Label der Woche: Angelina Jolie mischt die Designszene auf
In der LIVING-Serie präsentieren wir wöchentlich eine spannende Marke für Designliebhaber:innen. Aktuell: Diesen November soll der Startschuss für das »Atelier Jolie« in New York fallen - ein Modelabel, das gar keines sein will. Angelina Jolie setzt den Fokus auf Community und Kunsthandwerk und mietet dafür eine geschichtsträchtige Location inmitten des trendigen »NoHo«-Viertels.
»Ich habe eine Menge talentierte Künstler:innen in den letzten Jahren getroffen - sehr fähige und begabte Menschen - und ich möchte sie gern wachsen sehen,« erzählt Hollywood-Star Angelina Jolie in einem Interview der us-amerikanischen Vogue, das von Star-Fotografin Annnie Leibovitz begleitet wurde und gemeinsam mit Jolies Tochter Zahara stattfand. Sie selbst möchte keine Modedesignerin werden, sondern die Rahmenbedingungen schaffen, damit andere Künstler:innen ihr Handwerk und Talent umsetzen können. Zu diesen Personen gehören unter anderem der Londoner Hutmacher Justin Smith, der us-amerikanische Künstler Duke Riley und der südafrikanische Spitzenklöppler Pierre Fouché. Um Mode geht es in erster Linie gar nicht, vielmehr um Gemeinschaft. Das »Atelier Jolie« soll ein Raum für Kollaborationen sein - ein Ort an dem sich Kultur und Design treffen, der Schneidereien beherbergt und einen Fokus auf Upcycling legt. Eine Galerie, die lokale Künstler:innen ausstellt und ein Cafe, das eine Organisation für geflüchtete Menschen betreibt, ergänzen das Geschäftsmodell.
Auf Basquiats Spuren
Das Haus in der 57 Great Jones Street in NoHo, NYC kaufte 1970 Andy Warhol und vermietete es später seinem Freund und Kollaboteur Jean-Michel Basquiat, der darin bis zu seinem Tod 1983 lebte und arbeitete. Die vielen Grafittis an der Fassade zollen bis heute dem Ausnahmekünstler Tribut. Ab November beherbergt das 60.000 qm große Loft im Erdgeschoss das »Atelier Jolie«. Endgültig entschieden hat aber nicht Jolie über die Location, sondern ihre 18-jährige Tochter Zahara. »Ich kann sehr impulsiv sein, aber Zahara ist bodenständig, bedächtig und entscheidungsfreudig«, verrät die Schauspielerin der us-amerikanischen Vogue. Obwohl seit Jean-Michel Basquiats Tod das Haus unterschiedliche Besitzer:innen hatte, ist der berühmte Vormieter deutlich zu erkennen. Im Inneren sind Graffitis von ihm zu sehen - ein perfekter Ort also um kreativ zu werden.
Ein humanitärer Ansatz
Das »Atelier Jolie« ist ein Versuch, Angelinas weltoffene Art und ihr gesellschaftliches Bewusstsein mit der Modewelt zu vereinen. Teil ihres Teams ist der Fotograf Giles Duley, der in seiner Arbeit Communities porträtiert, die unter Konflikten zu leiden haben. »In den letzten 20 Jahren habe ich durch meine Berichterstattung von humanitäre Arbeit aus erster Hand erfahren welchen negativen Einfluss die westliche Konsumgesellschaft auf den Rest der Welt hat - angefangen bei Kinderarbeit, illegaler Abbau von Mineralien bis hin zu Verschmutzung des Grundwassers durch Textilfarben und Ausbeutung von Bauern«, erklärt er der us-amerikanischen Vogue. Die Rettung aus der Fast Fashion Falle scheint der Fokus auf die Schneiderein und den Änderungsservice zu sein. Kleidungsstücke von »Atelier Jolie« wie maßgeschneiderte Hosen werden ab 300$ aufwärts erhältich sein.