© Grand Kinsky

Im oberen Preissegment: Luxuswohnungen im Wiener Zentrum

Das Zentrum von Wien ist und bleibt erste Adresse fürs Luxuswohnen, auch wenn manche Nobel-Penthouses schon etwas länger auf die richtigen Käufer:innen warten. Denn auch bei diesen ist eine neue Generation heran­gewachsen: die jungen Bitcoin-Millionär:innen.

06.10.2022 - By Maik Novotny

Zuerst kamen die Fürst:innen. Dann kamen die Großbürger:innen. Dann kamen die Russ:innen. Wiens Innere Stadt und ihre Palais waren schon immer eine erlesene Adresse, auch wenn die Namen auf den Türschildern über die Jahrhunderte wechselten. Jetzt kommen neue dazu: die Crypto-Bros. Die wer? Zum Beispiel Eric Demuth (35), einer der drei Gründer des Kryptowährungsunternehmens Bitpanda. Dieser erwarb im April dieses ­Jahres gleich drei Wohnungen an der von Living Deluxe vermarkteten Topadresse Parkring 14. Kaufpreis: 19,85 Millionen Euro für insgesamt 746 Quadratmeter Nutzfläche und über 350 Quadratmeter Terrassenfläche. »Bitcoin-Millionäre investieren ihr Geld ­vermehrt in Immobilien«, vermeldet auch Engel & Völkers. Das heißt: Statt Pelzmänteln hängen heute also die Digital-Native-Kapperl in den edlen Garderoben der Ringstraßen-Apartments.

Herzfeldhaus Ein imperiales Palais ist es zwar nicht, sondern einfach ein Haus, aber im ersten Bezirk sehen wir das nicht so eng, wenn die Lage stimmt. Und das tut sie bei diesem 1869 errichteten Gründerzeithaus in der Fichtegasse. 18 Wohnungen von 60 bis 367 Quadratmetern sind hier im Angebot, darunter drei Penthousewohnungen. herzfeldhaus.estate

Neue Generation

Ein Trend, der schon seit einer Weile zu beobachten ist, erklärt Susanne Thomanek von Living Deluxe. »Es kommt eine neue Generation von wohlhabenden, wirtschaftlich bereits sehr erfolgreichen jungen Leuten nach. Mit 30 ist der klassisch-elegante Altbau noch nicht so interessant, ein Penthouse entspricht mehr der Lebenseinstellung und den Werten dieser Generation. In diesem Alter will man etwas erleben, auch architektonisch, und sich klar von der Elterngeneration -abgrenzen.« Manche suchen Terrassen mit Jacuzzi für ihre Träume von Partys über den Dächern, andere suchen Statussymbole und Diskretion oder schlicht einen Ort, um das in Hochgeschwindigkeit angewachsene Vermögen zu parken. Lagen wie der erste Bezirk in Wien garantieren Wertsteigerung über Jahre.

Auch die Preise im Luxussegment wachsen immer noch stetig an, trotz oder wegen der Pandemie. Der Jahresbericht von Engel & Völkers 2022 verzeichnet eine kontinuierlich nach oben zeigende Linie, der Durchschnittspreis pro Quadratmeter im ersten Bezirk beläuft sich auf 13.656, der höchste gezahlte Preis im Jahr auf 26.003 Euro. Zwischen 2020 und 2021 legte der Luxusmarkt in ganz Österreich um 31,5 Prozent zu und umfasst 4,15 Milliarden Euro, wie RE/MAX in diesem Sommer berichtete. Luxuswohnungen steigen im Durchschnitt um 15,6 Prozent im Preis, Dachgeschoßwohnungen um 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Parkring 14 Für große Schlagzeilen sorgte diese Eins-a-Immobilie mit der Top-Ringstraßenadresse. Hier kam mit 32,5 Millionen Euro Wiens teuerstes Apartment auf den Markt und machte die Luxusanbieter Living Deluxe auf einen Schlag -bekannt. Das große Apartment ist noch immer am Markt, drei andere sicherte sich Bitpanda-Gründer Eric Demuth. livingdeluxe.com

»Die einzigartigen, seltenen Diamanten unter den Immobilien wird es immer geben. Das hält den Preis und den Wert stabil.« – Thomas Hopfgartner, Geschäftsführer Living Deluxe

