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Schweden und Norwegen: Auf den Spuren der skandinavischen Pfannkuchen

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Pfannkuchen sind ein elementarer Bestandteil der skandinavischen Kultur und ein heißgeliebtes Dessert weit über die Landesgrenzen hinaus; doch wo hat diese luftige Eierspeise eigentlich ihren Ursprung und wer macht sie besser, Schweden oder Norwegen?

Pfannkuchen (»Pannkakor«) sind bereits seit dem 16. Jahrhundert Teil des schwedischen Kulturerbes. So erwähnte der schwedische Theologe und Reformator Olaus Petri schon im Jahr 1538 Pfannkuchen in seinen Werken. Auch in vielen schwedischen Redewendungen spielt der Pfannkuchen eine zentrale Rolle. So heißt es zum Beispiel: »Man är aldrig säker förrän hon ligger i magen, sa pojken som tappade pannkakan i askan« (Man ist sich nie sicher, bevor er im Magen liegt, sagte der Junge, der den Pfannkuchen in die Asche fallen ließ). Klassisch sind schwedische »Pannkakor« dünner als amerikanische Pancakes, aber etwas fluffiger als französische Crêpes.

Erbsensuppe und Pfannkuchen

Traditionell wurden sie immer donnerstags mit einer herzhaften gelben Erbsensuppe (»Ärtsoppa«) gegessen und das schon seit mehreren Jahrhunderten. Im Mittelalter war Schweden noch katholisch und der Freitag Fastentag. Als Vorbereitung darauf wurden deshalb damals donnerstags nahrhafte Speisen wie Erbsensuppe zubereitet. Zudem waren Erbsen als Zutat sehr vorrätig, da sie immer angebaut und getrocknet gut gelagert werden konnten. Gegart mit Schweinefleisch und Gemüse und verfeinert mit Kräutern wie Thymian und Majoran ist die gelbe Erbsensuppe nicht nur nahrhaft und sättigend, sondern auch wunderbar cremig.

Selbst als Schweden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts protestantisch wurde, blieb die Tradition von »Torsdagsärtsoppa och Pannkakor« bestehen. Noch bis heute werden in Schweden donnerstags Pfannkuchen mit Schlagsahne und Preiselbeeren gerne nach einem Teller Suppe serviert.

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Pfannkuchen grenzübergreifend

Auch in Norwegen sind Pfannkuchen eine beliebte Süßspeise, die nicht nur als Nachtisch, sondern auch als Mittag- oder Abendessen zubereitet wird. Selbst die schwedische Tradition mit Erbsensuppe und Pfannkuchen ist ins Nachbarland übergeschwappt und dort gängig.

Wie tief Pfannkuchen auch im norwegischen Kulturgut verankert sind, zeigt Peter Christen Asbjørnsens Märchen »Pannekaken«, welches in seiner 1871 veröffentlichten Märchensammlung »Norske Folkeeventyr« erschienen ist. In der Geschichte backt eine Mutter Pfannkuchen für ihre sieben hungrigen Kinder. Ein Pfannkuchen hört, wie die Kinder ungeduldig darauf warten ihn zu verspeisen, springt aus der Pfanne und rollt aus dem Haus. Unterwegs begegnet der Pfannkuchen mehreren Tieren, die alle versuchen ihn zu überreden, sich essen zu lassen. Schließlich gelingt es einem cleveren Schwein, das Vertrauen des Pfannkuchens zu gewinnen und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Norwegische »Pannekaker« vs. schwedische »Pannkakor« – Haarspalterei?

Wenn man sich die Zutatenlisten für schwedische und norwegische Pfannkuchen anschaut, kann man schnell feststellen, dass sie fast identisch sind. So bilden Mehl, Zucker, Eier, Milch und Butter die Basis für beide Rezepte. Und doch machen sich kleine Unterschiede bemerkbar. Norwegische »Pannekaker« sind etwas eierhaltiger und leicht dicker als das schwedische Pendant. Auch die Aromen, die dem Teig zusätzlich hinzugefügt werden können, wie Kardamom, Zimt, Vanille oder Zitronenschale, sind landesabhängig.

Fest steht jedoch eines, egal ob nun klassisch mit Butter und Zucker, Braunkäse (»Brunost«), oder Heidelbeermarmelade, die norwegischen »Pannekaker« sind ein luftig süßer Genuss. Besonders im späten Frühjahr und im Sommer gehören Pfannkuchen zum Essen im Freien einfach dazu. So bieten sie in ihrer einfachen Zubereitung auch die Möglichkeit, die norwegische »Friluftsliv«-Tradition näher kennenzulernen.

»Friluftsliv«, oder »Leben in der freien Natur« beschreibt die norwegische Philosophie der Naturverbundenheit. Der Begriff wurde vor allem von dem Dramatiker Henrik Ibsen in den 1850er Jahren geprägt, jedoch ist »Friluftsliv« als Konzept bereits seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil des Lebens in Norwegen. Kurz gesagt bedeutet »Friluftsliv« sich in der Natur auf sich selbst zu besinnen und sich vom Alltagsstress zu erholen, egal welche Aktivität man dabei macht. Das Besondere an »Friluftsliv« ist, dass es dabei kein richtig oder falsch gibt, es geht schlichtweg darum, in der Natur zu entschleunigen, und das jeder auf seine eigene Art und Weise.

Warum also nicht unser Rezept für norwegische »Pannekaker« ausprobieren und sie an der frischen Luft genießen? Zum Rezept geht es hier:


 

Emilia Rieth
Autor
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