Mondschön: wie uns der Himmelskörper beeinflusst
Ob Schlaf oder Stimmung, Zyklus oder Haarwachstum: Dem Mond wird seit Urzeiten nachgesagt, er habe direkten Einfluss auf unser Leben. Sind die Gerüchte um unseren nächtlichen Begleiter mehr Schein als Sein?
Beinahe allumfassend soll er sein, der Einfluss des Mondes auf uns: angefangen von unseren Schlafgewohnheiten über unsere Stimmung oder unser Haarwachstum und bis hin zu unserem Menstruationszyklus. Ja, sogar die Geburtenrate und das Geschlecht unseres ungeborenen Kindes soll er steuern können. Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nie von dieser Macht gehört hat. Natürlich stellt sich uns unweigerlich die Frage: Was davon stimmt denn nun wirklich – und was dürfen wir als »Mythos Mond« oder als bloßen Schein abtun?
Der Mond beeinflusst . . .
. . . unseren Schlaf
Man wälzt sich hin und her. Polster über den Kopf. Auf die Toilette huschen. Wieder unter die Daunen. Und doch: Man bekommt einfach kein Auge zu. Sobald der Vollmond das Firmament erleuchtet, ist an Schlaf nicht zu denken. Doch: Was steckt hinter dem Phänomen? Landläufige Theorien besagen, es sei die Helligkeit des Erdtrabanten, die einen daran hindert, die wohlverdienten Ruhestunden einzuhalten. Und dann macht da noch das Gerücht die Runde, der Mond habe Einfluss auf den Wasserhaushalt des Körpers und hielte uns daher wach. Letzteres darf bezweifelt werden, da sich der Gezeiteneinfluss laut Wissenschaft im Nanobereich bewege – und so nicht einmal für eine waschechte »Prinzessin auf der Erbse« spürbar ist. Fakt ist aber: Man hat tatsächlich Hinweise darauf gefunden, dass der Mond – übrigens unabhängig von seiner Helligkeit – den Schlaf rauben kann. Eine Studie in »Science Advances« aus dem Jahr 2021 belegt, dass Menschen an den Tagen vor dem Vollmond messbar später in den Schlaf finden und um einiges kürzer schlafen. Diese Erkenntnis bestätigt nicht nur frühere Studien, sondern auch jene Menschen, die sich rastlos im Bett umherwerfen und die Ursache schon immer im Mond vermutet haben.
. . . unser Gewicht
Nein, es gibt ihn (noch) nicht, den Beweis dafür, dass der Mond unser Körpergewicht steuert. Dennoch halten sich viele an die Vorgaben des Mondkalenders, vor allem wenn das Ziel eine Gewichtsabnahme ist. Dem Volksglauben nach soll der Erdtrabant in seiner voll erleuchteten Form aufnehmend wirken und das Speichern von Wasser im Körper fördern. Die Conclusio: Wir legen vor und an Vollmond selbst an Gewicht zu. Außerdem hält sich das Gerücht, dass wir an diesen Tagen auch mehr Appetit verspüren. Der abnehmende Mond hingegen sei dem lunaren Kalender zufolge die ideale Zeit, um eine Diät zu beginnen. Hinter all dem vermuten Skeptiker:innen ein einfaches psychologisches Phänomen: Allein der Glaube daran, dass der Mond unser Gewicht und unser Essverhalten steuern könne, führe dazu, dass wir selbst einen solchen Einfluss verspüren.
. . . unseren Zyklus
Viele Frauen meinen, den lunaren Einfluss auf ihren Zyklus schon selbst bemerkt zu haben. So meinen einige, an jenen Tagen, an denen der Trabant in seiner vollen Pracht erstrahle, sei ihre monatliche Blutung stärker. Manchen wiederum erscheint es, als ob sie während dieser Zeit unregelmäßiger sei. Wieder andere sprechen davon, dass der Beginn ihres Zyklus mit dem Einsetzen einer Mondphase zusammenfalle. Und einige bemerken von alldem genau gar nichts. Ob Ursache oder Zufall, unser Menstruationszyklus ist dem lunaren tatsächlich ähnlich. Dass viele der Ansicht sind, der weibliche Körper habe sich diesem in Urzeiten angepasst, verwundert daher nicht. Auch ein Forschungsteam um Zoologin und Neurobiologin Charlotte Helfrich-Förster hat sich diesem Mythos vor etwa zwei Jahren genähert: 2021 konnten die Wissenschaftler:innen feststellen, dass ein, wenn auch schwacher, Zusammenhang besteht. Bei Frauen mit einer Zyklusdauer von 29,5 Tagen passt sich dieser laut den Forscher:innen öfter an die Mondzeiten an. Das Team vermutet, dass Frauen in vorindustriellen Zeiten, als wir noch nicht in beleuchteten Städten lebten, eher im Einklang mit dem Trabanten waren.
