Riviera: Côte d'Azur mon Amour
Eingerahmt von azurblauem Meer, blendend weißen Yachten und pastellene Belle‑Époque‑Villen war die Riviera nie nur ein Urlaubsziel. Sie ist ein Versprechen: auf Freiheit, Schönheit und ein Leben wie im Kino. Und manchmal wird dieses Versprechen sogar eingelöst.
Bereits im 19. Jahrhundert verbrachten Mitglieder der gehobenen europäischen Gesellschaft die Wintermonate an der französischen Mittelmeerküste. Man kam, um im warmen Licht des Südens zwischen Zitronen- und Olivenbäumen, Oleandern und blühenden Blumenbeeten zu flanieren, um Meeresluft zu atmen, dem sanften Wellenschlag zu lauschen und die französische Küche zu genießen. Zu den Stammgästen der Côte d’Azur zählte etwa die englische Königin Viktoria, die kurz vor der Jahrhundertwende fünf Winter hintereinander in Nizza verbrachte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war es das Kino, das den Ruhm dieser Küste in die Welt hinaustrug, dank Filmen wie »Über den Dächern von Nizza« mit Grace Kelly, die hier ihren späteren Mann Fürst Rainier von Monaco kennenlernte und die Weltöffentlichkeit mit einer märchenhaften Riviera-Romanze beglückte. Auch das nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Filmfestival von Cannes mit seinen zahlreichen Starlets in Bikinis, die der Côte d’Azur und ihren Stränden eine leicht anrüchige Aura verliehen, spielte eine große Rolle dabei.
Doch auch landschaftlich hat die Region einiges zu bieten, vor allem die Großstadt Nizza mit ihren farbenfrohen Altstadthäusern und einer Atmosphäre, die stark an Italien erinnert. Ebenso prägend sind die Viertel aus den 1920er- und 1930er-Jahren, deren Architektur im prachtvollen Stil des Art déco erstrahlt. Besonders eindrucksvoll: die berühmte Promenade des Anglais, der elegante Boulevard Victor Hugo und das Quartier des Musiciens, das heute Teil des Unesco-Weltkulturerbes ist.
Duft-Hauptstadt
In den Hügeln über Cannes liegt Grasse, die Welthauptstadt des Parfums. Seit dem 17. Jahrhundert werden hier aus heimischen Blumen wie Jasmin, Rose und Orangenblüte kostbare Düfte komponiert. Die Stadt ist das Herz der französischen Parfumkunst – und eine Pilgerstätte für alle, die sich für die Magie der Aromen interessieren.
Traditionshäuser wie Fragonard, Molinard und Galimard öffnen ihre historischen Manufakturen für Besucher, bieten Führungen durch ihre duftenden Produktionsstätten sowie Workshops an, in denen man unter fachkundiger Anleitung einen ganz persönlichen Duft kreieren kann. Es ist ein sinnliches Erlebnis, das die Geschichte, die Handwerkskunst und die Eleganz des französischen Parfums auf einzigartige Weise erfahrbar macht.
Im Jardin des Plantes, dem historischen botanischen Garten, spaziert man zwischen Palmen und Olivenhainen, begleitet vom betörenden Duft von Rosen, Zitrusblüten und Pinien. Hier lässt sich die ganze Vielfalt der provenzalischen Flora entdecken: von wilden Kräutern wie Thymian, Rosmarin und Salbei bis hin zu exotischen Pflanzen, die einst von französischen Seefahrern mitgebracht wurden.
Lehrtafeln erzählen von der heilenden Kraft der Pflanzen und der Bedeutung der Rose in der französischen Kultur: In der mittelalterlichen Dichtung steht sie im berühmten »Roman de la Rose« für Liebe und Verführung. Im 20. Jahrhundert wurde sie zum politischen Symbol der Sozialistischen Partei. Und auch in der Parfumkunst ist sie unverzichtbar: Die Rosa centifolia, auch Provence-Rose genannt, ist ein zentrales Element vieler klassischer französischer Düfte.
Der Jardin des Plantes ist ein Ort zum Flanieren, Innehalten und Staunen – und vielleicht der schönste Beweis dafür, wie üppig, farbenfroh und duftend die Geschichte der Provence ist.
Die Route du Baroque führt zu den bedeutendsten Bauwerken des 17. Jahrhunderts in der Region – darunter prächtige Kirchen, Kapellen und Paläste. Sie erschließt aber auch zahlreiche weitere Bauwerke, Villen und Gartenanlagen.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Villa Ephrussi de Rothschild in Saint-Jean-Cap-Ferrat – ein architektonisches Juwel, das barocke und neorenaissancehafte Elemente vereint und von weitläufigen Themengärten umgeben ist. Heute beherbergt die Villa ein Museum, das sich unter anderem dem glamourösen Leben der exzentrischen Baronin und Kunstsammlerin Béatrice Ephrussi de Rothschild widmet.
Selbstverständlich lohnt sich auch ein Abstecher ins nahe Monaco, wo der Quadratmeter Wohnfläche zu den teuersten der Welt zählt und zwischen den Küstenfelsen immer mehr Wolkenkratzer in mittlerweile schwindelerregende Höhen wachsen; wo aber auch ein Besuch des pompösen Prinzenpalasts zu den Pflicht-Programmpunkten eines Trips zählt.
