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Iconomy: Design-Icons unter 100 mit Adolf Dassler

ICONOMY
Designgeschichte
Design

Manche Schuhe kommen und gehen – doch der »adidas Samba« bleibt: Eine Legende auf Gummisohlen, die seit über 75 Jahren Street­style, Subkultur und Laufsteg vereint. Wir haben die Sohlen ein bisschen unter die Lupe genommen.

Es gibt Sneaker – und dann gibt es den »adidas Samba«. Einen Schuh, der ein bisschen mehr ist als ein Turnpatschen. Eine Legende mit Gummisohle nämlich. Eine Ikone. Denn wenn ein Schuh seit über 75 Jahren auf Straßen, in Clubs und mittlerweile auch wieder auf den Laufstegen herumturnt, darf man ihn getrost so nennen. Da trieft bereits beim Neukauf ein Hauch von Mythos über die lederne Schuhzunge.

Und ja, so eine Ikone ist natürlich nicht immer gleich angesagt. Sie hat so ihre Hochs und Tiefs. Aktuell ist der »Samba« aber wieder am Styledrücker. Gar nicht schlecht für einen Schuh, der ursprünglich 1950 während der Fußball-WM in Brasilien von Adolf »Adi« Dassler persönlich vorgestellt wurde – damals noch als Spezialschuh für harte Böden, Beton, Asphalt oder vereiste Rasenflächen. So gesehen war der »Samba« von Anfang an ein Arbeitstier unter den Sport­schuhen – robust, funktional, ­bodenständig.

Volltreffer
Der »Samba« von adidas ist eigentlich ein Fußballschuh. Modisch ist man damit aber nie im Abseits.
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Genau das machte ihn auch außerhalb des Spielfelds schnell beliebt: Profis, Amateure, Jugendliche, die auf dem Pausenhof kickten – alle wollten ihn. Anfang der 1970er bekam der »Samba« dann sein großes Style-Update. Er lief zwar immer noch unter dem Label »Fußballschuh«, aber auch die Subkulturen ­entdeckten die sportliche Sohle für sich. Vor allem, weil diese kein laut schreiendes Fashion-Statement ist, sondern eher ­leisen, selbstbewussten Schrittes daherkommt.

Schlichtheit, Funktionalität und Authentizität – darauf baut der »Samba« auf, und er wirkt mit seinen drei Streifen, der klaren Silhouette und der markanten Gummisohle wie ein Stück Design­geschichte, das sich weigert, alt zu werden. Dementsprechend ist der Klassiker in Weiß mit schwarzen Streifen und ­dunkelbrauner Sohle nach wie vor der Verkaufshit. Parallel dazu hat aber adidas im Laufe der Jahrzehnte unzählige Farbvarianten, Materialien und Sondereditionen herausgebracht – von veganen Versionen über bunte Kollaborationen bis hin zu luxuriösen Design-Neuinterpretationen.

Und vielleicht liegt genau ­darin auch der Zauber verborgen. Während Trends kommen und gehen, bleibt der »Samba« ­nämlich einfach stehen – und läuft gleichzeitig lässig weiter. Ein Paradoxon, das Generation um Generation, von Babyboomer bis Gen Z, friedlich auf einer Gummisohle vereint. Was für sich genommen schon wieder paradox ist. Wenn man so will: Der »Samba« hat das Fashion-Game durchgespielt.

Über den Designer

Adolf Dassler
Adi Dassler (1900–1978) war ein visionärer Tüftler und Gründer von adidas. Er begann seine Sportschuhproduktion in der Waschküche seiner Mutter und revolutionierte den Sport mit funktionalem Design. Gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf gründete er die Gebrüder Dassler Schuhfabrik, doch persönliche Konflikte führten 1948 zur Trennung. Rudolf gründete Puma, während Adi 1949 adidas ins Leben rief. Adis Fokus lag auf Innovation, Qualität und Leistung. Ein Vermächtnis, das in jedem Schuh weiterlebt.

Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 8/2025

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Manfred Gram
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