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Iconomy: Design-Icons unter 100 mit Magnus Pettersen

ICONOMY
Designgeschichte
Design

Ein Schreibtischset aus purem Beton? Ja, das gibt es, und es ist nicht nur stilvoll, sondern auch ein massives Manifest der Kompromisslosigkeit.

Das "Concrete Desk Set" von Magnus Pettersen für Areaware ist das Schwergewicht unter den Arbeitsplatz-Accessoires. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Ein Set, das so kompromisslos präsent ist, dass man schon beim bloßen Hinschauen Mitleid mit der Tischplatte ­bekommt, die das Ding tragen muss. Ächz und stöhn. Wie es sich für ein echtes Schwergewicht gehört, scheidet es auch sofort die Geister. Jahrzehntelang hat man gelernt, welch bunte, federleichte Wunder Kunststoff vollbringen kann. Da lässt man sich nicht so mir nichts, dir nichts auf eine graue Beton-Eminenz ein, die ­jedem entgegenschreit, dass es an ihr kein Vorbeikommen gibt. Noch dazu eilt Beton der zweifelhafte Ruf voraus, spröde, kalt und ungefähr so charmant wie ein nasser Hund zu sein.

Ein Vorurteil, klar. Beton steht schließlich auch für Rationalität, Ehrlichkeit und eine Form von Authentizität, die kaum ein ­anderes Material erreicht. Wo Holz sich gerne hinter Maserungen versteckt und Kunststoff ­ohnehin immer so tut, als wäre er etwas anderes, zeigt Beton ­seine Poren und ist stolz darauf. Sichtbeton ist in der Architektur ein Statement: Er strahlt Unverfälschtheit, Stabilität und ­Dauerhaftigkeit aus.

Einbetoniert
Radikal ehrlich, brutal funktional, das »Concrete Desk Set« aus Beton von Magnus Pettersen, das mit gestalterischer Wucht Tischplatten zum Ächzen bringt.
charlesandmarie.de, blickfang-designshop.com, connox.at

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Was im Großen funktioniert, klappt auch im Kleinen, wie Pettersens Set beweist, wenn es mit Schale, Stiftbehälter und Klebebandroller mit minimalistischer Brutalität für Ordnung sorgt und dabei zeigt, dass purer Funktionalismus auch ästhetisch sein kann. Wer sich Beton auf den Tisch holt, bekennt sich zum Lakonischen, zum Dauerhaften – und zu Gegenständen, die im Notfall auch als Briefbeschwerer, Türstopper oder Sanierungs­zubehör herhalten könnten.

So gesehen ist dieses Set ein eleganter Schlag gegen dieüberladene Beliebigkeit, die im Accessoire-Bereich allzu gern um sich greift. Es ist ein stiller Protest gegen fluffige Trends, gegen roségoldene Ablagekörbchen und gegen Dinge, die nur schön aussehen, aber nichts mehr aushalten. Beton sagt: "Ich bin da. Ich bleibe da. Und ich sehe verdammt gut dabei aus." Ein Schreibtisch-Accessoire also, das Haltung beweist und im Zweifel noch die Stellung hält, wenn der Job schon lange weg ist.

Über den Designer

Magnus Pettersen
1982 in Norwegen geboren, lebt in London und gestaltet Möbel und Leuchten, die mit elegantem ­Industriecharme überzeugen. Kunden wie Areaware oder Iittala vertrauen auf seine Entwürfe, die weder viel Schnickschnack noch Show brauchen. Pettersen überzeugt schlicht mit charakterstarken Entwürfen und zeigt dabei großes Gespür für Materialien, Formen und Funktionalität.
magnuspettersen.com

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Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 9/2025

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Manfred Gram
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