Arbeitsplatten aus Naturstein: Farben & Kombinationen 2026
Naturstein hat auch 2026 nichts an seiner Faszination verloren. Expert:innen verraten, welche Farben, Oberflächen und Kombinationsmöglichkeiten bei Naturstein-Arbeitsplatten überzeugen und worauf man dabei achten sollte.
Die Pantone-Farbe des Jahres gibt auch bei den Natursteinen die Richtung vor: »Cloud Dancer« setzt auf einen zarten Weißton, so als würde man die Wolken am Himmel beobachten. Eine stille, meditative Wirkung, gerade in stressigen Zeiten. »Wir bieten mit ›Alpinova alba‹ und ›Alpinova alba vene‹ genau diese Farbstellung an«, sagt Johannes Artmayr, Geschäftsführer von Strasser Steine: »Aktuell stehen warme, natürliche Farbtöne im Mittelpunkt. Beige-, Sand-, Weiß- und Cremetöne werden häufig gewählt, weil sie Harmonie und Zeitlosigkeit ausstrahlen und sich außerdem gut in die unterschiedlichsten Küchenplanungen einfügen.«
ARKTISCHE KÜHLE
Dass Weiß nicht langweilig sein muss, beweisen die Natursteinmodelle »Arctic Tiger« mit starken dunklen Kontrasten, und »Taj Mahal« mit warmen, gold-beigen Tönen. Aber auch der portugiesische Marmor »Rosa Portogallo« von Breitwieser passt gut in den aktuellen Trend. Die Farbe ist mutig und doch beruhigend. »Besonders gefragt sind Natursteine mit sichtbarer Textur, lebendiger Maserung und natürlicher Oberfläche. Weniger perfekte, dafür individuelle Steine, die Patina entwickeln dürfen und eine gewisse Zeitlosigkeit ausstrahlen, stehen hoch im Kurs«, sagt Naturstein-Expertin Kristina Breitwieser: »Neben Klassikern wie Marmor und Kalkstein sehe ich auch ein wachsendes Interesse an Travertin, Onyx und Quarziten, die mit ihrer Ausstrahlung und Struktur Räume besonders prägen.«
Goldene Zeiten
Der Naturstein »Taj Mahal« überzeugt mit seinen warmen, gold-beigen Tönen.
strasser-steine.at
Starke Maserung
Weiße Farbtöne liegen im Trend: Der Naturstein »Arctic Tiger«.
strasser-steine.at
Zusätzlich ein paar praktische Tipps: Wie viele unterschiedliche Steine kann man kombinieren, ohne eine Unruhe in der Küche zu erzeugen? »Ich empfehle: maximal zwei. Sehr stimmig sind Kombinationen innerhalb einer Farbfamilie, etwa Travertin mit hellem Quarzit oder ein ruhiger Marmor mit einem ausdrucksstärkeren Akzentstein. Wichtig ist mir, dass es eine verbindende Ebene gibt – sei es über Farbe, Textur oder Oberflächenbearbeitung. So wirkt der Materialmix ruhig und hochwertig und nicht beliebig«, so Breitwieser.
Travertin liegt nach wie vor im Trend, der helle Naturstein hat eine besondere Magie. Aber gleichzeitig ist Travertin auch sehr porös, was besonders in der Küche eine Herausforderung sein kann. »Travertin ist ideal für alle, die eine lebendige, warme Anmutung schätzen und bereit sind, dem Material eine gewisse Sorgfalt entgegenzubringen«, bestätigt Breitwieser. »Eine fachgerechte Imprägnierung ist entscheidend, um ihn vor Flecken durch Fett, Säuren oder Flüssigkeiten zu schützen. Zudem sollte man sich für eine gespachtelte oder gefüllte Oberfläche entscheiden, um die natürliche Porigkeit zu reduzieren.«
Avatar-Welten
Wer auf starke Farbakzente setzen möchte, ist mit der Arbeitsplatte »Ocean Blue« gut bedient.
steinreinisch.at
SCHÖNE PATINA
So faszinierend exotische Natursteine auch sein mögen, der Trend geht in eine andere Richtung: »Der Wunsch nach Regionalität und Nachhaltigkeit wird immer stärker. Daher sind Natursteine aus heimischen Regionen besonders gefragt. Ebenso wächst das Interesse an nachhaltigen Materialien wie Alpinova, bei dem gebrauchte Natursteinarbeitsplatten recycelt und erneut verarbeitet werden«, erklärt Artmayr.
Perfekte Harmonie
Auch Travertin passt gut in die Küche, man muss den porösen Stein allerdings gut pflegen.
atlasplan.com
Grundsätzlich lässt sich nahezu jeder Naturstein auch als Wandplatte einsetzen. Wie sollte man mit der Kombination umgehen? »Erlaubt ist, was gefällt. Für ein harmonisches Gesamtbild empfiehlt es sich, die gleiche Materialität wie bei der Arbeitsplatte zu wählen, damit Struktur und Farbwirkung optimal aufeinander abgestimmt sind«, empfiehlt Artmayr. »Großformatige Platten mit wenigen Fugen sind dabei klar im Trend. Dabei stehen für mich Hygiene, Pflegeleichtigkeit und Hitzebeständigkeit im Vordergrund. Besonders geeignet sind dichte Natursteine wie Quarzit, Granit oder auch technische Steine. Auch Marmor ist möglich, wenn man Patina akzeptiert«, ergänzt Breitwieser. So kann man gemeinsam mit seiner Küche altern wie guter Wein.