Ein Publikumsmagnet ist die tägliche Wachablösung der Carabiniers du Prince um exakt 11:55 Uhr vor dem Fürstenpalast – ein streng inszeniertes Schauspiel, das mehr Repräsentation als Verteidigung signalisiert, aber gerade deshalb so gut funktioniert.
In Saint-Paul-de-Vence eröffnete indessen im Jahr 2021 die durch und durch sehenswerte Fondation CAB, eine Dependance der Brüsseler Privatsammlung des Unternehmers und Kunstsammlers Hubert Bonnet. Untergebracht ist sie in einem prächtigen und liebevoll renovierten Gebäude aus den 1950ern.
Neben diversen Wanderausstellungen und der Dauerausstellung, die sich Werken der minimalistischen und konzeptuellen Kunst widmet, ist auch die geradezu mythische und demontierbare Wohnhütte des Architekten Jean Prouvé zu sehen und sogar als Übernachtungsmöglichkeit zu mieten.
Nahtlos reiht sich die Fondation in die Geschichte des Orts Saint-Paul-de-Vence ein, der seit Beginn des 20. Jahrhunderts Künstler anzieht.
Viele von ihnen besuchten dabei auch das legendäre Restaurant und Hotel »La Colombe d’Or«, wo sie ihre Rechnung mit Kunstwerken beglichen; und so speist man hier in magischem Ambiente zwischen Originalgemälden von namhaften Malern wie Matisse, Miró und Chagall – die allesamt mitgewirkt haben am Ruf der sonnigen Cote d’Azur mit ihrem einzigartigen Licht als Wahlheimat und Inspirationsquelle für Künstler von Weltrang.
Die besten Adressen der Côte d´Azur
La Colombe d’Or
Geschichtsträchtiges Hotel im malerischen Ort Saint-Paul-de-Vence mit einzigartiger Sammlung moderner Kunstwerke, unter anderem von Picasso, Matisse oder Miró. Im hauseigenen Restaurant speisen Gäste authentische provenzalische Landküche.
la-colombe-dor.com
Hôtel du Cap‑Eden‑Roc
Der legendäre Fünf-Sterne-Palast am Cap d’Antibes ist Teil der exklusiven Oetker Collection. Das prachtvolle Hotel entzückt mit einem eindrucksvollen Kiefernpark und dem in den Fels gemeißelten Infinity-Meerwasserpool.
oetkerhotels.com/hotels/hotel-du-cap-eden-roc
Maybourne Riviera
Das architektonisch sehr eindrucksvoll gestaltete Hotel beeindruckt mit seiner spektakulären Lage auf einem Felsen am Hang. Die Aussicht aus den Terrassen auf das Meer ist einmalig und erweckt geradezu den Anschein zu schweben.
maybourneriviera.com
Lily of the Valley
Das von Stardesigner Philippe Starck gestaltete Fünf‑Sterne-Wellnessrefugium in den Hügeln nahe Saint-Tropez fügt sich harmonisch in die mediterrane Umgebung ein. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich der feine Sandstrand Gigaro.
lilyofthevalley.com
Mirazur
Auf einer Anhöhe über Menton betreibt der Argentinier Mauro Colagreco eines der renommiertesten Restaurants der Welt. Die Lage der Rotunde, quasi zwischen Himmel und Erde, und allem voran die tief mit der Natur verbundene Küche Colagrecos sind auf jeden Fall eine Geschmacksreise wert.
mirazur.fr
Château de la Messardière
Fünf‑Sterne-Komfort und Luxus pur auf einem Hügel über Saint‑Tropez erleben Gäste in diesem majestätischen Haus aus dem 19. Jahrhundert – mit Blick auf die Pampelonne-Bucht, riesigem Garten und ebensolchem Spa-Bereich.
airelles.com
Jardin Tropezina
Eleganter Beachclub des »Hotel Château de la Messardière«, dessen Restaurant unter der Leitung des französischen Starkochs Jean François Piège für mediterrane Genussmomente sorgt.
airelles.com
La Vague d’Or
Das Restaurant des Hotels »Cheval Blanc« liegt direkt am Golf von Saint-Tropez und wird von Star-Chef Arnaud Donckele geleitet, der den Gästen seine kulinarischen Zauberkünste geschmackvoll auftischt.
chevalblanc.com/en/maison/st-tropez
La Merenda
Das beliebte Restaurant ist in der Altstadt von Nizza zu finden. Dominique Le Stanc, Chefkoch aus Leidenschaft im »La Merenda«, verwöhnt seine Gäste mit gleichermaßen traditioneller wie exzellenter Küche.
lamerenda.net
Chez Acchiardo
Eine Institution, für die Einheimische und Touristen im Sommer auch mal Schlange stehen. Neben großen Platten mit knallfrischen Austern, Crevetten und Co. kann man auf der Terrasse unter den Arkaden je nach Saison auch Hummer, Langusten und Seeigel schlemmen.