – zu Unrecht, denn diese Region hat einiges zu bieten.

Zum Beispiel Sand – jede Menge davon. Die eingangs erwähnte Sandburg war sieben Stockwerke hoch, gebaut aus 4.800 Tonnen feinstem Material; errichtet wurde sie im dänischen Badeort Blokhus, ganz oben im Norden des Landes. Ein Strand wie aus dem Bilderbuch – und wie man ihn in Dänemark vielerorts findet: endlose weiße Weiten, davor das flache, schimmernde Meer, dahinter sanft geschwungene Dünen, vom Wind in Bewegung gehalten und mit Gräsern bewachsen.

 

Die Region Nordjylland in Dänemark
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Die Region Nordjylland in Dänemark

Wo sich im Süden oft Handtuch an Sonnenliege reiht, hat man die Strände des Nordens oft fast für sich allein; Platz zum Atmen, Platz zum Träumen. Der Sand ist fein, das Wasser sauber, die Küste unverbaut. Viele Strände sind mit der »Blauen Flagge« ausgezeichnet – einem weltweiten Gütesiegel für Wasserqualität und Nachhaltigkeit. Wer noch immer nicht überzeugt ist, dem sei der Süden vergönnt. Alle anderen: Kommen Sie mit – zu einer sommerlichen Rundreise entlang der skandinavischen Küsten, wo das Licht ­länger bleibt und die Luft nach Salz und Freiheit schmeckt.

Naturmomente zum Staunen

Beginnen wir im Norden Dänemarks, an dem wohl meistfotografierten Strand des Landes: dem Skagen Sønderstrand; dort, wo Nord- und Ostsee aufeinandertreffen, wo sich die Wellen der beiden Meere, das eine rau, das andere ruhig, bekämpfen und schließlich vereinen – ein einmaliges Naturschauspiel. Ganz in der Nähe liegt die größte Wanderdüne Dänemarks, Råbjerg Mile. Rund 15 Meter marschiert dieser Sandkoloss alljährlich gen Nordost. Besucher spazieren hier auf weitläufigen Wegen durch den feinen Sand.
Die dänische Küste ist ein Paradies für alle, die Entspannung am Strand mit Bewegung verbinden möchten: Das Land ist flach, die Küste abwechslungsreich. Mal wandert man durch Sahara-artige Dünenlandschaften, mal vorbei an dramatischen Steilküsten. Zu den zahlreichen Wanderwegen kommt ein rund 12.000 Kilometer langes Radwegenetz ­hinzu – wer will, kann die gesamte Küste entlangfahren.

Surfer-Hotspot

Wassersportler werden in und um Klitmøller glücklich – Spitzname: »Cold Hawaii«. Denn Wellen und Wind, so sagt man, stünden denen auf Hawaii in nichts nach. »Die ­Sommer hier oben sind gar nicht so kalt, wie viele denken«, meint Mor Meluka. Der gebürtige Israeli kam vor knapp 20 ­Jahren nach Klitmøller, wo er gemeinsam mit seiner Partnerin das »Cold Hawaii Surf Camp« betreibt. In den letzten Jahren, ­erzählt er, kommen immer mehr Menschen aus Frankreich und ­Spanien – viele fliehen vor der drückenden Hitze des Südens. ­Während die Temperaturen dort tagsüber kaum Aktivitäten abseits des Strands zulassen, herrschen in Dänemark und Südschweden im Sommer meist angenehme 25 Grad.

Dank der Wellen und der milden Temperaturen ziehen immer mehr Surfer nach Klitmøller.
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Dank der Wellen und der milden Temperaturen ziehen immer mehr Surfer nach Klitmøller.

Surflehrer Meluka schwärmt von der bunten Gemeinschaft, der klaren Meeresluft und den langen Tagen. Im dänischen Sommer scheint die Sonne bis zu 200 Stunden im Monat und verschwindet erst spät am Abend hinter dem Horizont – selbst die Nacht verliert nie ganz ihr Licht. Ein weiterer guter Grund, den Sommer im ­Norden zu verbringen: das Essen. Wer Fisch liebt, folgt einfach dem ­rauchigen Duft – oder den hoch aufragenden weißen Schorn­steinen – bis zur nächsten »Røgeri«. Diese traditionellen ­Räuchereien finden sich überall entlang der Küste. Früher waren sie die einzige ­Möglichkeit, Hering, Makrele und Co haltbar zu machen – heute sind sie ein Stück gelebter Genusskultur. Gegessen wird oft ganz unkompliziert: von Papptellern, auf einfachen Holzbänken, mit Sand an den Füßen und salziger Brise in der Nase.

Ein Hauch Karibik

Im Osten ist das Meer ruhiger, die Strände schmiegen sich weich und freundlich ans Land. Sogar einen Palmenstrand gibt es hier – nahe der Stadt Frederikshavn. Wobei man der Korrektheit halber sagen muss: Die Pflanzen verbringen den Winter im Gewächshaus. Im Sommer jedoch ­verleihen sie dem sichelförmigen Strand ein beinahe ­tropisches Flair.

