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© SPAN Architecture, Photographer: Adrian Gaut

»Harper House« in New York: Historisches Townhouse neu interpretiert

New York
Architektur
Geschichte
Wohnen
Interior Design

SPAN Architecture hat ein Stadthaus aus dem 19. Jahrhundert restauriert und verbindet am Gramercy Park historische Substanz, Musikgeschichte und zeitgenössisches Interior Design.

Am westlichen Rand des Gramercy Park in New York wurde ein Stadthaus aus dem 19. Jahrhundert in eine neue Wohngegenwart geführt. Das »Harper House« wurde 1846 als Greek-Revival-Townhouse errichtet und war einst Wohnhaus von James Harper, früherer Bürgermeister von New York und Mitgründer des Verlagshauses Harper & Brothers. Später wurde das Gebäude in mehrere Wohneinheiten geteilt, bevor SPAN Architecture es wieder als großzügiges Einfamilienhaus anlegte.

Ein Haus mit mehreren Geschichten

© SPAN Architecture, Photographer: Adrian Gaut

Das »Harper House« ist nicht nur architektonisch bemerkenswert, sondern auch kulturell aufgeladen. Neben seiner Verbindung zu James Harper spielte das Haus später auch in der amerikanischen Musikgeschichte eine Rolle. Die Stufen des Gebäudes dienten als Kulisse für mehrere Plattencover, darunter Bob Dylans »Highway 61 Revisited«. Aus einem historischen Stadthaus wurde damit ein Ort, an dem Stadtgeschichte, Popkultur und privates Wohnen aufeinandertreffen.

Historische Räume mit neuer Funktion

© SPAN Architecture, Photographer: Adrian Gaut

Im Inneren wurde die ursprüngliche Raumfolge im ersten Geschoss weitgehend wiederhergestellt. Die Zimmer öffnen sich nacheinander und schaffen so lange Blickachsen, die sowohl intime Situationen als auch größere Abende mit Gästen ermöglichen. Formale historische Motive treffen auf überraschende Details, etwa eine Tapete von David Wiseman. Der Anspruch der Restaurierung lag nicht in historischer Exaktheit, sondern in einem Wohngefühl, das Erinnerung zulässt und dennoch gegenwärtig bleibt.

Der Salon als dunkles Zentrum

© SPAN Architecture, Photographer: Adrian Gaut
© SPAN Architecture, Photographer: Adrian Gaut

Eine besondere Rolle kommt dem Salon zu, den Stanford White 1879 für den Sohn von James Harper und dessen Frau neu gestaltete. Ursprünglich war der Raum von Mahagoni, Eiche und Leder geprägt, später wurden Teile davon übermalt und verändert. In Zusammenarbeit mit Carlton House Restoration wurde diese dunkle, repräsentative Stimmung wieder freigelegt. So entsteht ein bewusster Kontrast zu den helleren, offeneren Wohnbereichen, die sich darunter anschließen.

Moderne Eingriffe ohne Bruch

© SPAN Architecture, Photographer: Adrian Gaut
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Trotz seiner historischen Substanz wirkt das Haus klar in der Gegenwart verankert. Paonazzo-Marmor, zurückhaltende Farbwelten, moderne Leuchten und neue Raumverbindungen fügen eine zeitgenössische Ebene hinzu. In den Bädern treffen klassische Materialien auf Leuchten von Apparatus. In den privaten Bereichen setzen ein Venini-Leuchter, ein maßgefertigtes Bett von Carlton House und Fotografien aus der Musikgeschichte persönliche Akzente.

Wohnen als kuratierte Erinnerung

© SPAN Architecture, Photographer: Adrian Gaut

Besonders interessant ist, wie das Projekt historische Spuren bewahrt und zugleich neu einordnet. Das Haus erzählt von New Yorker Stadtgeschichte, von Verlagstradition, von Musikmomenten und von den Eingriffen unterschiedlicher Zeiten. Gleichzeitig entsteht ein heutiges Verständnis von Wohnen. Räume werden nicht nur restauriert, sondern weitergeführt. Alte Holzarbeiten, neue Einbauten, Kunst, Licht und Möbel treten in Beziehung zueinander und machen das »Harper House« zu einem Wohnhaus, das seine Vergangenheit nicht ausstellt, sondern in den Alltag übersetzt.

Stadthaus mit Charakter

© SPAN Architecture, Photographer: Adrian Gaut
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Am »Harper House« wird sichtbar, wie viel Fingerspitzengefühl die Restaurierung eines historischen Stadthauses verlangt, wenn sie über reine Wiederherstellung hinausgeht. SPAN Architecture entwickelt daraus ein Interior, das Geschichte, Material und Gegenwart in eine sorgfältig austarierte Balance bringt. So entsteht ein Haus, das von Schichten, Übergängen und Charakter lebt.

Sebastian Krebitz
Sebastian Krebitz
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