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Iconomy: Design-Icons unter 100 mit Christoph Bohrer

ICONOMY
Designgeschichte
Design

Zwischen Kugelschreiber und Tintenroller wird der Gelstift oft einmal übersehen. Dabei ist er ein wahrer Schreibtischheld...

In einem Bunde der Dritte zu sein, ist so eine Sache. Es bringt zweifelsohne Vorteile, wenn man als Zünglein an der Waage fungiert und dafür hofiert wird. Aber eben das führt gerne auch zu einem Macht- und Nähegefälle. Da heißt es aufpassen, egal ob in Koalitionen (Ampel!), Beziehungen (Dreieck!) oder Freundschaften (Harry, Hermine und Ron!). Andererseits sind aller guten Dinge drei, und überhaupt weiß man schon lange: Three is a magic number. Insofern dürfte in der Triade Kugelschreiber, Tinten­roller und Gelstift alles paletti sein.

Wobei an dieser Stelle jetzt der Gelstift einmal entsprechend gewürdigt werden soll. Genauer: der »ARC Aluminium Gel Stift« von Stilform. Das Hamburger Design­studio, gegründet 2013 von Christoph Bohrer und Martin Wagner, gehört mittlerweile zur Leuchtturm-Gruppe und hat sich auf hochwertige Büro- und Schreib­geräte spezialisiert. Der Fokus in der Formensprache geht dabei ziemlich deutlich in Richtung Minimalismus.

Schriftbild

Zylindrischer Körper, scharfe Kante, schneller Strich: Der »ARC Gel Stift« aus Aluminium ist ein optischer wie haptischer Genuss.

stilform.com

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Der »ARC Aluminium Gel Stift« ist da keine Ausnahme. Er setzt auf kühle Eleganz und vor allem auf Wertigkeit, die mit Langlebigkeit kombiniert wird. Das ist durchaus als Statement zu werten. Der Markt der Kugel-, Tinten- und Gelschreiber ist nämlich eher einer, in dem Kunststoffgehäuse den Ton angeben – Wegwerfmentalität inklusive. Ein Wegwerfprodukt ist der »ARC«, der gleich von drei Designern entwickelt wurde, nicht. Er wird nämlich wieder befüllt. Refill statt Rest­müll heißt die Devise.

Zudem ist der Stift auch ein Anti-Wegrollprodukt, denn der eigentlich zylindrische Stiftkörper hat eine durchgehende, flache Kante. So bleibt das Schreibgerät am Schreibtisch liegen. Dreifach clever: Die Kante dient als Designelement, ermöglicht eine ergonomische Handhabung und sorgt für hohe Wiedererkennbarkeit. Den Rest erledigt dann die (stark) magnetische Verschlusskappe, die sich wie von Zauberhand selbst ausrichtet und beim Öffnen und Schließen ein typisches Klacken erzeugt. Zippo lässt grüßen.

Kaum verwunderlich, dass es dafür u. a. den iF Design Award,  den Red Dot Design Award und den Good Design Award gab. Unterm Strich hat man es also mit einem ebenso dezenten wie präsenten Schreibgerät zu tun, das sich lückenlos in New-Work-Konzepte einfügt und – auch nicht unwichtig – mit dem sich super schreiben lässt.

Über den Designer

Christoph Bohrer

Christoph Bohrer hat gemeinsam mit Martin Wagner 2013 Stilform gegründet. Das Ziel war klar: Man wollte hochwertige Schreibgeräte kreieren, die an der Schnittstelle zwischen Ingenieurskunst und Gestaltung zu Hause sind. Das ist durchaus gelungen. Gemeinsam mit Yang Han haben Bohrer und Wagner einige Neo-Klassiker in Sachen Schreibgeräten kreiert. 2021 wurde Stilform an die Leuchtturm-Gruppe verkauft. Das Start-up passte perfekt ins Portfolio des deutschen Familienunternehmens, das sich langlebigen, hochwertigen analogen Produkten verschrieben hat. Bohrer, Wagner und Han sind nach wie vor als Gestalter bzw. Entwickler tätig – auch für Stilform.

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Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 4/2026

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Manfred Gram
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