Die dänische Hauptstadt Kopenhagen.
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Die dänische Hauptstadt Kopenhagen.

Weiter nach Süden und dann ostwärts zieht sich der Inselstaat bis zur Landeshauptstadt Kopenhagen. Über Fyn (Fünen), die Geburtsinsel des Märchendichters Hans Christian Andersen und »Dänemarks Obstgarten«, gelangt man auf die Hauptinsel Sjælland (Seeland). Fünen trägt diesen Beinamen nicht ohne Grund: Das milde Klima, die fruchtbaren Böden und die geschützte Lage zwischen Ostsee und Festland machen die Insel seit jeher zum idealen Ort für Obstbau. Überall säumen Apfel- und Kirschbäume die sanften Hügel, im Sommer leuchten Beerensträucher und Felder voll reifer Früchte.

Rund 400 Inseln zählt Dänemark insgesamt – und das sind nur jene, die einen Namen besitzen. Es braucht viele Sommer, um sie alle zu entdecken: das ruhige Læsø, berühmt für seine langen Sandstrände und den feinen Hummer; die Insel ­Anholt, »Gran Canaria des Nordens« genannt; oder Møn mit ­seinem weltberühmten Kreidefelsen, dem Møns Klint, der sich bis zu 128 Meter über das Meer erhebt. Bei klarer Sicht kann man von dort aus tatsächlich Teile der schwedischen Küste erspähen. Die Entfernung zur schwedischen Südküste der Region Skåne beträgt nur rund 50 Kilometer.

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Bornholm: Der Feinschmecker-Hotspot

Doch bevor es nach Schweden geht, geht es für einen Abstecher nach Bornholm, wo der Sand derart fein ist, dass er einst bis nach England und Frankreich exportiert und für Sanduhren verwendet wurde. Zur landschaftlichen Vielfalt kommt der Ruf Bornholms als Feinschmecker-Hotspot. Die Insel schmeckt...

...nach sauberem Wind, Salz auf den Lippen, der Erinnerung an Rauch und der Süße von Wildpflanzen

,meint Koch Nicolai Nørregaard. Er ist auf Bornholm geboren und hat dort seine »kulinarische Reise begonnen«. In seinem »Kadeau« bietet er die Seele der Insel zum Essen dar: Das Lokal hat nur im Sommer geöffnet, in diesen magischen Monaten, wenn man das ­Gefühl hat, die Zeit würde sich ewig dehnen. »Wir ernten morgens und servieren noch am selben Tag«, sagt Nørregaard. Wilde Blaubeeren etwa, saftig und duftend, werden mit Creme, getrockneter Rose und Feigen­blattöl kombiniert.

Küstenparadies Schweden

Von Bornholm ist es nur noch eine kurze Fährfahrt nach Schweden. Das Land wartet mit mehr als 26.000 Kilo­metern Küstenlinie auf – so viel wie Italien, Frankreich, Spanien und Portugal zusammen. Die Küste ist (wie beim dänischen Nachbarn) mit zahlreichen idyllischen Stränden gespickt: kein Gedränge, kein Autolärm und keine Bettenburgen, die sich bis ans Ufer drängen.

Kristallklares Wasser und kleine Häuschen auf den Felsen in Väderöarna, Schweden.
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Kristallklares Wasser und kleine Häuschen auf den Felsen in Väderöarna, Schweden.

Ganz im Süden liegt wie bereits erwähnt die Region Skåne, und an deren südlichster Spitze der Sandhammarens-Strand, der gerne mit der Karibik verglichen wird. Zugegeben, etwas frischer ist das Wasser hier, und statt von Palmen ist er von puderzuckerweichen Dünen und dichtem Wald gesäumt. ­Ansonsten aber kommt er der Karibik wahrlich nahe. Beliebt sind auch die endlosen Strände der nahen Halbinsel Falsterbo, wo bunte Badehütten wie Farbtupfer im Sand stehen, und die stillen Badestellen im Nationalpark Stenshuvud; zu Deutsch: steinernes Haupt. Der Gipfel ist keine 100 Meter hoch, gleicht in der hiesigen Landschaft aber einem steinernen Riesen. So bietet er einen weiten Blick auf die umliegende Landschaft, die sich wie ein grünes, wogendes Meer bis zur Küste hin ausbreitet.

Das kleine Fischerdorf Mölle, am Öresund gelegen, entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der ersten Seebäder Schwedens; und das nicht nur im Sommer: Von diesem Ort aus begann das Kallbad – das Eisbaden im ­Winter – seinen weltweiten Siegeszug. Selbst Kaiser Wilhelm II. kam Anfang des 20. Jahrhunderts zum Baden vorbei. 1909 wurde das edle »Grand Hôtel« eröffnet, das bis heute über der Küste thront.

