Exklusiver Einblick: Das Privatprojekt »Pavillon« im Piemont hat sich ganz der Ruhe verschrieben
Im Piemont wurde diesen Herbst ein Projekt finalisiert, das sich ganz dem Konzept des Rückzugs widmet: Der »Pavillon« von Damilanostudio überzeugt als japanisch inspirierter, minimalistischer Bau mit eindrucksvollem Interieur des Italo-Brands Edra.
Wer den »Pavillon« zum ersten Mal erblickt, wird wohl nicht umhinkommen, einen Moment innezuhalten. Bewegt man sich langsam durch den japanischen Garten,
vorbei an Gelbem Pfitzer-Wacholder und Bonsai-Fichten, so kann man diesen von allen Seiten bestaunen. In der ruhigen Wasseroberfläche spiegeln sich sanft die Lichter des Gebäudes (Tipps für den perfekten Garten finden Sie hier). Aus dem Inneren blitzen, durch große Fensterfronten, schicke Möbel der italienischen Marke Edra hervor; ein chinesischer Drache schlängelt sich entlang der Innenwand. Ein stilvolles Refugium, in das es lohnt, einzutreten. Verantwortlich für das einzigartige Gebäude im Piemont, das erst kürzlich fertiggestellt wurde, zeichnet DAMILANOSTUDIO architects. Das renommierte italienische Architekturbüro hat sich unter der Leitung von Duilio Damilano für die Perfektionierung des Privatprojektes zwei Jahre Zeit genommen.
Möglichkeit zur Isolation
Der erste Schritt war die Findung eines Zugangs, der den Ansprüchen des Auftraggebers entsprach. Dieser wollte einen Raum unweit des eigenen Unternehmens, der sowohl als Empfangsort als auch als Refugium dienen konnte. »Der Ausgangspunkt war der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem Gäste eine Oase der Ruhe finden können«, erinnert sich der Architekt. »Aus diesem Grund haben wir uns für ein Gebäude auf dem Wasser entschieden, das durch eine Zugbrücke mit dem Festland verbunden ist.
Das Ziel? Die Möglichkeit der ›Isolation‹.« Als Inspiration diente dem Team die Architektur Japans mit ihren minimalistischen Formen und ihrer Naturverbundenheit, die sich sowohl im »Pavillon« als auch im Garten zeigt. Dass Letzterer zugleich der Isolation dient, liegt in der Lage begründet. »Da wir einen Ort schaffen wollten, der vom umgebenden Industriegebiet getrennt ist, entstand die Notwendigkeit, einen Garten mit hohen Bäumen zu gestalten, die die Funktion haben, alles um das Gebäude herum zu filtern und zu verbergen«, erklärt Duilio Damilano. Hierfür wurde Paolo Roagna von Roagna Vivai hinzugezogen: Der italienische Landschaftsarchitekt schuf auf 760 m² ein Gartenparadies zwischen japanischer Harmonie und piemontesischer Seele, bestehend aus hohen Bäumen, asiatischen Sträuchern und Bonsais, die den Naturpool umfassen.
Schlichte Eleganz
Nach einem Spaziergang im japanischen Garten findet man den Weg zur »Zugbrücke«, die in den »Pavillon« führt. Von hier lässt sich die Konstruktion von DAMILANOSTUDIO bestaunen: Der Bau wurde auf eine Strukturbetonplatte mit Stahlkern gebettet, versehen mit wasserdichten Schutzfolien sowie einer Verkleidung aus Holz. »Stahl bildet das strukturelle Herz des Projekts – es ermöglichte uns, mit großen Spannweiten zu arbeiten und so auf Zwischenstützen zu verzichten«, erklärt Duilio Damilano. Für den Boden entschied man sich für die schlichte Eleganz von Mikrozement. Dieser nimmt bereits im Außenbereich seinen Anfang, und wird, wie man beim Betreten des Gebäudes bemerken wird, im Inneren weitergeführt.
Dialog zwischen innen und außen
Im Inneren haben DAMILANOSTUDIO architects offene Räumlichkeiten geschaffen, deren große Glaswände einen Dialog zwischen innen und außen kreieren; mit den Jahreszeiten verändert sich auch das Ambiente im »Pavillon«. Um die Ruhe des Ortes zu wahren, wurden Schiebetüren verwendet. Für das Interieur des Aufenthalts- sowie des Schlafbereichs setzten DAMILANOSTUDIO architects vorrangig auf die Designermöbel des italienischen Familienunternehmens Edra. »Ich habe seit 30 Jahren eine Leidenschaft für Edra, ein Unternehmen, das ich sehr gut kenne und das mich immer wieder mit der Innovation und Poesie seiner Produkte fasziniert«, so Duilio Damilano. »Bereits in den Entwürfen für das Projekt hatte ich die Möbel eingeplant, die ich auch in der Realität verwenden würde.«
So lädt im Wohnzimmer das schwarze Edra-Kunstfellsofa »Pack« von Designer Francesco Binfaré zum Verweilen, im Essbereich wird der Blattgoldtisch aus dem Hause Dilmos Milano von Jacopo Fogginis ikonisch blumenförmigen Edra-Stühlen »Ella« umringt. Auch die manuell gefertigte Anrichte »Scrigno« zieht mit ihrem Mosaik aus gespiegelten Scherben die Blicke auf sich. In den Bädern finden sich zudem Armaturen von Gessi, Leuchten von Nemo Lighting sowie Teppiche von Mohebban. Das Interieur, reduziert auf einige ikonische Blickfänger, stellt eine gelungene Ergänzung zur geplanten Ruhe des japanischen Gartens dar. Ein Dialog zwischen innen und außen, dem Designaffine gerne lauschen werden.