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. . . das Haarwachstum
Rund um die Zeit des Vollmonds sollen Haare und Nägel schneller wachsen – das »wussten« schon unsere Mütter und deren Mütter. Daher ist es für viele nach wie vor üblich, an diesen Tagen zur:zum Friseur:in zu gehen. Wer die zeitlichen Vorgaben des Mondkalenders in Bezug auf Schnitt und Waschen einhält, der soll sich über kräftigere, gesundere Haare freuen dürfen. So jedenfalls der Mythos. Belegen konnte die Wissenschaft diesen nicht, dennoch erfreut er sich großer Beliebtheit. Einige Friseur:innen bieten sogar eigene »Vollmondschnitte« an oder stellen online Tipps und Termine für die Haarpflege im Einklang mit dem Trabanten zur Verfügung. Die Suche nach dem richtigen Tag kann sogar noch komplexer werden, sobald die anderen Himmelskörper – und somit die astrologischen Tierkreiszeichen – einbezogen werden. Wasserzeichen seien demnach ideal für das Färben, während Feuerzeichen das Wachstum fördern sollen. So zumindest die, wissenschaftlich nicht belegte, Meinung.
. . . unsere Körperpflege
Strahlendere, gesündere Haut dank der Macht des Mondes? Wissenschaftlich belegt ist es nicht, viele glauben dennoch daran: Unser Erdbegleiter kann nicht nur das Haarwachstum anregen, sondern auch die allgemeine Schönheit fördern. So seien die Tage um den Neumond ideal, um reinigende, regenerative Behandlungen wie Peelings zu machen, Detox-Masken aufzulegen oder in die Sauna zu gehen. Während des zunehmenden Mondes sind Körper und Haut dann aufnahmefähiger. Feuchtigkeitsspendende Masken, Packungen und Cremes sollen jetzt besonders effektiv sein, auch Massagen mit Pflegeölen werden empfohlen. Der Vollmond selbst wirkt, glaubt man dem Mondkalender, als intensivierender Faktor: Diese Zeit gäbe Treatments einen lang anhaltenden Effekt und wirke verstärkend, die Haut sei zudem empfänglicher für Nährstoffe. Wer empfindliche Haut hat, sollte eher auf sanfte, heilsame Produkte setzen. Nimmt der Mond wieder ab, heißt es in Sachen Körperpflege: Alle Behandlungen, die reinigen, entgiften und entwässern, sind während dieser zwei Wochen wirksamer als sonst. Nun sollten wir auf Dinge wie Wickel, reinigende Masken oder Detox-Kuren setzen. So kann man natürlich auch kosmetische Behandlungen sowie den Gang zur Beautyklinik nach diesem Kalender planen.
Der abnehmende Mond eignet sich zur Körperpflege und ist für alle entgiftenden Behandlungen ideal. Auch diverse Beauty-OPs können in dieser Zeit gut realisiert werden.
. . . unsere Stimmung.
Es soll sie geben: Menschen, deren Verhalten und Stimmungsbarometer rund um die Vollmondnächte verrückt spielen. Und vielleicht kennen wir sie sogar aus dem eigenen Umfeld, diese eine Person, der wir rund um die hellen Nächte lieber aus dem Weg gehen, da sie leichter reizbar ist als an anderen Tagen. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die lunaren Stimmungsschwankungen nicht belegt. Man vermutet aber, dass der vollmondbedingte Schlafmangel – ganz profan – zu übler Laune und schlechter Konzentration beiträgt.
In Tune with the Moon: unsere App-Tipps
My Moon Phase Für alle, die es einfach mögen: Der Mondphasen- Kalender gibt eine genaue Übersicht über
die täglichen Monddaten.
Mondkalender – Moony Die App ergänzt den täglichen Mondkalender mit einer Liste an Dos and Don’ts für diverse Lebensbereiche – von Garten bis Beauty. moony.tips Moonly – The Moon Calendar »Moonly« verbindet den Mondkalender mit der Astrologie und bietet seinen User:innen tägliche Alltagstipps und Affirmationen.
Stardust Die App kombiniert Astrologie, Mondphasen und Menstruationsverfolgung und gewährt unterhaltsame Einblicke basierend auf diesen Daten.
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Der Mondkalender
So lebt man, den Mythen zufolge, im Einklang mit dem Mond.
Neumond
• Beste Zeit für erholsamen Schlaf
• Günstig für Gewichtsverlust und den Beginn einer Diät
• Hemmt Haarwachstum und ist gut geeignet für Kurzhaarfrisuren
• Eignet sich für reinigende und regenerative Behandlungen wiePeelings oder Detox-Masken
Zunehmender Mond
• Neutraler Schlaf, an den Tagen vor dem Vollmond unregelmäßig
• Günstig für Muskelaufbau
• Haare und Nägel wachsen schneller, bessere Farbintensität beim Färben, gute Zeit für Haarmasken und -pflege
• Körper und Haut sind aufnahmefähiger, gute Zeit für Feuchtigkeitscremes, Masken und Massagen
Vollmond
• Längere Einschlafphase, kürzere Tief- und Gesamtschlafdauer
• Soll zu Gewichtszunahme führen
• Fördert Haarwachstum – ideal für Friseurbesuche und eine gesündere Mähne, beste Farbintensität beim Färben, ideale Zeit für Haarmasken und -pflege
• Intensiviert Behandlungen und macht die Haut empfänglicher für Nährstoffe
Abnehmender Mond
• Neutraler Schlaf, an den Tagen nach dem Vollmond unregelmäßig
• Fördert Gewichtsverlust, günstig als Startdatum einer Diät
• Hemmt Haarwachstum, ideal für Blondierungen
• Treatments, die reinigen, entgiften und entwässern, wie Detox-Masken, Bäder und Wickel