Nordische Weinwunder

Südschweden macht sich zunehmend auch als Weinregion einen Namen. Das kühle Klima, die langen Sommertage und die mineralreichen Böden schaffen ideale Bedingungen für frische, säurebetonte Weine mit niedrigem Alkoholgehalt. Vor allem weiße Rebsorten wie Solaris oder Vidal gedeihen hier erstaunlich gut. Was einst als Experiment belächelt ­wurde, sorgt heute bei internationalen Verkostungen für überraschende Aha-Momente. Eine junge Weinkultur, die ganz bewusst auf Eleganz statt Opulenz setzt: nordisch klar, nordisch eigen. Mehr als 40 Weingüter sind seit der Jahrtausendwende entstanden – meist kleinstrukturierte ­Betriebe mit wenigen Hektar. Vielerorts wachsen die Reben mit Meerblick, etwa im Thora Vingård auf der malerischen Halbinsel Bjäre. Aus den 300 Pinot-noir-Reben, die das Ehepaar Öberg vor zehn Jahren pflanzte, sind über 50.000 geworden. Probieren kann man die Tropfen auf geführten Touren oder im neu eröffneten Lokal »Flora«, wo auf die Weine abgestimmte Farm-and-Sea-to-Table-Küche serviert wird.

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Göteborg, die zweitgrößte Stadt des Landes, liegt bereits auf der Höhe von Glasgow. Ist das noch sommer­urlaubtauglich? Aber sicher! Am besten macht man es den Ein­heimischen nach und fährt in den Göteborger Schärengarten, ein der Stadt vorgelagertes Inselparadies. Manche sind autofrei, wie etwa die kleine Insel Donsö mit ihren roten Holzhäusern und den romantischen Badebuchten.

Jeder findet hier sein eigenes kleines Paradies

, schwärmt Algentaucherin Karolina Martinson. Ihre Sommertage verbringt sie barfuß an der Küste oder mit Taucherausrüstung im Wasser, um Algen zu sammeln. Die sind hier oben – dem reinen Wasser sei Dank – besonders gut und unverzichtbar fürs Ökosystem. Ihre Begeisterung für dieses »gesunde Unterwasserwunder« teilt Martinson auf ihren Algen-Safaris mit Gästen aus aller Welt. Im Sommer nutzt sie die »Vorratskammer der Küste« für Outdoor-Kochkurse. Neben hervorragenden Algen, meint sie, gebe es auf den Schäreninseln die ­besten Meeresfrüchte des Landes; »dazu saubere Luft, Ruhe und authentische Leute«. Ein Paradies eben.

Bullerbü-Romantik

Während die westliche Küste am Öresund insgesamt urbaner geprägt ist, trifft man an der Ostseeküste auf weite, stille Strände und dichte Kiefernwälder. Im Hinterland erstreckt sich Småland, Heimat und Inspirationsquelle von Astrid Lindgren. Mehr als 5.000 Gewässer zählt die Region; Menschen, die hier wohnen, haben nicht selten einen eigenen See oder zumindest Seezugang vor dem Haus. Vor der Küste erstreckt sich wie ein langer Pfeil die Insel Öland. Mit einer Länge von mehr als 130 Kilometern ist sie die zweitgrößte Insel des Landes. Im nordöstlichen Teil befindet sich mit dem Böda Sand einer der ­längsten Strände des Landes – für viele auch einer der schönsten.

Mit der Fähre gelangt man nach Gotland, auf die größte der schwedischen Inseln. Bekannt ist sie vor allem wegen der Inselhauptstadt Visby: Aufgrund der strategisch günstigen Lage in der Ostsee war sie im Mittelalter eine bedeutende Hansestadt, in der Güter aus aller Welt verladen wurden. Das zeigt sich bis heute an Gerichten wie dem beliebten Safran-Milchreis.

Wer es bis nach Gotland geschafft hat, sollte auch der kleinen Nachbarinsel Gotska Sandön einen Besuch abstatten – acht mal fünf Kilometer groß, doch mit erstaunlicher Naturfülle gesegnet. Im Norden tummeln sich Kegelrobben, die Küsten sind fast durch­gehend von feinstem Sand gesäumt. Die Insel steht unter strengem Schutz und ist von einem filigranen Wegenetz durchzogen, das sich über rund 60 Kilometer erstreckt.

Schwedens Hauptstadt Stockholm.
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Schwedens Hauptstadt Stockholm.

Von hier ist es nur ein Sprung bis nach Stockholm, ins »­Venedig des Nordens« – mit einem entscheidenden Unterschied zur italienischen Lagunen­stadt: Das Wasser ist so klar, dass man mitten in der Stadt hineinspringen kann. Ringsum: der Schärengarten, ein Mosaik aus über 30.000 Inseln, Stränden, Buchten und kleinen Hafenorten.

Weiter nach Norden? Das ist nur etwas für die ganz Wetter­festen. Wir bleiben hier – mit feinem Sand zwischen den Zehen, Kiefernduft in der Luft und einem Glas kühlen schwedischen Weins in der Hand. Dolce Vita auf Skandinavisch!

Best of Dänemark: Die schönsten Spots

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Verena Carola Mayer
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