Überschaubarer Markt

»Der Luxusimmobilienmarkt in Österreich ist regional unterschiedlich strukturiert und auf jeden Fall überschaubar. Erstklassige Gastronomie und Gesundheitsversorgung sowie hochqualitative Kultur- und Einkaufsmöglichkeiten stehen auf der Wunschliste ganz oben. Daher sind auch im städtischen Bereich einzelne Bezirke in und um Wien und die Städte Innsbruck, Salzburg und Bregenz höchst begehrt und entsprechend teuer«, erklärt Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer von RE/MAX Austria. Zwar ist inzwischen nahezu jedes Haus in der Inneren Stadt saniert und verwertet, doch sind immer noch ein paar Objekte im Bau und in Planung, und manche Prestige-Penthouses, wie zum Beispiel im 2019 eröffneten Grand Kinsky in der Schellinggasse oder die Luxuslofts in der ehemaligen Telegrafenzentrale am Börseplatz 1, sind noch zu haben. Auch in den Étages de Luxe am Werdertor stehen einige der Penthouse-Apartments – das größte für 8,16 Millionen Euro – noch zum Verkauf. In der obersten Liftetage der Preissegmente heißt es eben oft, Geduld zu üben, bis die Käufer:innen auftauchen.

Penthouse Goethehof Eine Topadresse zwischen Hofburg und Oper, die in diesem Jahr nicht weniger top wurde. Denn dieses Penthouse, das mit stattlichen 160 Quadratmetern Dachterrasse aufwartet, thront hoch über der 2022 unter großem Aufsehen eröffneten Heidi Horten Collection im Goethehof. Für 8,2 Millionen Euro ist das von Hochkultur umzingelte Apartment zu haben. livingdeluxe.com

Jenseits des Kanals

Andere Bauträger wie Cuubuus sind an den Quartieren jenseits der Grenze des nahezu abgegrasten Ersten Bezirks unterwegs, wo noch etwas mehr Entwicklungsmöglichkeiten schlummern. Das ehemalige Heeresgebäude an der Oberen Donaustraße ist mit seiner Ziegelfassade à la Arsenal zwar kein fürstlicher Prunkbau, aber imperial ist es dennoch. Im denkmalgeschützten Altbau sowie in einem neuen Anbau sollen bis 2024 unter dem Namen »Das Artmann« 71 Wohnungen mit bis zu 288 Quadratmetern entstehen, die Kaufpreise beginnen bei rund 328.000 Euro. Dazu kommt das von vielen Interessent:innen erwartete Erster-Bezirk-Zubehör wie Gym, Guest-Lounges und Concierge-Dienst. Auf der anderen Seite der Inneren Stadt versucht »The Ambassy« am Modenapark, den Glamour des ersten Bezirks in den dritten zu transferieren, mit dem Lagebonus Botschaftsviertel. Bleibt die Frage, wie es weitergeht im Zentrum des Luxus. »Wien, die lebenswerteste Stadt der Welt, ist immer noch günstig im Vergleich zu London, Paris oder New York«, sagt Thomas Hopfgartner, Gründer von Living Deluxe. »Vor zehn Jahren hieß es in Wien schon: ›Der Plafond ist erreicht.‹ Heute sagt man: ›Hätten wir nur vor zehn Jahren gekauft!‹ Ich prognosti-ziere, dass es in zehn Jahren bei den richtigen Objekten genauso sein wird, weil sich die Spreu immer mehr vom Weizen trennt. Diese einzigartigen, seltenen Diamanten unter den Immobilien wird es immer geben. Das hält den Preis und den Wert stabil.«

Das Artmann Drei Jahre stand das ehemalige Verwaltungsgebäude der Heeres-verpflegung am Donaukanal leer, bis sich die Investoren von Cuubuus Architects & Developers des denkmalgeschützten Ziegelbaus annahmen. 75 Eigentumswohnungen, darunter vier exklusive Penthouses, sind hier geplant. Zwar nicht mit Adresse 1010, aber mit Blick aufs Wasser und dem Augarten gleich ums Eck. das-artmann.at

»Der Luxusimmobilienmarkt in Österreich ist regional unterschiedlich strukturiert und auf jeden Fall überschaubar.« – Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer RE/MAX Austria.

Grand Kinsky Mit unübertreffbarer Lage punktet dieses ursprünglich 1872 für Dominik Graf Kinsky errichtete Eckhaus in der Schellinggasse. Nach der Luxus-sanierung wurde es zum Grand Kinsky mit den vier neuen mehrgeschoßigen Penthouses namens »Theresia«, »Eleonora«, »Rosalie« und »Agnes« und mit zeitgemäßer Ausstattung wie Weinkeller, Pool, Fitnessclub und Digital-Concierge. grandkinsky.at

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