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Zu beliebt: Südtiroler Dorf blockiert Selfie-Tourismus

Südtirol
Tourismus

Selfie-Jäger:innen überfluten Sankt Magdalena in Südtirol – nun sperrt die Gemeinde den Weg zum Lieblingsmotiv.

Kleines Emoji, große Wirkung: Das Bergdorf Sankt Magdalena in Südtirol kann sich vor Besuchern nicht mehr retten. Die letzte Maßnahme: Selfie-Jäger:innen wird der Weg zum Lieblingsmotiv verbaut.

Postkartenmotive finden Besucher:innen vielerorts in den Dolomiten. Japaner:innen und Chines:innen wollen das Vorbild des WhatsApp-Berg-Emojis 🏞️ im Villnößtal entdeckt haben - in der Bergruppe der Geislerspitzen. Und so pilgern sie jährlich zuhauf in das kleine Bergdorf Sankt Magdalena mit seinen rund 370 Einwohner:innen, um ein Foto von der Kirche St. Magdalena vor der Dolomiten-Kulisse zu schießen. Bis zu drei Tourist:innen pro Einwohner:in besuchen das Dorf täglich.

Gemeinde reagiert mit Absperrungen

Nun haben die Einheimischen genug vom Ansturm, wie Bürgermeister Peter Pernthaler der Tageszeitung Corriere dell´Alto Adige erklärt: »Gruppen von Chines:innen und Japaner:innen überfluten das Tal, parken überall und bleiben nur, um ein paar Fotos zu machen. Sie hinterlassen nichts außer ihrem Müll«.

Nach mehreren Treffen mit dem Tourismusverein wurde daher beschlossen, für die Saison von Mai bis November 2026 die Straßen zur Fraktion St. Magdalena zu sperren – nur Einheimische und Übernachtungsgäste dürfen passieren. Tagesbesucher:innen müssen einen 15-minütigen Fußweg zum Selfie-Hotspot zurücklegen. Eine Schranke mit Kameras soll die Regelungen durchsetzen.

Schutzmaßnahmen für das Dolomiten-Juwel

Die Kritik der Bewohner:innen ist eindeutig. Manche überlegen bereits, das Dorf zu verlassen. Die einstige Idylle droht zu einem »toten Freilichtmuseum« zu werden, über dem die Selfie-Kultur schwebt. Doch die Gemeinde kämpft um ihr Kleinod – in der Hoffnung, dass Sankt Magdalena wieder zu einem Ort wird, an dem die Berge die Hauptattraktion sind und nicht nur Selfie-Kulissen.


Travel-Redaktion
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