Ist das die coolste Straße der Welt?
Rio de Janeiro hat den Ruf, die aufregendste und zugleich entspannteste Straße der Welt zu besitzen. Und auch eine Straße in Berlin-Neukölln ist nach einem »Time Out« Ranking unter den Top 10. Doch was macht eine Straße wirklich »cool«?
In welcher Stadt auf der Welt pulsiert das Herz am stärksten? Das hat das dieses Jahr das »Time Out« Magazin ausfindig gemacht. Die lebendige Rua do Senado in Rio de Janeiro führt das Ranking an – aber auch Deutschland darf sich über einen Platz auf der Liste freuen.
Wer das wahre Lebensgefühl einer Stadt erleben möchte, sollte sich nicht nur auf die bekannten Hauptstraßen konzentrieren, sondern auch die quirligen Nebenstraßen und versteckten Gassen erkunden. Genau diesem Ansatz folgt »Time Out« bei seiner jährlichen Wahl der coolsten Straßen der Welt. In diesem Jahr sind 31 Straßen ins Ranking aufgenommen worden.
Falstaff TRAVEL nimmt Sie mit auf einen Bummel durch die Top 7 der Straßen, die Reisende unbedingt entdecken sollten.
1. Rio de Janeiro: Rua do Senado
Im Herzen von Rio de Janeiro wurde die Rua do Senado zur coolsten Straße der Welt gekürt. Einst bekannt für ihre Antiquitätenläden und das leicht verruchte Bohème-Flair, erlebt sie heute ein lebendiges Comeback. Zwischen historischen Stadthäusern und Bars aus der Jahrhundertwende pulsiert das Leben wieder – besonders samstags, wenn die Straße dank des legendären Samba do Armazém Senado zur Tanzfläche wird.
2. Osaka: Orange Street
Nur wenige Schritte vom lebhaften Einkaufsviertel Shinsaibashi entfernt liegt Osakas Orange Street. Einst ein Paradies für Antiquitätenliebhaber:innen, entwickelte sie sich in den 2010er Jahren zum Mekka internationaler Streetwear – heute vereint sie charmant Vintage und Moderne. In den umgebauten Altbauten reihen sich japanische Designerboutiquen an Secondhand-Möbelshops und kleine Retro-Cafés. Dazu gesellen sich Takoyaki-Stände, Bagel-Bäckereien und kreative Concept-Stores.
3. Porto: Rua do Bonjardim
Portos Rua do Bonjardim entwickelt sich zum angesagtesten Abschnitt der Stadt. Auf fast einem Kilometer zieht sie sich durch die Innenstadt – nah an Sehenswürdigkeiten, aber weit genug entfernt vom Touristentrubel, um entspannt zu flanieren. Traditionelle Lebensmittelläden und alte Cafés treffen hier auf moderne Adressen, während neue Bäckereien und Concept-Stores frischen Wind in die Straße bringen. Im Süden der Rua do Bonjardim liegt das Rivoli-Theater, eines der wichtigsten Kulturhäuser Portos – der perfekte Ort, um einen Tag voller Essen, Kunst und Musik ausklingen zu lassen.
4. Chengdu: Fanghua Street
Kaum eine Straße spiegelt das moderne Chengdu so lebendig wider wie die Fanghua Street. Einst eine ruhige Wohngegend, ist sie heute ein Treffpunkt für Kreative und Genießer. Die restaurierten Altbauten erstrahlen in bunten Wandmalereien, während Cafés abends zu Bars werden und kleine Studios handgefertigten Schmuck anbieten. In den Gemeinschaftszentren spielen Anwohner Mahjong hinter Glasfassaden, während auf der Straße der Duft würziger Chengdu-Snacks zum schnellen Genuss lockt. Wer das echte Stadtleben erleben möchte, setzt sich hier hin, bestellt Tee oder Bier und lässt das bunte Treiben auf sich wirken.
5. Montreal: Sherbrooke Street West
Die Sherbrooke Street West durchzieht Montréal’s berühmten Stadtteil »Golden Square Mile«, der schon im 19. Jahrhundert als Symbol für Wohlstand galt. Heute vereint die Straße Kultur, Lifestyle und Geschichte. Hier befinden sich das McCord Stewart Museum und das Montreal Museum of Fine Arts. In unmittelbarer Nähe liegen zudem renommierte Universitäten und das Blue Metropolis Festival, eines der größten Literaturfestivals Nordamerikas. Wer die Sherbrooke Street West entlang schlendert, entdeckt ein vielseitiges Angebot aus Boutiquen, Vintage-Läden, Cafés und internationaler Küche.
6. Brisbane: Montague Road
Die Montague Road im Flussufer-Viertel West End hat sich von einem verschlafenen Industriegebiet zum kreativen Herz Brisbanes entwickelt. Am nördlichen Ende residiert das Queensland Ballet im restaurierten Thomas-Dixon-Centre, am anderen die Queensland Theatre Company mit großen Bühnenproduktionen. Dazwischen pulsiert die Kunst- und Kulturszene der Stadt: Boutiquen, Galerien und kreative Räume prägen das Straßenbild. Ein besonderes Highlight ist die Gastronomie: preisgekrönte Kaffeeröstereien, gemütliche Pubs, handgemachtes Eis und koreanisches Streetfood begeistern Genießer:innen.
7. Berlin: Maybachufer
Berlin ist immer noch cool – auch wenn sich die Szene verändert. Am Maybachufer im Reuterkiez pulsiert das Leben draußen unverändert lebendig. Auf 1,5 Kilometern reihen sich Spätis, Flohmärkte und Streetfood-Stände entlang des Kanals, während Radfahrer:innen vorbeiziehen. Die Straße ist vor allem für ihre vielfältigen Märkte bekannt: Dienstags und freitags lockt der Wochenmarkt am Maybachufer, auch »Türkischer Markt« genannt – mit frischen Produkten und Spezialitäten aus der Türkei. Samstags präsentieren beim Neuköllner Stoff lokale Künstler und Designer ihre Arbeiten, und jeden zweiten Sonntag verwandelt sich die Straße beim Nowkoelln Flowmarkt in ein Festival aus Second-Hand, Kunst, Musik und kulinarischen Genüssen.